An diesem Tag

Herbert Hoover

31. Präsident der Vereinigten Staaten (1874–1964)

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Herbert Clark Hoover (* 10. August 1874 in West Branch, Iowa; † 20. Oktober 1964 in New York City, New York) war ein amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei und von 1929 bis 1933 der 31. Präsident der Vereinigten Staaten.

Als Bergbauingenieur und Unternehmer wohlhabend geworden, gründete er zu Beginn des Ersten Weltkriegs die Kommission für das Belgische Hilfswerk und wurde bald darauf von Woodrow Wilson zum Leiter der United States Food Administration berufen, womit erhebliche exekutive Vollmachten verbunden waren. Nach dem Krieg unterstützte er mit der American Relief Administration den Wiederaufbau und die Lebensmittelversorgung in Europa. Im Jahr 1921 wurde er Handelsminister unter Warren G. Harding und später Calvin Coolidge.

Nach seinem Sieg bei der Präsidentschaftswahl 1928 waren mit seinem Amtsantritt optimistische Erwartungen verbunden. Mit dem Einsetzen der Weltwirtschaftskrise, die in Amerika zur Great Depression und Massenverelendung führte, und seinen als mitleidlos wahrgenommenen politischen Gegenmaßnahmen sank seine Popularität rapide, so dass er bei der Präsidentschaftswahl 1932 gegen Franklin D. Roosevelt keine Chance hatte. Er schied als einer der unbeliebtesten Präsidenten der amerikanischen Geschichte aus dem Amt.

Nach seiner Präsidentschaft engagierte er sich wieder in der Lebensmittelhilfe und war unter anderem maßgeblich an der Einführung der Hoover-Speisung und Gründung der UNICEF beteiligt.

Herbert Hoover kam in West Branch, Iowa zur Welt. Seine Vorfahren waren seit sechs Generationen Quäker und hatten überwiegend britische und zu einem Teil Schweizer Wurzeln. In der Mitte des 18. Jahrhunderts waren sie aus unterschiedlichen Gründen in die Dreizehn Kolonien ausgewandert. Der Vater Jessie Clark Hoover (1846–1880) stammte aus dem Miami County, Ohio und hatte laut David Burner englische, deutsche und schweizerische Vorfahren, die den ursprünglichen Namen Huber getragen hatten. William E. Leuchtenburg führt in seiner Biographie Hoovers dessen Vater als Nachfahren einer Schweizer Familie. Die Mutter, geborene Huldah Randall Minthorn (1848–1884) kam aus einer Quäker-Siedlung in der Provinz Kanada und hatte englische Vorfahren. Hoover hatte einen älteren Bruder, Theodor, und eine jüngere Schwester, Mary. Als der Vater seine Schmiede verkaufte und einen Laden für landwirtschaftlichen Bedarf eröffnete, hatte er damit geschäftlichen Erfolg, bezog mit seiner Familie ein größeres Haus und wurde in den Stadtrat gewählt. Als Hoover sechs Jahre alt war, starb sein Vater an Typhus. 1884 erlag seine Mutter Huldah einer Lungenentzündung, in der Folge wurde er von unterschiedlichen Verwandten aufgenommen. 1885 kam er schließlich zu seinem Onkel John Minthorn nach Newberg, Oregon. Dort besuchte Hoover die Friends Pacific Academy, die heutige George Fox University, deren Leiter und Begründer sein Onkel war. 1888 verließ Hoover die Schule, um Minthorn zu unterstützen, der nun als Grundstücksmakler in Salem arbeitete und den Geschäftssinn seines Neffen früh erkannte. Abends besuchte er ein Business College, wo er Mathematik lernte.

Durch eine zufällige Begegnung mit einem Bergbauingenieur erwachte Hoovers Interesse an einem derartigen Studium an der neu gegründeten Leland Stanford University. Obwohl er die Highschool nicht abgeschlossen hatte und durch die Aufnahmeprüfung fiel, wurde er vorbehaltlich einer erfolgreichen Testwiederholung als jüngster Student für den ersten Jahrgang der Universität zugelassen. Hoover finanzierte seine akademische Ausbildung mit Gelegenheitsarbeiten. Noch als Freshman lernte er den Leiter des Geologischen Instituts John Casper Branner kennen, für den er in der Folge arbeitete. Unter anderem kartierte Hoover geologische Aufschlüsse und unterstützte Branner beim Erstellen einer Reliefkarte von Arkansas für die Chicago World’s Fair, die mit einem Preis ausgezeichnet wurde. Mit Waldemar Lindgren war er für das United States Geological Survey in der Wüste von Nevada und der Sierra Nevada tätig. In den späteren Semestern wurde er zur Führungsperson der barbarians, die Außenseiter wie ihn als Mitglied hatten, und trat mit ihnen bei den Campuswahlen gegen die elitären griechischen Fraternities und Sororities an. Außerdem wurde Hoover Hauptverantwortlicher für die Finanzen der Baseball- und American Footballmannschaft der Universität sowie zum Kassenwart seines Semesters gewählt. Im vierten und letzten Jahr seines Studiums lernte er in Stanford seine spätere Gattin, die Bankierstochter Lou Henry kennen, die dort ihr Geologiestudium begann. Da er immer noch weitgehend mittellos war, stellte er ihr keinen Heiratsantrag.

Nach dem Studium im Jahr 1895 arbeitete er erst als einfacher Arbeiter in einer Goldmine, später als Kopist und dann in der leitenden Verwaltung und Inspektion neuer Minen und Abbaugebiete im New-Mexico-Territorium und Colorado. Um für das renommierte Londoner Unternehmen Bewick, Moreing & Co arbeiten zu können, welches einen mindestens 35-jährigen Ingenieur für Minenerkundung in Australien suchte, ließ sich Hoover einen Bart wachsen, um älter auszusehen, bauschte seine Qualifikationen auf und stellte sich in London erfolgreich Charles Algernon Moreing vor.

Trotz der harten klimatischen Bedingungen und strapaziösen Wüstentouren zu entlegenen Minen ging Hoover in dieser neuen Tätigkeit auf. Als die ergiebigste Mine, welche Hoover empfahl, stellte sich die Sons of Gwalia heraus. Hoover wurde zum Manager dieser und sieben weiterer Bergwerke. Als Vorgesetzter ordnete er alles der Wirtschaftlichkeit unter, lehnte Mindestlohn ab und entließ bei besonderen Gehaltsforderungen zum Beispiel für Sonntagsarbeit die entsprechenden Mitarbeiter. Im Herbst 1898 erhielt Hoover, der bereits zum Juniorpartner bei Bewick, Moreing & Co aufgestiegen war, das lukrative Angebot, in China ausgedehnte Erkundungs- und Minenarbeiten zu beaufsichtigen. Finanziell nun abgesichert, heiratete er am 10. Februar 1899 in Monterey Lou Henry nach römischem Ritus, weil es kein Meeting House in der Nähe gab. Aus der Ehe gingen die zwei Söhne Herbert Jr. und Allan hervor.

Während des Boxeraufstands im Jahr 1900 erlebten die Hoovers in Tianjin die Belagerung ihrer ausländischen Enklave. Hoover hielt sich im Hintergrund und organisierte die Nahrungsmittelversorgung und Instandhaltung der Barrikaden, was ihm später von politischen Gegnern als Feigheit vorgeworfen wurde. Nach der Befreiung durch die Allianz der Vereinigten acht Staaten gelang es Hoover mit einem belgischen Geschäftspartner, den einheimischen Vorstand der Chinese Engineering Company, der größten chinesischen Firma, zu entmachten, was ihm 200.000 US-Dollar (nach heutiger Kaufkraft 7.620.000 Dollar) einbrachte. 1901 erwarb er für seine Firma nach strittigen Verhandlungen die Minen von Kaiping, welches der bis dahin größte Eigentumserwerb durch Ausländer in der chinesischen Geschichte war. Noch im gleichen Jahr stieg Hoover zu einem der vier Seniorpartner bei Bewick, Moreing & Co auf und residierte fortan bis 1917 in London.

Bis 1908 erhöhte er die Effizienz des Unternehmens, erkundete, gründete und reorganisierte in 16 Ländern Minen, welche 25.000 Arbeiter beschäftigten. Schon zu dieser Zeit hatte sich Hoover weltweit einen hervorragenden Ruf in der Bergbauindustrie erworben. Außerdem investierte Hoover mit seinem Privatvermögen in Bergwerke. 1908 beendete er die Partnerschaft mit Bewick, Moreing & Co und verkaufte seine Teilhaberschaft, womit er annähernd Millionär wurde. Vor diesem Hintergrund ist das folgende bekannte Zitat Hoovers zu sehen: “If a man has not made a million dollars by the time he is forty, he is not worth much” (William E. Leuchtenburg: Herbert Hoover., deutsch: „Wenn ein Mann mit vierzig noch nicht Millionär geworden ist, ist er nicht viel wert“)

Hoovers eigene Consultingfirma unterstützte wirtschaftlich ums Überleben kämpfende Bergwerke gegen spätere Gewinnbeteiligung. Als besonders lukrativ erwiesen sich Blei-, Silber- und Zinkminen in Myanmar, dem damaligen Britisch-Indien. Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs zog er sich als mehrfacher Millionär aus dem Geschäft zurück.

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