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Ho-Chi-Minh-Stadt

Einwohnerreichste Stadt Vietnams; bis 1975 Saigon

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Ho-Chi-Minh-Stadt (vietnamesisch ) ist die größte Stadt und das wirtschaftliche Zentrum Vietnams. Unter ihrem alten Namen Saigon (), der weiterhin parallel zu Ho-Chi-Minh-Stadt verwendet wird, war sie bis zum April 1975 Hauptstadt der Republik Vietnam.

Die Nordvietnamesische Volksarmee besetzte im März/April 1975 Südvietnam und Ende April 1975 dessen Hauptstadt Saigon; damit endete der Vietnamkrieg (siehe unten). Saigon wurde 1976 nach dem nordvietnamesischen Staatschef Hồ Chí Minh (1890–1969) benannt.

Im Verwaltungsgebiet der Stadt lebten ca. 9,3 Millionen Einwohner (Stand: 2023). 2025 wurden im Rahmen einer Verwaltungsreform die beiden Provinzen Bình Dương und Bà Rịa-Vũng Tàu in das Stadtgebiet von Ho-Chi-Minh-Stadt eingegliedert. Dadurch entstand eine Megastadt mit mehr als 14 Millionen Einwohnern und einem ausgedehnten Hinterland.

Ho-Chi-Minh-Stadt hat außer der Kernstadt kein zusammenhängendes Stadtgebiet. Außerhalb des Kerns dominiert eine ländliche Siedlungsstruktur. Sie ähnelt einer kleinen, dicht besiedelten Provinz.

Die Stadt liegt nördlich des Mekong-Deltas auf dem rechten Ufer des Saigon-Flusses. Sie ist Industriestadt, Verkehrsknoten und Kulturzentrum mit Universitäten, Museen, Theatern, Kinos, Baudenkmälern und Parks.

Ho-Chi-Minh-Stadt erhielt seinen Namen im Jahre 1976, nachdem Nord- und Südvietnam wiedervereinigt worden waren. Der alte Name Saigon (vietnamesisch Sài Gòn) ist in Vietnam umgangssprachlich insbesondere für den städtisch geprägten Kern (1. Bezirk) der heute offiziell als Thành Phố Hồ Chí Minh bezeichneten Verwaltungseinheit nach wie vor in weitem Gebrauch. Auch im Ausland ist der alte Name Saigon noch in Verwendung.

Ursprünglich trug sie den Namen Prei Nokor (Khmer-Sprache: Dorf im Wald). Die Bezeichnung Sài Gòn ist eine Übersetzung dieses Namens ins Vietnamesische.

Als Abkürzung wird oft TP. HCM bzw. HCMC oder HCM City (vietnamesisch beziehungsweise englisch) verwendet.

Die Stadt erhielt ihren Namen nach Ho Chi Minh, welcher im September 1945 die Demokratische Republik Vietnam proklamiert und später die Führung des Landes als Staats- und Ministerpräsident übernommen hatte. Nach der Teilung Vietnams als Folge des Indochinakriegs 1954 wurde er Präsident der im Norden liegenden Demokratischen Republik Vietnam.

Die Stadt liegt etwas nördlich des Mekong-Deltas auf dem Westufer des Saigon-Flusses durchschnittlich 19 Meter über dem Meeresspiegel. Die Entfernung zum Südchinesischen Meer (vietnamesisch Ostmeer) beträgt rund 40 Kilometer. Das administrative Stadtgebiet hat eine Ausdehnung von 6773 Quadratkilometern.

Südlich der Stadt münden die Zwillingsflüsse des Mekong, auch Tiền Giang oder Sông Tiền („Oberer Mekong“) und Hậu Giang oder Sông Hậu („Unterer Mekong“) genannt, in das über 70.000 km² ausgedehnte Mekong-Delta verbreitert, in das Südchinesische Meer (in Vietnam: Ostmeer).

Die Stadt ist eine Gemeinde auf derselben Verwaltungsebene wie die Provinzen Vietnams und gliedert sich in 113 Stadtbezirke, 54 Gemeinden und 1 Sonderverwaltungszone (Stand 2025):

113 Stadtbezirke mit einer Fläche von 2023,6 km², die als städtische oder vorstädtische Verwaltungseinheiten bezeichnet werden (phường):

54 Gemeinden mit einer Fläche von 4682,001 km², die als ländliche Verwaltungseinheiten bezeichnet werden (xã):

Eine Sonderverwaltungszone mit einer Fläche von 75,8 km², die als Stadt auf kommunaler Ebene bezeichnet wird (đặc khu thuộc thành phố trực thuộc trung ương):

Chợ Lớn, der 5. Bezirk (Quận 5), ist die Chinatown von Ho-Chi-Minh-Stadt. Ursprünglich war Chợ Lớn – zu deutsch großer Markt – eine Stadt für sich selbst. Sie ist vor allem durch den hohen Zuzug von Flüchtlingen mit dem früheren Saigon verschmolzen. Sie wird von einer halben Million ethnischer Chinesen bewohnt. Die Chinesen und ihre Apotheken, Restaurants und Geschäfte dominieren das Viertel. Getreu dem Namen ist Chợ Lớn auch der Bezirk mit der meisten geschäftlichen Aktivität. Die Vorfahren der Bewohner sind aus verschiedenen Regionen Südchinas nach Vietnam eingewandert und haben ihre Dialekte und Sitten behalten. Es gibt eigene Tempel für die Leute, die aus Chaozhou abstammen, und eigene Tempel für jene aus Guangzhou.

Um 1900 herum war Chợ Lớn auch ein verruchtes Vergnügungsviertel, wo der Konsum von Opium nur eines der angebotenen Vergnügen war. Der britische Schriftsteller Graham Greene war unter den Besuchern. Seit den 1950er Jahren waren die verstopften Straßen Chợ Lớns ein ideales Versteck für Việt Minh und später die NLF, während nach der Wiedervereinigung mit Nordvietnam und speziell während des Krieges mit der Volksrepublik China 1979 die Chinesen einen großen Anteil der Boatpeople ausmachten. Chợ Lớn beherbergt auch die sehenswerte Quan Âm-Pagode und die Thien-Hau-Pagode.

Als Chợ Lớns Gemeinde der Fujian-Chinesen die Quan-Âm-Pagode an der Chau van Liem Ende des 19. Jahrhunderts errichtete, widmete sie den Tempel der Göttin der Barmherzigkeit. Im Zentrum der Haupthalle steht hingegen die heilige Mutter und himmlische Kaiserin A Pho hinter einem Altar, der entfernt an einen Grabstein erinnert. Der dahinter liegende Hof wird von einem ganzen Pantheon von Gottheiten bevölkert und lockt einen ständigen Strom von Gläubigen an. Am auffälligsten sind die beiden Statuen der Quan Âm – eine mit dem Rücken zu A Pho, die andere in würdevollem Dunkelgold.

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