Die Hubert Burda Media ist ein international tätiger deutscher Medienkonzern mit Stammsitz im baden-württembergischen Offenburg.
Seine Geschichte geht auf die 1903 in Philippsburg gegründete Druckerei von Franz Burda I. (1873–1929) zurück. Unter Franz Burda, dem Sohn des Gründers, prosperierte das Unternehmen in der NS-Zeit, in der es von der Arisierung einer jüdischen Druckerei profitierte und sich darauf spezialisierte, Karten für die Wehrmacht zu drucken.
In den Nachkriegsjahrzehnten wuchs das Unternehmen organisch und durch Übernahmen. 1986 wurde die Unternehmensgruppe zwischen den drei Söhnen Franz, Frieder und Hubert Burda aufgeteilt. In den 1980er und 1990er Jahren entwickelte sich der mittelständische Burda-Verlag zum Großkonzern. Bekannte Medienmarken sind die Illustrierten Bunte und Superillu, die Frauenzeitschriften Freundin und InStyle, das Nachrichtenmagazin Focus und die Computerzeitschrift Chip. Außerdem gehören beispielsweise HolidayCheck, XING und kununu zum Konzern. Im Jahr 2021 war Hubert Burda Media am Umsatz gemessen das sechstgrößte Medienunternehmen in Deutschland.
Ab 1903 betrieb Franz Burda („I.“), Vater von Franz Burda senior („II.“) und Großvater von Franz Burda junior („III.“), Frieder und Hubert Burda in Philippsburg eine kleine Druckerei. Diese war wirtschaftlich nicht erfolgreich, weshalb Burda 1908 in Offenburg einen neuen Betrieb eröffnete.
1927 brachte das Unternehmen die erste Radio-Programmzeitschrift Deutschlands „Die Sürag“ auf den Markt, im Untertitel die grosse Radio-Zeitschrift. Ihr Name lehnte sich an den Namen des Süddeutschen Rundfunks an. Die Startauflage betrug 3000 Exemplare. 1929 übernahm Franz Burda senior den Betrieb seines Vaters und die Redaktionsleitung der Sürag. Er baute die Geschäfte nennenswert aus. Anfang der 1930er Jahre erreichte die Zeitschrift bereits eine Auflage von über 85.000 Exemplaren, die Anzahl der Mitarbeiter stieg von 3 auf rund 100. Der eigentliche Aufstieg des Unternehmens begann aber erst 1934 mit dem Neubau der Druckerei und der Umstellung auf das Tiefdruckverfahren.
Am 2. April 1933 betonte Franz Burda in der Sürag die nationalsozialistische Gesinnung seines Betriebs. Er erklärte, keine jüdischen Mitarbeiter oder Gesellschafter zu haben. Zuvor hatten Werber der nationalsozialistischen Programmzeitschriften NS-Funk und Der Deutsche Sender gegenteilige Behauptungen verbreitet.
Im Rahmen der Arisierung (auch „Entjudung“) nutzte Burda im September 1938 die Gelegenheit, zusammen mit Karl Fritz, dem Inhaber von Südwestdruck, die Druckerei Gebrüder Bauer in Mannheim günstig zu kaufen. Die Gesellschafter der Druckerei waren Juden: Berthold, Karl und Ludwig Reiss. Es handelte sich um einen der größten und modernsten Druckereibetriebe des Deutschen Reiches; er beschäftigte 250 bis 300 Mitarbeiter, war voll ausgelastet und erzielte einen Jahresumsatz von 1,5 bis 2 Millionen Reichsmark (RM). Laut Kaufvertrag waren für die Druckereimaschinen 375.000 RM und für die Firmengrundstücke 211.000 RM zu zahlen. Offenbar wurde zudem auch eine Entschädigung für künftig entgangene Gewinne vereinbart, die die Kaufsumme auf 800.000 RM erhöhte. Einige Monate blieb Berthold Reiss im Mannheimer Betrieb weiter beschäftigt und steuerte zusammen mit Franz Burda, seit dem 1. Oktober 1938 Mitglied der NSDAP, den Betrieb. Im Oktober 1939 wurde der Kaufpreis auf Initiative von Karl Fritz um 200.000 RM gesenkt, Burda schloss sich diesem Begehren an. Als Grund nannten sie, das Mannheimer Unternehmen sei „‚heruntergewirtschaftet‘ gewesen, die Maschinen alt, die Gewinne nicht so hoch wie behauptet“. Der faktisch bezahlte Kaufpreis lag schließlich bei 545.000 RM.
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs beschäftigte Burda rund 600 Mitarbeiter. 1941 wurde die Produktion der Zeitschrift „Die Sürag“ kriegsbedingt eingestellt, das Unternehmen druckte stattdessen nun Landkarten für das Oberkommando des Heeres und Luftbilder in mehrfarbigem Tiefdruck für die Luftwaffe. Das Blatt Tscherkassy der Kartographischen Anstalt Dr. Franz Burda galt als der weltweit erste mehrfarbige Kartentiefdruck. Das durch Bombenangriffe zerstörte Mannheimer Werk wurde 1943 nach Lahr-Dinglingen verlegt.
Die Geschichte des Burda-Verlags während des Dritten Reichs wurde beispielsweise von Salomon Korn, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, als „Lehrstück für kommende Generationen über die Frage nach Schuld und Gewissen, nach Verstrickung und Umgang mit dieser Erblast“ bezeichnet.
Am 17. September 1945 klagte Berthold Reiss, der einzige Überlebende der früheren Inhaber, Fritz und Burda an, Gebrüder Bauer zu einem niedrigen Preis erworben zu haben und beantragte die Beschlagnahme von Burdas Vermögen. Am 3. und 4. Oktober 1945 trafen sich Reiss und Burda, sie einigten sich auf eine Abgeltung der Ansprüche. Reiss zog die Klage zurück und bescheinigte Burda, sich ihm gegenüber korrekt verhalten zu haben. Im Oktober 1948 wurde vereinbart: „Der vom Kaufpreis abgezogene Betrag von 205.000 Reichsmark soll nachgezahlt werden, zuzüglich Zinsen und ‚Vergütung für den Firmenwert‘, insgesamt 323.000 neue Deutsche Mark. Außerdem wurde ein Vergleich geschlossen, der eine endgültige Abfindungssumme von 120.000 Mark enthielt“. Die Firma „Gebr. Bauer oHG“ wurde später aus dem Handelsregister gelöscht und als Burda-Betrieb fortgeführt. Nach dem Tod von Berthold Reiss (1951) forderte Erich Bauer, Miterbe von Gebrüder Bauer ebenfalls eine Entschädigung: Ein Drittel des Burda-Betriebes beziehungsweise 1 Million Mark. Erich Bauer bekam höchstrichterlich 250.000 Mark zugesprochen.
Ab 1945 druckte das Unternehmen Schulbücher und Briefmarken für die französische Besatzungszone sowie die französische Soldatenzeitung „Revue d'Information“. Nachdem Franz Burda senior von den französischen Behörden den Auftrag erhalten hatte, eine Illustrierte herauszubringen, erschien 1948 zum ersten Mal die Bildgazette „Das Ufer“, eine Vorläuferin der „Bunten“ („Bunte Illustrierte“), gegen den Widerstand vieler französischer Offiziere. Die Lizenz für „Das Ufer“ wurde auf den Namen einer Strohfrau ausgestellt. Den redaktionellen Teil des Blatts stellten damals noch die französischen Besatzer zusammen.
Aenne Burda, Ehefrau von Franz Burda senior, baute nach Kriegsende den Modeverlag A. Burda auf. Seine wichtigste Publikation war ab 1950 Burda Moden, ein Magazin für Schnittmuster. Die erste Ausgabe des Vorläufers unter dem Namen „Favorit“ kam schon 1949 auf den Markt. In wenigen Jahren stieg die Auflage von anfangs 100.000 auf rund eine halbe Million Exemplare. Aenne Burda entwickelte sich zum mit Abstand größten Kunden der Druckerei ihres Mannes, der formell keinerlei Mitspracherecht in ihrem Unternehmen hatte. Lediglich ihre Kinder beteiligte sie als Kommanditisten. 1954 erhielt der Verlag von Aenne Burda eine neue Zentrale am Kestendamm in Offenburg, die der Architekt Egon Eiermann entworfen hatte. Werbung für die Zeitschriften der Burdas machte ab 1954/55 unter anderem die sogenannte „Burda-Staffel“, drei Flugzeuge des Typs Piper PA-18 mit Spruchbändern am Heck.
1960 übernahm Burda die „Münchner Illustrierte“, die in die „Bunte“ integriert wurde. In der Folgezeit baute das Unternehmen den Standort in der bayerischen Landeshauptstadt aus, München wurde neben Offenburg zweiter Sitz des Unternehmens. 1961 wurde die Druckerei in Offenburg auf moderne Tiefdruckrotation umgestellt. Außerdem weihte man das 67 Meter hohe Burda-Hochhaus ein, das sich zu einem Wahrzeichen der Stadt entwickelte. Bereits in den 1950er Jahren diente ein Schornstein der Druckerei mit Fahrstuhl und Terrassenrestaurant als Aussichtspunkt. 1962 kaufte Burda die Mehrheit der Neuen Verlags-Gesellschaft mit Sitz in Karlsruhe, bekannt für die Zeitschriften „Freundin“ und „Film Revue“. Ende der 1940er Jahre war zunächst Marie-Pierre Kœnig, Oberbefehlshaber der französischen Truppen in Deutschland und Militärgouverneur der französischen Besatzungszone, Leiter des Verlags. 1953 kaufte Karl Fritz, der 1938 mit Burda die Bauer-Druckerei erworben hatte, schließlich die Neue Verlag-Gesellschaft. Mit der Übernahme 1962 kam auch der Filmpreis Bambi zum Burda-Verlag. 1963 erwarb Burda auch die traditionsreiche „Frankfurter Illustrierte“, die ebenfalls in die „Bunte“ integriert wurde. Das Blatt hieß fortan „Bunte Münchner Frankfurter Illustrierte“.