Herbert O. Zinell (* 17. Juni 1951 in Schramberg, Landkreis Rottweil) ist ein deutscher Politiker der SPD. Er war von 1990 bis 2011 Oberbürgermeister der Stadt Schramberg und vom 13. Mai 2011 bis Mai 2016 als Ministerialdirektor Amtschef im Innenministerium von Baden-Württemberg. Seit dem Studienjahr 2017/18 ist Zinell Lehrbeauftragter der Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl.
Herbert Zinell wuchs in Schramberg auf, wo er nach dem Besuch der Grundschule die Haupt- und Realschule besuchte. Im Jahr 1968 trat er in die SPD ein und begann in diesem Jahr auch eine Verwaltungsausbildung im Rathaus von Aichhalden, die er 1971 beendete. Danach schloss er ein Studium an der Fachhochschule Kehl an, das er 1973 mit der Staatsprüfung für den gehobenen Verwaltungsdienst abschloss. Anschließend folgte ein Studium der Rechtswissenschaften und Soziologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, das er 1978 mit dem Ersten Staatsexamen beendete. Nach dem Zivildienst 1978/79 bis 1979 absolvierte er ab 1980 sein Referendariat im baden-württembergischen Justizdienst. 1982 folgte das Zweite Staatsexamen.
In den Jahren 1982 bis 1990 arbeitete Zinell als Rechtsanwalt und wurde 1984 in den Gemeinderat von Schramberg gewählt, wo er bis 1990 Vorsitzender der SPD-Fraktion war. 1986 promovierte er an der Universität Konstanz mit einer Arbeit über die Rechtsstellung des Unternehmers im Wasserwirtschaftsrecht.
Bei der Schramberger Oberbürgermeisterwahl 1990 trat er für die SPD gegen den CDU-Amtsinhaber Bernd Reichert an und setzte sich bei der Wahl am 9. September durch. In den Jahren 1998 und 2006 wurde er jeweils im Amt bestätigt. Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2011 erhielt Zinell das Angebot, als Ministerialdirektor in das von Reinhold Gall (SPD) geführte Innenministerium zu wechseln. Bei seiner Verabschiedung als Oberbürgermeister von Schramberg am 2. Juli 2011 wurde Zinell zum Ehrenbürger ernannt. Das Amt des Ministerialdirektors und Amtschefs hatte er bis 2016 inne. Ihm folgte Julian Würtenberger nach.
Im April 2013 ernannte ihn die Hochschule für Verwaltung in Kehl zum Ehrensenator. Seit 1. Januar 2014 ist Zinell Mitherausgeber der Fachzeitschrift „Verwaltungsblätter für Baden-Württemberg“ (Boorberg – Verlag).
Seit 2024 ist er stellvertretender Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Juristinnen und Juristen Baden-Württemberg (ASJ).
Herbert Zinell ist verheiratet.
Die Rechtsstellung des Unternehmers als Antragsteller im Verhältnis zur Allgemeinheit im Recht der Wasserwirtschaft, 1. Auflage, Konstanz, Hartung-Gorre, 1986
Das Gesellschaftsmodell des Grundgesetzes und die kommunale Wirklichkeit, "Spezialisten für Zusammenhänge", in: BWGZ 8/1996.
Rechtsproblem bei der Vergabe von Wohnungsbaugrundstücken durch den Ortschaftsrat, In: Verwaltungsblätter für Baden-Württemberg, Stuttgart, Boorberg, ISSN 0720-2407, Bd. 19 (1998), 7, S. 254–257
Personalauswahl und Gemeinderat, In: Verwaltungsblätter für Baden-Württemberg, Stuttgart, Boorberg, ISSN 0720-2407, Bd. 20 (1999), 10, S. 361–363
Rechtsprobleme bei der Vereinbarung eines gemarkungsüberschreitenden interkommunalen Gewerbe- oder Industriegebietes, In: Verwaltungsblätter für Baden-Württemberg, Stuttgart, Boorberg, ISSN 0720-2407, Bd. 23 (2002), 2, S. 49–51
„Die Zukunft der Sportvereine“ Ehrenamt ade – oder Renaissance des Ehrenamtes ? Die Gemeinde – BWGZ 13/2004 vom 15. Juli 2004 „Die deutsche Vereinsmeierei stirbt langsam und leise“ Zwischen Krise des Ehrenamtes und Renaissance der Vereine, SGK Aktuell, 1/2004 (März), S. 12 ff.
Die freiwillige Eingemeindung von Tennenbronn als „letztes Mittel“ der interkommunalen Zusammenarbeit, BWGZ 2006, 681 ff. (Mitschnitt des frei gehaltenen Vortrages beim 7. Kommunalforum des Gemeindetages Baden-Württemberg – vgl. Vorträge 2006)
Perspektive Bürgergesellschaft Referat beim 17. Kehler Forum am 19. Januar 2012 in Verwaltungsblätter Baden-Württemberg 2012, S. 171 ff.
Open Data für die Bürgergesellschaft: Regierungshandeln transparent: Daten-Portal in Baden-Württemberg, Aufsatz in Publicus, Der Online-Spiegel für das Öffentliche Recht 2012.7 S. 18f.
Migrationsrecht nach dem Regierungswechsel in Baden-Württemberg – Überwindung eines verengten Integrationsverständnisses? in Barwig/Beichel-Benedetti/Brinkmann (Hrsg.), Solidarität, Hohenheimer Tage zum Ausländerrecht 2012
Buchbesprechung: Braun/Geisler (Hrsg.), Die verstimmte Demokratie – Moderne Volksherrschaft zwischen Aufbruch und Frustration, 2012, in: Verwaltungsblätter für Baden-Württemberg, 2013, S. 159 f.