An diesem Tag

Hillary Clinton

US-amerikanische Politikerin und ehemalige Außenministerin

Anúncio

Hillary Diane Rodham Clinton [ˈhɪləri daɪˈæn ˈrɒdəm ˈklɪntən] (* 26. Oktober 1947 in Chicago, Illinois, als Hillary Diane Rodham) ist eine US-amerikanische Politikerin der Demokratischen Partei und Autorin. Als Ehefrau von Bill Clinton, mit dem sie seit 1975 verheiratet ist, war sie von 1993 bis 2001 First Lady der Vereinigten Staaten. Im November 2000 wurde sie in den Senat gewählt, dem sie von 2001 bis 2009 für den Bundesstaat New York angehörte. Im Anschluss war Clinton bis 2013 Außenministerin der Vereinigten Staaten in der Regierung von Präsident Barack Obama. Zuvor hatte Obama sie in der parteiinternen Vorwahl um die Präsidentschaftskandidatur 2008 besiegt.

Zur Präsidentschaftswahl im November 2016 trat mit Hillary Clinton erstmals eine Frau für eine der beiden großen Parteien an. Trotz Vorsprungs der abgegebenen Stimmen unterlag sie jedoch im Electoral College (Wahlmännerkollegium) dem republikanischen Kandidaten Donald Trump.

Seit 2020 ist sie Kanzlerin der Queen’s University Belfast.

Hillary Diane Rodham wurde im Edgewater Hospital in Chicago als Tochter des Eigentümers der mittelständischen Textildruckerei Rodrik Fabrics, Hugh Ellsworth Rodham (1911–1993), und dessen Frau Dorothy Emma Howell (1919–2011) geboren. Sie wuchs in Park Ridge im Bundesstaat Illinois mit ihren beiden Brüdern Tony und Hugh in einer methodistisch orientierten Familie auf. Ihr Vater, ein überzeugter Republikaner, vertrat die Meinung, dass sich die Fähigkeiten seiner Tochter nicht auf ihre Geschlechterrolle beschränken sollten. Auch ihre demokratische Mutter wünschte Hillary eine unabhängige berufliche Karriere.

In ihrer Jugendzeit waren Hillary Rodham und ihre Familie aktive Mitglieder in der evangelisch-methodistischen Kirche, der First United Methodist Church. Der Jugendpfarrer der Gemeinde, Don Jones (1931–2009), prägte ihre Kindheit nachhaltig und nahm sie zu einer Rede des amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King mit. Auch als Erwachsene ist Clinton bekennendes Mitglied der United Methodist Church. Die Religionsjournalisten Kathryn Joyce und Jeff Sharlet berichteten 2007, Clinton habe in Washington an konservativen Gebetszirkeln mit Verbindung zur Geheimgruppe The Fellowship teilgenommen und sich kritisch gegenüber dem Einfluss des Social Gospel in ihrer Kirche geäußert. Nach der Eugene Field Elementary School besuchte sie von 1961 bis 1964 die Maine Township High School East, wo sie unter anderem in der Schülervertretung und in der Schülerzeitung tätig war und für die National Honor Society nominiert wurde.

Sie begann im Alter von 10 Jahren mit Ballett, spielte in einem Softballteam und nahm mit bescheidenem Erfolg Klavierunterricht. Zudem half sie in einem Tagesheim aus, war Babysitterin und unterrichtete in ihrem letzten High-School-Jahr als senior leader, eine Art Hilfslehrerin.

Später war sie ein junges Goldwater Girl, Wahlhelferin des erzkonservativen Republikaners Barry Goldwater, der 1964 vergeblich für die Präsidentschaft kandidierte. John F. Kennedys Ermordung am 22. November 1963 soll ihren Wunsch geweckt haben, Rechtswissenschaft zu studieren. Dass ihr als Frau die Teilnahme an einem Astronautentraining verweigert wurde, begründete laut ihren Memoiren ihr späteres Engagement gegen Frauendiskriminierung.

1965 schrieb sie sich am Wellesley College, einem der sogenannten Seven Sisters, ein, wo sie Politikwissenschaft mit dem Nebenfach Psychologie studierte. Auf Empfehlung der Politikdozentin Karin Fahlstrom, einer Absolventin des Smith College, und Janet Altmans, einer Absolventin des Wellesley College, soll sie dieses College gewählt haben.

Sie wurde zur Präsidentin der Jungen Republikaner gewählt, legte ihr Amt aber schon bald wegen Zweifeln an deren Haltung zum Vietnamkrieg nieder. In einem Brief an ihren damaligen Mentor, den Jugendpfarrer Don Jones, fragte die 18-jährige Rodham, ob es möglich sei, „dem Verstand nach konservativ, aber im Herzen linksliberal“ zu sein („can one be a mind conservative and a heart liberal?“) – eine Kombination, die nach Ansicht ihres Biographen Carl Bernstein auch die Haltung der späteren Politikerin treffend beschreibt.

Die Tet-Offensive in Südvietnam, der Rückzug von Lyndon B. Johnson aus der Präsidentschaftswahl und die Ermordung Robert Kennedys ließen sie zu einer aktiven Befürworterin der Anti-Kriegs-Kampagne von Eugene McCarthy werden. Im April 1968 wurde sie zur Präsidentin der Sorority für das folgende Jahr gewählt. Clinton bewarb sich für das Wellesley Internship Program in Washington, D.C. Studenten konnten in Behörden und Kongressbüros ein Praktikum absolvieren. Sie bekam von Alan Schechter, Professor in Politikwissenschaft, einen Platz bei der republikanischen Kongressfraktion zugewiesen. Clinton widersetzte sich vergeblich und meldete sich bei der Gruppe von Gerald Ford. Gegen Ende ihres Praktikums bat der Kongressabgeordnete Charles Goodell sie und vier weitere Praktikanten, ihn zum Parteikonvent der Republikaner 1968 in Miami zu begleiten, um Gouverneur Nelson Rockefeller bei der Nominierung der Präsidentschaftskandidatur zu unterstützen. Dort nahm sie in der Rockefeller-for-President-Suite des Fontainebleau Miami Beach Anrufe entgegen und übermittelte Botschaften zwischen den Stabsbüros. Rockefeller verlor die Wahl im Konvent, statt seiner wurde Richard Nixon nominiert.

In ihrem letzten Jahr in Wellesley schrieb sie eine 92 Seiten lange Bachelorarbeit über den amerikanischen Bürgerrechtler Saul David Alinsky, mit dem Titel: „There Is Only the Fight…“: An Analysis of the Alinsky Model. Clinton beschrieb Alinsky als eine „überzeugende Persönlichkeit“ mit einem „außergewöhnlichen Charme“.

1969 erlangte sie in Politikwissenschaften den Bachelor of Art mit Auszeichnung.

Am 31. Mai 1969 hielt Clinton beim Abschlussfest in Wellesley eine Festrede. Sie handelte von Integrität, Respekt und dem Vertrauen der Menschen untereinander. Das führte zu einem Fernsehinterview in einem örtlichen Sender in Chicago und einem Artikel über sie im Life Magazine. Im folgenden Sommerurlaub fuhr sie nach Alaska, wo sie im Denali-Nationalpark Teller wusch und eine befristete Anstellung in einer Lachsfabrik in Valdez hatte.

Hillary Clinton schrieb sich im Herbst 1969 an der Yale Law School in New Haven ein, um Rechtswissenschaft zu studieren, und wurde sogleich Mitglied der Redaktion des Yale Review of Law and Social Action. Hier machte sie den Schutz der Interessen von Kindern und Familien zu ihrem Anliegen und verband dabei soziales Engagement mit ihrer juristischen Karriere. Während ihres zweiten Jahres an der juristischen Fakultät wurde sie ehrenamtliche Mitarbeiterin des Yale Child Study Center, um mehr über die frühkindliche Entwicklung des Gehirns zu lernen. Sie nahm sich auch Fällen von Kindesmissbrauch im Yale–New Haven Hospital an.

1970 erhielt sie ein Stipendium und begann im Frühjahr desselben Jahres ihre Arbeit an dem von der amerikanischen Aktivistin für Kinderrechte und Kinderschutz Marian Wright Edelman ins Leben gerufenen Washington Research Project. Clinton gehörte im Sommer 1971 dem Unterausschuss für Arbeitsmigration unter dem Vorsitz von Walter Mondale an. Dort untersuchte sie die Probleme von Wanderarbeitern im Wohnungsbau, Hygiene, Gesundheit und Bildung. Hierzu befragte sie Arbeiter und deren Angehörige, um beurteilen zu können, unter welch großen Entbehrungen deren Kinder leiden müssen.

Die demokratische Politikberaterin Anne Wexler sowie einige andere Studenten der Yale Law School überzeugten sie davon, noch im selben Jahr bei der Senatswahl-Kampagne für den Lobbyisten Joseph Daniel Duffey mitzuarbeiten. Diese Arbeit bezeichnete Hillary Rodham Clinton später als ihren ersten Job in der Politik.

Im Frühjahr 1971 traf sie erstmals ihren späteren Mann Bill Clinton, ebenfalls Student der Yale Law School. Obwohl dieser ursprünglich nach Arkansas reisen wollte, um sich um ein öffentliches Amt zu bewerben, ging er im Sommer zusammen mit Hillary nach Oakland in Kalifornien. Dort arbeitete sie in einer kleinen Anwaltskanzlei (Treuhaft, Walker and Burnstein) und verbrachte dort ihre Zeit mit dem Verfassen von Anträgen und Schriftsätzen für Mel Burnstein, während Bill Clinton die Wahlkampagne von Senator George McGovern in den Südstaaten leitete. Im Sommer desselben Jahres kehrten sie als Paar nach New Haven zurück und mieteten sich im Erdgeschoss eines Hauses in der Edgewood Avenue ein. Mit dem akademischen Grad eines Juris Doctor beendete sie ihr Jurastudium. Sie blieb ein weiteres Jahr, um mit Bill zusammen zu sein, der ihr in jener Zeit einige Heiratsanträge gemacht haben soll, die sie allesamt zurückgewiesen habe. Geheiratet haben die beiden am 11. Oktober 1975.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Hillary Clinton | World in Stories