An diesem Tag

Hermann Burmeister

Deutsch-argentinischer Naturwissenschaftler (1807–1892)

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Carl Hermann Conrad Burmeister, auch Carlos Germán Conrado Burmeister (* 15. Januar 1807 in Stralsund; † 2. Mai 1892 in Buenos Aires) war ein deutscher Naturwissenschaftler. Er arbeitete als Geograph, Geologe, Botaniker, Ornithologe, Meeresbiologe, Entomologe, Zoologe, Paläontologe und Meteorologe und veröffentlichte fast 300 wissenschaftliche Arbeiten.

In Argentinien erwarb er sich Anerkennung und einen ähnlichen Ruf wie Alexander von Humboldt, mit dem er befreundet war. Er war in Buenos Aires Direktor des Museo Argentino de Ciencias Naturales Bernardino Rivadavia. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Burmeist.“

Carl Hermann Conrad (spätere Schriftweise auch Karl Hermann Konrad, überwiegend nur Hermann Burmeister) kam als erstes Kind seiner Eltern Christian Hermann Burmeister (* 1. Februar 1766; † 7. Dezember 1824) und Wilhelmine Christine Burmeister, geb. Freund (* 3. März 1789) im damals zu Schwedisch-Pommern gehörenden Stralsund an deren erstem Hochzeitstag zur Welt und wurde am 30. Januar 1807 in der Marienkirche getauft. Sein Vater war als Beamter im schwedischen Zolldienst beschäftigt. Die Familie wohnte in der Böttcherstraße 9.

Sein Vater hatte für seinen Erstgeborenen den Beruf eines Kaufmanns vorgesehen. Hermann Burmeister besuchte die Schule in seiner Heimatstadt am Strelasund und ging ab 29. September 1813 auf das dortige Sundische Gymnasium. Sein Lehrer in der Quarta, Ferdinand Hasenbalg, hatte besonderen Anteil an der Gestaltung des Naturalienkabinetts des Gymnasiums (er steuerte dazu eine umfangreiche Käfersammlung bei) und damit wohl auch auf Hermann Burmeisters späteren Berufsweg. Seine Lehrer, darunter der Rektor Johann Ernst Nizze, unterstützten ihn in seinem Bestreben, Medizin zu studieren und seiner Neigung zum Sammeln von Insekten nachzugehen. Hermann Burmeister hatte mit dem Stralsunder Senator und Entomologen David Heinrich Schneider einen herausragenden Mentor, dem er später im Vorwort zu seinem Handbuch der Entomologie großen Einfluss zuschrieb: „Mit Linnés Systematik in den ersten Jahren meines entomologischen Treibens beschäftigt, lernte ich demnächst an der Hand des würdigen Senators D. H. Schneider, bekannt durch die Herausgabe eines entomologischen Magazins, das Gebäude des großen Gründers der Entomologie verstehen und würdigen ….“

Im April 1825 untersuchte er Teile eines 1825 vor Rügen gestrandeten Finnwals.

Nachdem sein Vater am 7. Dezember 1824 gestorben war, lebten Hermann Burmeister und seine Familie in ärmlichen Verhältnissen. Kurze Zeit vor seinem Abschluss des Gymnasiums geriet er zusammen mit anderen Mitschülern im Juni 1825 in einen offenen Konflikt mit dem gerade zum Rektor ernannten Karl Kirchner. Ihm sagte er in späteren Notizen nach, „alle seine Schüler werden Maschinen, somit gar nichts als höchstens Bücherwürmer, nicht geistvolle Köpfe und Menschen.“ Er verließ das Gymnasium und legte das Abitur als Externer in Greifswald ab. Im Januar 1826 wurde er an der Greifswalder Universität immatrikuliert und studierte Naturwissenschaften und Medizin. Im Wintersemester 1825/26 wurde er Mitglied der Alten Greifswalder Burschenschaft. Sein Hauptinteresse galt der Entomologie, daher wechselte er 1827 an die Universität Halle-Wittenberg, wo er am 12. Mai immatrikuliert wurde. Dort wurde er 1827 Mitglied der Alten Halleschen Burschenschaft Germania. Burmeister wurde am 4. November 1829 mit dem Thema De Insectorum systemate naturali zum Dr. med. und am 19. Dezember 1827 mit dem Thema Allgemeine Schilderung des Baues der Fische zum Dr. phil. promoviert.

Leben und Wirken in Deutschland

Nach dem Studium ging Burmeister für kurze Zeit nach Stralsund zurück, wo er seine Mutter unterstützte. Im Mai 1830 wurde er für ein Jahr im Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiment im schlesischen Grünberg als Militärchirurg und in Berlin eingesetzt. Sein Wunsch, als Militärarzt in Niederländisch-Indien eingesetzt zu werden, erfüllte sich nicht, und er gab die Ausübung der praktischen Medizin auf und widmete sich fortan ganz den Naturwissenschaften. Ab 1831 war er als Naturgeschichtslehrer am Berliner Joachimsthaler Gymnasium tätig. Hier stand er auch in enger Beziehung zu Alexander von Humboldt. Er begann hier mit den Arbeiten am Handbuch der Entomologie, dessen erster Band 1832 erschien. In diesem Jahr wurde Burmeister Oberlehrer am Köllnischen Realgymnasium; 1834 habilitierte er sich und wurde Privatdozent.

In Burmeisters Zeit in Berlin fallen einige bedeutende Erscheinungen wie der Grundriss der Naturgeschichte (1833) und das Handbuch der Naturgeschichte (1837).

Als 1837 sein Hallenser Lehrer Christian Ludwig Nitzsch starb, nahm Burmeister die Berufung zum Extraordinarius an der Universität Halle-Wittenberg am 16. November 1837 an. Er übernahm in Halle auch die Leitung des an der Universität eingerichteten Museums. So baute er neben seiner erfolgreichen und beliebten Lehrtätigkeit die Sammlungen des Museums aus und legte Säle an für Säugetiere, Amphibien, Vögel, Fische und Conchylien. Seine private Insektensammlung brachte er in die Bestände des Museums ein.

1842 wurde Hermann Burmeister zum ordentlichen Professor berufen. Ein Jahr später erschien sein Werk zur Entstehungsgeschichte der Natur mit dem Titel Geschichte der Schöpfung. 1849 wurde er als Vertreter der „äußersten Linken“, wie die Allgemeine Deutsche Biographie berichtet, für den Wahlkreis Liegnitz in das Preußische Abgeordnetenhaus gewählt. Unzufrieden mit der politischen Entwicklung, zog er sich 1850 aus der Politik zurück.

Mit der Unterstützung Alexander von Humboldts, der 1804 seine eigene Reise durch Mittel- und Südamerika abbrechen musste, konnte Burmeister in den Jahren 1850 bis 1852 eine ausgedehnte Forschungsreise durch die Provinzen Rio de Janeiro und Minas Gerais in Brasilien unternehmen, von der er mit einer großen wissenschaftlichen Ausbeute am 6. April 1852 nach Halle zurückkehrte. Er unternahm während seiner Hallenser Zeit weitere Reisen nach Italien (1854, 1855) und Südamerika. Hatte er von seiner ersten Südamerikareise 800 Vögel, 200 Vogeleier, 90 Amphibien, 70 Säugetiere und 8.000 Insekten mitgebracht, waren es bei seiner zweiten Südamerikareise etwa 116.000 Objekte, darunter 100.000 Insekten.

Bei seiner Rückkehr nach Halle musste Burmeister feststellen, dass ihm kaum Anerkennung zuteilwurde. Da nach ministeriellem Erlass den Medizinstudenten die Teilnahme an den naturwissenschaftlichen Vorlesungen freigestellt war, blieben seine Vorlesungen nahezu leer. Burmeister hatte während seiner letzten Reise erfahren, dass Argentinien das Museo Público ausbauen wollte und dass der Franzose Auguste Bravard (1803–1861) das Angebot zur Übernahme der Leitung des Museums abgelehnt hatte. Somit war diese Stelle frei, und Burmeister bot sich selbst über den preußischen Gesandten in Buenos Aires, Freiherrn Friedrich von Gülich, dem argentinischen Unterrichtsminister Domingo Faustino Sarmiento an. Dieser bot ihm sofort den Posten an. Er demissierte von der Universität Halle am 13. Mai 1861. „Sein“ Museum übergab er an Ernst Ludwig Taschenberg und Christian Gottfried Giebel.

Burmeister reiste im Juli 1861 mit Ziel Argentinien ab und traf am 1. November 1861 in Buenos Aires ein.

Leben und Wirken in Argentinien

Bei seiner Ankunft in Argentinien war der Bürgerkrieg noch in vollem Gange. Die Provinz Buenos Aires war aus den konföderierten Provinzen ausgeschieden. Domingo Faustino Sarmiento, der zwischenzeitlich Ministerpräsident gewesen war, war nicht mehr im Amt, sein Nachfolger erkannte die Berufung Burmeisters nicht an. Erst dessen Nachfolger Eduardo Costa unterzeichnete am 21. Februar 1862 die Ernennungsurkunde. Burmeister war nun Generaldirektor des Museo Público.

Burmeister gestaltete das Museum zu einem Institut von nationaler Bedeutung. Noch in seinem Buch Reise durch die La Plata-Staaten von 1861 hatte er über seine Eindrücke vom Museum im Jahr 1857 bemerkt, dass dieses „noch ziemlich unbedeutend“ sei. „Eine geschickte Verwandlung könnte daraus in wenigen Jahren eine Anstalt ersten Ranges machen.“ 1864 gab er den ersten Band der Museumszeitschrift Anales del Museo Público de Buenos Aires heraus, die schnell internationales Renommee erlangte. Im selben Jahr initiierte er die Gründung der Paläontologischen Gesellschaft.

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