Herbert Thorson Blomstedt (Aussprache [ˌhæɹːbəʈ ˈblʊmːstɛt]; * 11. Juli 1927 in Springfield, Massachusetts) ist ein schwedischer Dirigent. Er ist Mitglied der Königlich-Schwedischen Musikakademie.
Herbert Blomstedt wurde als zweiter Sohn schwedischstämmiger Eltern in den USA geboren. Sein Vater, Adolf Blomstedt (1898–1981), war Missionar bei den Siebenten-Tags-Adventisten. Seine in Golden, Colorado, geborene Mutter, Alida Armintha Thorson (1899–1957), war Pianistin. Ende der 1920er Jahre kehrten die Eltern zusammen mit ihren Söhnen Norrman Eugen und Herbert nach Europa zurück – zunächst ins schwedische Nyhyttan (Västmanland). Nachdem der Vater zum Leiter der adventistischen Kirche in Finnland ernannt worden war, zog die Familie nach Kauniainen, Helsinki und Turku. Nach fünf Jahren folgte die Rückkehr nach Schweden, wo die Familie zunächst in Göteborg, später in Stockholm wohnte. Blomstedt wuchs in einem evangelischen Pfarrhaus auf.
Seine erste musikalische Ausbildung erhielt er am Königlichen Konservatorium in Stockholm und an der Universität Uppsala. Anschließend studierte Blomstedt Dirigieren an der Juilliard School of Music in New York City, zeitgenössische Musik in Darmstadt sowie Renaissance- und Barockmusik an der Schola Cantorum Basiliensis, außerdem arbeitete er unter Igor Markevitch in Salzburg und unter Leonard Bernstein in Tanglewood.
1954 debütierte Herbert Blomstedt als Dirigent mit dem Philharmonischen Orchester Stockholm und war dann als Chefdirigent bedeutender skandinavischer Orchester tätig, u. a. in Norrköping. Bis 1963 leitete er das Sinfonieorchester des Schwedischen Rundfunks.
Von 1975 bis 1985 war er Chefdirigent der Staatskapelle Dresden und von 1985 bis 1995 Music Director des San Francisco Symphony. Von 1996 bis 1998 war er Chefdirigent des NDR Sinfonieorchesters, mit dem er zudem regelmäßig als Gastdirigent arbeitet. 1998 bis 2005 leitete er als Nachfolger von Kurt Masur das Gewandhausorchester Leipzig.
Herbert Blomstedt arbeitet bei vielen bedeutenden Orchestern als Gastdirigent, darunter die Bamberger Symphoniker, bei denen er seit 2006 auch Ehrendirigent ist, die Berliner Philharmoniker, das Boston Symphony Orchestra, das Chicago Symphony Orchestra, das Israel Philharmonic Orchestra, das Concertgebouw-Orchester Amsterdam, das Los Angeles Philharmonic, die Münchner Philharmoniker und nicht zuletzt das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Mit den Wiener Philharmonikern trat Blomstedt erstmals 2011 auf.
Blomstedt, dessen Ehefrau Waltraud Regina (Traute), geb. Petersen, im Februar 2003 starb, hat vier Töchter. Er lebte von 1984 bis 2024 in Luzern, 2024 zog er nach Schweden. Er ist bekennender Siebenten-Tags-Adventist, trinkt keinen Alkohol und ernährt sich vegetarisch.
Renommierte Orchester ernannten Herbert Blomstedt zu ihrem Ehrendirigenten:
das NHK-Sinfonieorchester (1986)
das San Francisco Symphony (1995)
das Gewandhausorchester (2005)
die Bamberger Symphoniker (2006)
das Schwedische Radio-Sinfonieorchester Stockholm (2006)
das Dänische Radio-Sinfonieorchester Kopenhagen (2006)
die Sächsische Staatskapelle Dresden (2016)
die Wiener Philharmoniker (2019)
das Philharmonische Orchester Oslo (2025)
das Sinfonieorchester Norrköping (2026)