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Herztransplantation

Transplantation eines Herzens

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Eine Herztransplantation (abgekürzt HTX) ist die Verpflanzung eines Herzens von einem Organspender zu einem Empfänger.

Allgemein wird mit Herztransplantation die Organverpflanzung zwischen Menschen bezeichnet. Dabei wird das noch biologisch aktive Herz eines Organspenders einem Empfänger eingepflanzt. Die Feststellung des Hirntods wird von einem Ärztegremium getroffen, welches unabhängig vom transplantierenden Ärzteteam diese Diagnose stellt. Das Herz des Empfängers kann entweder entfernt (orthotopes Verfahren) oder im Körper belassen werden, um das Spenderherz zu unterstützen (heterotopes Verfahren).

Da eine Abstoßungsreaktion in jedem Falle unterdrückt werden muss, ist die Notwendigkeit einer Immunsuppression lebenslang gegeben.

Hierzu ist die Beobachtung der Immunreaktion von entscheidender Bedeutung, so dient zum Beispiel die Echokardiografie (Ultraschall des Herzens) als maßgebliche Beurteilungsmethode. Jüngere Forschung zeigt, dass in einer Blutprobe die Menge freier DNA (außerhalb von Zellen befindliche DNA) des Spenderorgans ansteigt, bevor die Echokardiografie Aufschluss geben kann. Im Langzeitverlauf wird als immunsuppressive Therapie meist eine Kombination

von Steroiden, Azathioprin und Cyclosporin A, gegebenenfalls zusätzlich initial von lytischen Antikörpern gegen T-Lymphozyten, eingesetzt.

Eine Herztransplantation ist ein tiefgreifender und mit erheblichen Risiken behafteter Eingriff, dessen Nutzen genau abgewogen werden muss. Bei einer deutschlandweiten Studie wurde festgestellt, dass die Transplantation nur für Patienten mit hohem Risiko statistisch von Vorteil war.

Die notwendige immunsuppressive Therapie birgt das Risiko von Entzündungen, weil das Immunsystem hierbei stark beeinträchtigt wird.

Einige Patienten sind nicht für eine Herztransplantation geeignet, vor allem wenn sie noch unter anderen (nicht das Herz betreffenden) Kreislauf-Beschwerden leiden. Folgende Umstände können die Komplikationsrate während der Operation erhöhen:

Nieren-, Lungen- oder Lebererkrankungen

insulinabhängiger Diabetes mit anderen Organ-Dysfunktionen

andere lebensbedrohende Krankheiten

Gefäßerkrankungen der Hals- und Beinarterien

erhöhter pulmonalvaskulärer Widerstand

Alter über 60 Jahre (verschiedene Angaben je nach Zentrum)

Alkohol- oder Drogenmissbrauch

Die 5-Jahres-Überlebensrate betrug 2008 70–80 %.

Die erste tierexperimentelle Herztransplantation fand 1905 in Wien an einem Hund statt, dem durch Alexis Carrel ein Hundeherz in die Halsregion eingepflanzt wurde. Bei den folgenden Experimenten konnten die Herzen bis 21 Stunden schlagen, bevor sie – meist infolge der Ausbildung intrakavitärer Thrombosen – ihre Funktion einstellten. Im gleichen Jahr war in einer US-amerikanischen Zeitung zu lesen, dass ein Mann namens A. Durr zwei Herzen im Körper hatte und diese nach seinem Tode dem Meistbietenden verkaufen wolle. Angebote, bereits zu Lebzeiten eines der Herzen zu verkaufen, lehnte er hingegen ab. Die Methode Carrels wurde 1933 von Frank C. Mann und seinen Mitarbeitern an der Mayo-Klinik übernommen und verbessert, unter anderem, indem eine Durchblutung der Herzkranzgefäße des Spenderherzens als sogenannte „Viviperfusion“ durchgeführt wurde. Damit konnte ein transplantiertes Herz acht Tage überleben, bevor es durch Abstoßung oder Infektion seine Funktion einbüßte. Eine Forschergruppe um Demichow in Moskau erreichte 1959 im Tierversuch eine Überlebenszeit des intrathorakal eingepflanzten Spendertransplantats von 32 Tagen. Von Richard R. Lower und Norman E. Shumway wurde 1960 die orthotope Herztransplantation nach der Goldberg-Technik tierexperimentell ausgebaut.

Im Jahr 1964 verpflanzte James D. Hardy das Herz eines Schimpansen in einen komatösen Patienten, in dem es rund eine Stunde schlug. Die weltweit erste erfolgreiche kurative Herztransplantation am Menschen vollführte am 3. Dezember 1967 Christiaan Barnard im Groote Schuur Hospital in Kapstadt. Die gefäßchirurgische Ausführung der Herztransplantation entsprach der von Ernst Jeger (1884–1915), einem Schüler Alexis Carrels, 1913 in Die Chirurgie der Blutgefäße und des Herzens beschriebenen Technik. Inwieweit vor Barnards Operation außerdem der Assistent bei Transplantationen im Tierversuch Hamilton Naki involviert war, ist umstritten. In der Vergangenheit gab es einige Pressemitteilungen, die Naki eine entscheidende Rolle zuschreiben, die in der Apartheid wegen seiner Hautfarbe jedoch totgeschwiegen worden war. Allerdings mussten viele dieser Mitteilungen revidiert werden. Der Patient Louis Washkansky erlag jedoch 18 Tage nach der Operation einer Pneumonie. Der Eingriff löste ein immenses weltweites Medienecho mit teilweise sehr kontroversen Debatten aus. Washkansky wurde dabei fast ständig mit vollem Namen erwähnt – auch mit Spitznamen wie „Washy“ – und in früheren und aktuellen Bildern gezeigt. Der Medienhype veranlasste 1972 Eckart Roloff, in seiner Dissertation über die Presseberichterstattung zu Herzverpflanzungen von der „publizistischen Entdeckung des Patienten“ zu sprechen.

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