Honorat Goehl OSB auch Honoratus Goehl und Honorat Göhl (Taufname Johannes Kaspar Goehl) (* 6. Januar 1733 in Immenstadt im Allgäu; † 17. Juli 1802 im Kloster Ottobeuren) war ein deutscher römisch-katholischer Priester.
Honorat Goehl war der Sohn des Gastwirts Anton Goehl, der den Gasthof Zum Weißen Kreuz in Immenstadt betrieb, und dessen Ehefrau Balbina (geb. Hippin) aus Holzleuten in der Pfarrei Rückholz; er hatte noch drei Geschwister.
Er besuchte die örtliche Volksschule und kam aufgrund seiner Begabung und Frömmigkeit in die Klosterschule (heute Rupert-Ness-Gymnasium) des Reichsstifts Ottobeuren. Noch als Schüler nahm er als Ministrant an der letzten Vesper der alten Klosterkirche teil; beim Verlassen der Kirche stürzte das obere Kirchengewölbe ein, hierbei starben zwei Maurer. Honorat Goehl gehörte zu den drei Chorknaben, die sich rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten.
Später kam er an das Fürstbischöfliche Lyceum nach Freising und schloss 1750 seine Vorstudien ab.
Am 12. November trat er in das Benediktinerkloster Ottobeuren ein und begann sein Noviziat im Stift. Er legte am 13. November 1751 sein Ordensgelübde gegenüber dem Abt Anselm Erb ab und wählte den Ordensnamen Honoratus. Nach einem Theologiestudium in Ottobeuren und Salzburg wurde er am 17. April 1757 zum Priester geweiht.
Er wurde, nach der Priesterweihe, Lehrer für Latein und Griechisch des Stiftsgymnasiums, und unterrichtete in den Oberklassen Philosophie.
Abt Anselm Erb betraute ihn bereits kurz darauf mit dem Amt des Novizenmeisters und ernannte ihn später zum Director Clericorum, der die jungen Mönche betreute, die sich auf das Priestertum vorbereiteten; gleichzeitig wurde er Professor der Theologie an der eigenen Ordenshochschule des Stifts.
Zu seinen Schülern gehörte unter anderem Basilius Sinner (1745–1827), der an der Disputatio finalis ex universa Logica, Metaphysica, Physica, Ethica, et quibusdam speciebus Matheseos beteiligt war, die 1762 durch Honorat Goehl 1762 bei Johann Balthasar Wanckenmiller in Ottobeuren veröffentlicht wurde.
Als Seelsorger war er einige Zeit an der Pfarrkirche St. Johannes (siehe Johanniterkirche (Feldkirch)) in Feldkirch im Vorarlberg tätig.
Am 13. Mai 1767 erfolgte, unter der Leitung von Joseph Maria von Langenmantel (1753–1790) von der Abtei St. Ulrich und Afra in Augsburg und Ämilian II. Mock (1712–1784) vom Kloster Irsee, im dritten Wahlgang seine Wahl zum Abt von Ottobrunn; er war Nachfolger von Anselm Erb. Er wurde am 16. Mai 1767 durch den Weihbischof von Augsburg, Freiherr Franz Xaver Adelmann von Adelmannsfelden, als 54. Abt geweiht; er war somit Grund-, Lehns- und Gerichtsherr eines Gebiets, das damals 25 Gemeinden mit 10.000 Einwohnern umfasste.
Seine vordringlichste Aufgabe sah er unter anderem in der Verbesserung des Unterrichts- und Erziehungswesens und der Förderung der wissenschaftlichen Ausbildung seiner Mönche.
1769 beauftragte er den Immenstädter Uhrmacher Franz Xaver Liebherr (1725–1802) mit der Erstellung des Uhrwerks der großen Kirchenuhr an den beiden Türmen der Basilika St. Alexander und Theodor im Stift. 1772 folgte ein weiterer Auftrag zum Bau einer Konventuhr, an die im weit verzweigten Klostergebäude neun Ziffernblätter angeschlossen waren; 1773 ließ er Franz Josef Mahler zum Hofuhrmacher berufen.
1773 ließ er für den Unterhalt der öffentlichen Gebäude in seinem Territorium zwei neue Ziegelhütten, eine in Hawangen und eine weitere beim Schloss Stein in Ronsberg, errichten. Für 30.000 Gulden wurden in den Jahren 1774 und 1775 alle Straßen ausgebaut, die nach Memmingen, über Guggenberg nach Kaufbeuren, das Günztal aufwärts, über Kuttern in Richtung Kempten, über Wolfertschwenden nach Dietmannsried führten, sowie die Salzstraße über Kammlach und Erkheim.
Von 1775 bis 1777 war er als Assistent im Präsidium der Benediktineruniversität Salzburg vertreten.
Er beauftragte den 1771 in das Benediktinerstift Ottobeuren eingetretenen Ulrich Schiegg, der 1784 den ersten Heißluftballon in Deutschland aufsteigen ließ, 1775 mit der Lehrtätigkeit der philosophischen Fächer und der Naturwissenschaften im Stift. 1775 wurden auch unter Leitung von Ulrich Schiegg und mehrerer angestellter Geometer das Land vermessen und geografische Karten angefertigt, wonach Grundbücher angelegt werden konnten; dies war die Voraussetzung zu einer Flurbereinigung.
Aufgrund einer versäumten Zahlung an sein Kloster, trennte er sein Kloster 1779 von der Bayerischen Benediktinerkongregation, das der Kongregation bis dahin angehört hatte.
1783 erließ er die Ottobeurische Mühlordnung, in der er die Erhaltung eines guten technischen Zustands der Mühle, Hygienebestimmungen, Qualitätssicherung, Einhaltung der Handwerksordnung und die Frage der Gleichbehandlung der „Mahlgäste“, egal ob reich oder arm, egal ob Ottobeurer oder „Ausländer“ (also beispielsweise Markt Rettenbacher, Laubener, Lachener oder Memmingerberger) regelte. Im selben Jahr führte er neue Rechtsvorschriften für die Ottobeurener Einwohner ein, in denen verzeichnet war, mit welchen Strafen zu rechnen war.
Im Herbst 1785 ernannte er Maurus Feyerabend zum Präfekten des Gymnasiums und Professor der Rhetorik und Poesie.