An diesem Tag

Herbert Scherer

Deutscher Philologe, Gymnasiallehrer, WSC-Funktionär und Studentenhistoriker

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Herbert Scherer (* 3. März 1929 in Bayreuth; † 30. Mai 2018) war ein deutscher Gymnasiallehrer und Studentenhistoriker.

Nach dem Abitur an der Oberrealschule Bayreuth studierte Scherer Philologie, Geschichte, Germanistik und Anglistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Als Werkstudent arbeitete er bei einem Dachdecker, in einer Gärtnerei und in einer Spinnerei. Das Referendariat durchlief er am Albert-Einstein-Gymnasium München und in Wunsiedel, Starnberg und Ingolstadt. Nach Schuldienst in Wunsiedel war er von 1965 bis 1973 Lehrer an der Deutschen Schule Casilla in Quito und Schulleiter (1967–1973) der Deutschen Humboldtschule Guayaquil. Sein Engagement bei der Entwicklung der Schule wurde in Fachkreisen hoch gelobt.

Danach leitete er als Oberstudiendirektor ab 1973 über 20 Jahre das Gymnasium Pegnitz. In seine Amtszeit als Schulleiter fielen 1978–1979 der Bau des großen Erweiterungsbaus (heutiger Neubau) mit Fach- und Kollegstufenräumen, Bibliothek, neuen Klassenzimmern und Zweifachturnhalle; 1986 die Einweihung des Sportgeländes oberhalb der Schule und 1993 die Erhebung des Gymnasiums in den Stand einer anerkannten UNESCO-Projektschule. Mehrere Jahre war er Referent und Lehrgangsleiter an der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen an der Donau.

Er war seit 1965 Mitglied der CSU. Er lebte als Pensionär in Pegnitz und schrieb unter anderem für die Nordbayerischen Nachrichten.

Als Mitglied der Bayreuther Schülerverbindung Abituria fand Scherer zum Corps Cisaria, in dem er am 28. November 1949 aktiv wurde. Am 30. Juni 1950 focht er seine erste Mensur auf dem seit 1935 ersten Bestimmtag seines Corps. Am 13. Juli 1950 recipiert, war er 1951 bei Cisarias 100. Stiftungsfest Senior. 1952/53 war er der erste Vorortsprecher des restituierten Weinheimer Senioren-Convents (WSC). Er verfocht in der Nachkriegszeit einen Deutschen Senioren-Convent. Als er sich nicht durchsetzen ließ, unterzeichnete er als Mitglied der Kartellkommission von WSC und KSCV 1954 den zweiten Kartellvertrag der beiden Verbände.

Seit 1959 Alter Herr, war er von 1960 bis 1963 2. Vorsitzender des Weinheimer Verbandes Alter Corpsstudenten, danach zwei Jahre Schriftleiter der Verbandszeitung Die Wachenburg. Er initiierte die Akademie Weinheim Seminar (KWS) und die Historische Kommission des WSC. Nachdem er 2001 beim 150. Stiftungsfest seines Corps noch die Festrede gehalten hatte, legte er 2004 das Cisarenband nieder.

Stellvertretender Vorsitzender des Verbands Deutscher Lehrer im Ausland

Sprecher der Öffentlichen Internatsschulen Bayern

6 Jahre Vorsitzender (1980–1986) und Ehrenpräsident der Volkshochschule Pegnitz

Nationaler Verdienstorden von Ecuador (1971)

Orden für Verdienste um das Erziehungswesen in Ecuador 1. Klasse (Condecoración al Mérito Educacional de Primera Clase)

Alexander von Humboldt-Medaille in Silber

Verdienstmedaille des Landkreises Bayreuth und des Bezirks Oberfranken in Silber

Goldene Bürgermedaille Pegnitz

Verdienstkreuz am Bande (16. August 1994)

Es kend scho so saa – aa wenns net so is. Wähnen und Wirken in Pegnitz. Volkshochschule, Pegnitz 1989 (52 S.)

Studentengeschichtliche Beiträge

Die WSC-Corps in der Verbotszeit (1933–1945). In: Einst und Jetzt, Jahrbuch des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung, Bd. 5 (1960), S. 82–93.

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