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Herbert Volwahsen

Deutscher Bildhauer (1906-1988)

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Herbert Volwahsen (* 11. Oktober 1906 in Skorischau, Niederschlesien; † 23. März 1988 in Murnau am Staffelsee) war ein deutscher Bildhauer und Hochschullehrer.

Volwahsen absolvierte das Maria-Magdalenen-Gymnasiums in Breslau und von 1922 bis 1925 eine Ausbildung an der Holzschnitzschule Bad Warmbrunn. Von 1925 bis 1931 studierte an der Kunstakademie Dresden Bildhauerei bei Karl Albiker und Rudolf Born. Von 1929 an war er Meisterschüler bei Karl Albiker. Während des Studiums arbeitete er in verschiedenen Ateliers, nach dem Abschluss als freischaffender Künstler in Dresden.

Neben seiner bildhauerischen Tätigkeit interessierte er sich auch für Ausdruckstanz. Er kam in Kontakt mit den Ausdruckstänzerinnen Mary Wigman und deren Schülerin Gret Palucca, die 1925 ihre eigene Tanzschule in Dresden gründete. Die Fotografien der Ausdruckstänze von Volwahsen zeigen den Blick des Bildhauers auf die Tanzfiguren, und die Formensprache findet ihren Niederschlag in einigen Skulpturen. Durch die Beschäftigung mit dem Ausdruckstanz erhalten die Plastiken Volwahsens Dynamik und innere Bewegung.

1933 erhielt er den Ilgen-Kulturpreis des Landes Sachsen für die Skulptur Die Geblendete. Wenige Monate nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten bekannte er sich im Juni 1933 öffentlich zum nationalsozialistischen Kunstverständnis. Er war Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Für diese Zeit ist seine Teilnahme an mindestens acht großen Gruppenausstellungen sicher belegt, darunter 1940, 1941, 1943 und 1944 die Große Deutsche Kunstausstellung in München. Auf der „Luftwaffen-Ausstellung Kunst der Front“, die vom 11. bis 25. Oktober 1941 in Brüssel stattfand, war er mit insgesamt 13 Büsten und Standbildern vertreten, unter ihnen die Büsten der Flieger Wilhelm Wimmer und Werner Mölders, die er später auch in München zeigte.

Er schuf neben freien Arbeiten auch zahlreiche Auftragswerke, vor allem in Kirchen im Rheinland, in Sachsen und in Berlin. Von 1935 bis 1953 hatte er sein Atelier im Künstlerhaus Dresden-Loschwitz. Dort nahmen u. a. Hermann Naumann und Ursula Naumann bei ihm Unterricht. Seine Wohnadresse war Plattleithe 18a.

1946 organisierte Volwahsen zusammen mit Will Grohmann, Josef Hegenbarth, Karl Hofer und Max Pechstein die erste Allgemeine Deutsche Kunstausstellung, die von August bis Oktober in Dresden stattfand. Auf dieser Ausstellung wurden zum ersten Mal nach dem Krieg die von den Nationalsozialisten verfemten Kunstwerke vom Expressionismus bis zur Abstraktion gezeigt. Volwahsen setzte sich in diesen Jahren intensiv für die Belange der Künstler in Dresden ein, so war er von 1945 bis 1946 Präsident der Landeskammer der bildenden Künste Sachsens, bis diese in die Gewerkschaft FDGB überführt wurde.

Zwischen 1946 und 1948 entstand das Großrelief „Passion“ für den Gertraudenfriedhof in Halle (Saale). Unter dem Eindruck einer Begegnung mit ausgemergelten KZ-Häftlingen und des Bombenangriffs auf Dresden, den er von Loschwitz aus miterlebte, schuf Volwahsen das fünf Meter lange Werk.

Nach der Verleihung des Kunstpreises der Stadt Köln im Jahr 1952 an Volwahsen und Bernhard Heiliger, Ernst Wilhelm Nay und Georg Meistermann entstand der Entschluss zur Flucht aus der DDR in den Westen, da Volwahsen sich nicht in der Lage sah, in Ostdeutschland seine künstlerische Arbeit ungehindert fortzusetzen. Er ging 1953 zuerst mit seiner Familie nach Uffing am Staffelsee. Ende 1955 zog er nach Bielefeld um, wo er 1956 als Fachbereichsleiter für Plastik an die Werkkunstschule berufen wurde. 1964 wurde er Professor an der Fachhochschule Dortmund. Nach dem Ende seiner Lehrtätigkeit zog er 1972 nach Murnau am Staffelsee in sein Atelierhaus. Hier entstanden vor allem Porträts und kleinerformatige Arbeiten, aber auch größere Plastiken wie die Aria.

Seiner ersten Ehe mit Anne Volwahsen geb. Rose entstammen die Kinder Barbara Wishy, Catherine Philippon und Andreas Volwahsen, der zweiten Ehe mit Dorothee Volwahsen geb. Weber der Sohn Veit Volwahsen.

Skulpturen im öffentlichen Raum

1946–1948: Relief Passion, Kalkstein, auf dem Gertraudenfriedhof in Halle (Saale)

1956: Brunnen vor dem Fernmeldeamt Hannover, Muschelkalk, genannt „Postbrunnen“

1958: Mahnmal für die Toten der Kriege, Bronze, in Werther (Westfalen)

um 1960: Bauplastik Der fliegende Engel und Bronze-Kruzifix in der Evangeliumskirche in Gütersloh

1960: Die Fußwaschende, Bronze, in der Innenstadt von Gütersloh

1960: Die Schreitende, im Innenhof des Landeshauses in Münster

1963: Merkurbrunnen in Bielefeld

1966: Nach der Flucht, Espelkamp

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