An diesem Tag

Honus Wagner

US-amerikanischer Baseballspieler und -trainer

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Johannes Peter „Honus“ Wagner (* 24. Februar 1874 in Chartiers, Pennsylvania; † 6. Dezember 1955 in Carnegie, Pennsylvania) war ein US-amerikanischer Baseballspieler auf der Position des Shortstops. Zudem war er auch als Manager tätig. Als Nachfahre deutscher Auswanderer und wegen seiner außergewöhnlichen Schnelligkeit bekam er den Beinamen „The Flying Dutchman“ (eigentlich der fliegende Holländer, aber Dutchman wurde als Begriff sowohl für Niederländer als auch für Deutsche verwendet).

Er spielte fast während seiner ganzen aktiven Zeit von 1897 bis 1917 für die Pittsburgh Pirates in der National League der Major League Baseball (MLB). Wagner war einer der ersten fünf Spieler, die 1936 in die Baseball Hall of Fame aufgenommen wurden, noch vor der Baseballlegende Babe Ruth, und wurde nur von Ty Cobb an Stimmen übertroffen. Er wird von den meisten Baseballexperten als der bis heute beste Shortstop angesehen, und obwohl Ty Cobb als der beste Spieler der sogenannten Deadball-Ära erachtet wird, waren nicht wenige Zeitgenossen der Meinung, dass Wagner der Spieler mit den insgesamt besseren Fähigkeiten war. Cobb selbst nannte Wagner „den vielleicht größten Spieler, der je auf einem Baseballplatz stand.“

Honus Wagner wurde am 24. Februar 1874 als Sohn der deutschen Einwanderer Peter and Katheryn Wagner im Pittsburgher Stadtteil Chartiers geboren, das heute ein Bezirk von Carnegie in Allegheny County ist. Er hatte acht Geschwister, vier von ihnen starben schon im Kindesalter. Er wurde von seinen Eltern Hans gerufen, Honus ist eine Abwandlung des deutschen Namens. Während seiner Karriere war Hans auch einer seiner Spitznamen. Mit zwölf Jahren verließ Wagner die Schule, um wie sein Vater und seine Brüder in den Kohleminen zu arbeiten. Er und seine Brüder spielten in ihrer Freizeit auf unbefestigten Sandplätzen Baseball. Alle entwickelten dabei außergewöhnliche Fähigkeiten, so dass schließlich vier der Brüder professionelle Baseballspieler wurden. Wie sein älterer Bruder Albert „Butts“ Wagner erlernte Wagner den Beruf des Barbiers, bevor er im Baseball erfolgreich wurde. Der ältere Bruder von Honus, der selbst 1898 ein Jahr in der Major League spielte, soll derjenige gewesen sein, der Honus zu einer ersten Talentsichtung brachte.

Honus Wagner heiratete 1916 Bessie Baine Smith, mit der er drei Töchter hatte: Elva Katrina (geboren 1918), Betty Baine (geboren 1919) und Virginia Mae (geboren 1922).

Honus Wagner begann seine Spielerkarriere 1897 bei den Louisville Colonels. Es wird berichtet, dass er von Ed Barrow entdeckt wurde, als dieser sah, wie Honus Steine über einen Bach geworfen hatte. Barrow nahm Honus unter Vertrag und ließ ihn bei der Minor-League-Mannschaft von Paterson, New Jersey spielen. Eine kurze Zeit trat er noch in Steubenville, Ohio an, bevor er nach Louisville geschickt wurde. Dort gehörte Wagner von Anfang an zu den guten Schlagmännern und schaffte bereits in seinem ersten Jahr einen Schlagdurchschnitt von .338 in 61 Spielen. Obwohl er 1898 in seinem zweiten Jahr mit .299 die 300er-Grenze beim Schlagdurchschnitt knapp verfehlte, gehörte er schon zu den Besten in der National League. Die Zahl der Mannschaften in der NL wurde 1899 von zwölf auf acht reduziert und die Louisville Colonels waren eines der ausgeschlossenen Teams. So kam es, dass die herausragenden Spieler wie Pitcher Deacon Phillippe und Rube Waddell, Catcher Chief Zimmer, Infielder Tommy Leach und die Outfielder Fred Clarke und Dummy Hoy zusammen mit Honus Wagner unter dem Eigentümer Barney Dreyfuss nach Pittsburgh zu den Pirates wechselten. Hier in seiner Heimatstadt spielte Wagner dann bis an sein Karriereende, insgesamt 21 Spielzeiten.

Den Titel als bester Schlagmann konnte Wagner im Jahr 1900 zum ersten Mal gewinnen, daneben führte er die Liga in Doubles (45), Triples (22) und im Slugging mit .583 an, alles waren auch für ihn selbst jeweils persönliche Bestleistungen. Er wurde am Anfang seiner Karriere auf allen Feldpositionen eingesetzt, um mit seinen guten Schlagleistungen auf jeden Fall im Line-Up zu stehen, 1901 schließlich als Shortstop. Als er den etatmäßigen Shortstop Bones Ely zum ersten Mal vertrat, unterliefen ihm in einem einzigen Inning gleich drei Fehler. Dennoch wurde er letztendlich als der beste Shortstop seiner Zeit gewürdigt, obwohl er neben mehr als 300 Spielen als Outfielder und jeweils mehr als 200 Spielen an First und Third Base auf jeder Feldposition außer der des Catchers spielte, sogar als Pitcher wurde er zweimal eingesetzt.

Es folgten insgesamt acht weitere Titel als Best Batter in der National League. Nur Ty Cobb mit elf und Tony Gwynn ebenfalls mit acht Titeln waren ähnlich erfolgreich. In vielen weiteren Statistikkategorien konnte er den Spitzenplatz ebenfalls mehrmals erringen, so gleich sechsmal in Slugging percentage, viermal in On-Base Percentage, sechsmal in Total Bases, siebenmal in Doubles, dreimal in Triples sowie je fünfmal in RBI und Stolen Bases. Er war trotz seiner O-Beine ein hervorragender Baserunner, auch wenn ein zeitgenössischer Sportreporter seinen Laufstil einmal als „dem Tanz eines sich aufbäumenden Elefanten ähnlich“ beschrieb. Die Gesamtstatistik weist für Honus Wagners Karriere einen Schlagdurchschnitt von .327 aus, er schlug 640 Doubles, 101 Homeruns und als Major League Rekord insgesamt 3415 Hits. Diese Bestmarke wurde erst in den 1920er-Jahren durch Cobb gebrochen, als Rekord der National League hatte die Zahl bis 1961 Bestand, als sie durch Stan Musial gebrochen wurde. Wagner war nach Cap Anson erst der zweite Spieler seit Beginn der Major Leagues im Jahre 1876, der mehr als 3000 Hits erreichte. Dass er in seiner Karriere 101 Home Runs schlug, gilt für einen Spieler der Deadball-Ära als ausgesprochen gutes Ergebnis, da in jener Zeit allgemein nur wenige Homeruns geschlagen wurden.

Schon nach seinem Rücktritt 1917 galt Honus Wagner als einer der besten Allround-Spieler aller Zeiten. Der bekannte Baseballstatistiker Bill James schätzt ihn als den zweitbesten Spieler aller Zeiten direkt nach Babe Ruth ein, die Statistiker John Thorn und Pete Palmer setzen ihn auf Rang neun ihrer ewigen Bestenliste. Viele der Baseballgrößen, die als Spieler und Manager gegen ihn antraten, darunter Babe Ruth, Ty Cobb, Rogers Hornsby und Walter Johnson, setzten Wagner auf Shortstop in ihren Teams der besten Spieler aller Zeiten.

Die erste World Series, das Spiel zwischen den Gewinnern der American und National League, fand 1903 zwischen den Boston Americans (später Boston Red Sox) und den Pirates statt. Pittsburgh wurde als Favorit angesehen, schließlich bestand die American League erst drei Jahre und wurde als weniger spielstark eingeschätzt. Zu dieser Zeit war Wagner schon ein Star und man setzte umso mehr auf ihn, als Pitcher aus der Starting rotation verletzt waren. Wagner selbst war angeschlagen und brachte es nur auf einen Durchschnitt von .222 in der Serie. Dazu kamen noch einige als besonders rüpelhaft verschriene Fans der Red Sox, die sogenannten „Royal Rooters“. Sie sangen bei jedem „At-Bat“ von Wagner zur Melodie des damals populären Schlagers „Tessie“ den Text „Honus, Honus, why do you hit so badly?“ (Honus, Honus, warum schlägst du so schlecht?) Letztendlich verloren die Pirates die Best-of-Nine-Serie mit fünf zu drei gegen eine Mannschaft, in deren Reihen die Pitcher Cy Young und Bill Dinneen sowie Third-Baseman-Manager Jimmy Collins standen. Christy Mathewson schrieb in seinem Buch „Pitching in a Pinch“: „For some time after ‚Hans‘ Wagner's poor showing in the world's series of 1903... it was reported that he was yellow (poor in the clutch). This grieved the Dutchman deeply, for I don't know a ball player in either league who would assay less quit to the ton than Wagner... This was the real tragedy in Wagner's career. Notwithstanding his stolid appearance, he is a sensitive player, and this has hurt him more than anything else in his life ever has. (Eine Zeit lang nach dem schwachen Auftreten bei der World Series 1903… …wurde berichtet, er sei gelb (spiele schlecht unter Druck). Das traf den Dutchman hart, denn ich kenne keinen Spieler in einer der Ligen, der unter Druck weniger versagen würde als Wagner… Das war für die Karriere Wagners tragisch. Im Gegensatz zu seinem grobschlächtigen Äußeren war er ein sensibler Mensch und dies traf ihn mehr als alles andere je in seiner Karriere.)“

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