An diesem Tag

Herbard VIII. von Auersperg

Österreichischer Heerführer

Anúncio

Herbard VIII. Freiherr von und zu Auersperg (* 15. Juni 1528 in Wien; † 22. September 1575 bei Budatschki in Kroatien, gefallen) erwarb sich große Verdienste als Landeshauptmann von Krain, als Oberbefehlshaber der Kroatischen und Slawonischen Militärgrenze und als Feldherr. Als Anhänger und Förderer des Protestantismus trug er in hohem Maße dazu bei, dass auch in Krain die Reformation Fuß fasste. Die Slowenen nennen ihn Hervard Turjaški. Er wird als ein Held Krains bezeichnet. Sogar die Kroaten reihten Herbard unter die „berühmten Kroaten“ ein. Sein angestammter Sitz war die von seinen Vorfahren in Krain erbaute Burg Auersperg (Turjak).

Sein Wappen war zugleich das Stammwappen derer von Auersperg. Im roten Schild ein aus einem Dreiberg wachsender Auerochse; auf dem Schild ein Spangenhelm mit rotgoldenen Decken; Helmzier: Auerochse wachsend.

Herbard wurde in die Zeit der Ausbreitung der Reformation, der stärksten Türkeneinfälle und der Bauernunruhen in Krain hineingeboren. Den ersten Schliff bekam er als Knabe auf entsprechenden Schulen in Wien. Danach kam er als Page an den fürstlich klevischen Hof. Dort konvertierte er auch zum evangelischen Glauben. Seiner Neigung und seinem militärischen Talent entsprechend, folgte der junge Auersperg dem Beispiel vieler seiner Vorfahren und schlug die militärische Laufbahn ein. Unter der fachkundigen Führung des Hans Freiherrn von Lenkowitsch (heutige Schreibweise ist slowenisch Ivan Lenkovič bzw. kroatisch Lenković), des damaligen Obersten der steirischen und „windischen“ Grenze und des Organisators der Türkengrenze, hatte Auersperg reichlich Gelegenheit, sich insbesondere im Kampf gegen die Türken auszuzeichnen. Seine Verdienste auf militärischem Gebiet waren bald so groß, dass er 1548, gerade 20 Jahre alt, zum Hauptmann über die Uskoken in der damals strategisch wichtigen Grenzfestung Zengg (Senj) an der dalmatinischen Küste befördert wurde. Am 14. März 1550 folgte die Erhebung in den Freiherrenstand und im Jahre 1557 die Ernennung zum Vizebefehlshaber an der kroatischen Grenze. Im Jahre 1566 gelang es ihm im Tal des Unaflusses in der Nähe der Festung Novi ein türkisches Heer zu besiegen und den türkischen Befehlshaber gefangen zu nehmen. Für diesen erfolgreichen Einsatz wurde er zum Landeshauptmann von Krain ernannt, eine Aufgabe, die in jenen Zeiten den Amtsinhaber vor große Herausforderungen stellte. Dieses Amt behielt er bis zu seinem Tod im Jahre 1575, nach anderen bis zum Jahre 1572. Im Jahre 1569 übernahm er als kommandierender General den Oberbefehl über die gesamte kroatische Türkengrenze.

Herbard entstammte der Pankrazischen oder krainischen Linie der Auersperg. Einer der Nachkommen des Pankraz von Auersperg (1441–1496), Herbards Großvater, war stets Erbe und Eigentümer des Stammsitzes Auersperg.

Herbards Vater war Trojan von Auersperg (* 24. Oktober 1495; † 10. September 1541 in Wien, begraben in der dortigen Minoritenkirche zum hl. Kreuz). Dieser lebte in jungen Jahren zunächst in Laibach, danach in Wien. Schon bald nahm er regen Anteil am öffentlichen und politischen Leben. Er war Ritter, Obersterblandkämmerer in Krain und in der Windischen Mark, Landverweser in Krain, kaiserlicher Rat und Regent des Regiments der Niederösterreichischen Lande. Nach dem Tod Kaiser Maximilians I. wurde ihm neben Georg von Schnitzenbaum die Ehre zuteil, als Vertreter Krains dem neuen Kaiser Karl in Spanien zu huldigen. Er soll sich auch bei der Verteidigung Wiens, das im Jahre 1529 von den Türken belagert wurde, ausgezeichnet haben. Trojan war es auch, der nach dem verheerenden Erdbeben in Krain im Jahre 1511 das stark beschädigte Auersperg wieder aufbauen ließ.

Nach der Rückkehr aus Spanien heiratete Trojan am 19. Januar 1520 in Görz die 18-jährige Anna Egkh von Hungerspach (* 1502), Tochter des Georg Egkh von Hungerspach auf Neuburg, und der Katharina von Liechtenstein aus dem Hause Karneid. Anna war nicht nur vermögend, sondern offensichtlich auch von guter Gesundheit; sie gebar ihm mindestens neun Kinder. Bei seinem Tod 1541 waren alle seine Kinder noch minderjährig. Neben seiner Frau setzte Trojan testamentarisch noch weitere Personen ein, die sich um die Familie kümmern sollten.

Herbard ehelichte im Jahre 1549 Maria Christina Freiin von Spaur-Valör, die Tochter des Erbmundschenken von Tirol, Ulrich. Sie hatten vier Söhne. Der jüngste, Johann Thomas (1556–1557) starb noch im Kindesalter. Die anderen studierten in Tübingen und in Padua, wo Trojan (1554–1569) mit 15 Jahren starb. Beigesetzt wurde er in dem dortigen Augustinerkloster.

Für die Freilassung des Sohnes Wolf Engelbrecht (1552–1590), der in der Schlacht bei Budatschki 1575 in türkische Gefangenschaft geraten war, setzte sich sogar Erzherzog Karl ein mit einem entsprechenden Schreiben an den Papst Gregor XIII. Im Jahre 1577 kehrte Wolf Engelbrecht nach Krain zurück, wo er die militärische Karriere fortsetzte. Im Jahre 1589 heiratete er Elisabeth von Egkh († um 1621). Da er jedoch ein Jahr später starb, nahm man an, dass ihm seine türkischen „Gastgeber“ vor seiner Freilassung, ähnlich wie es bei Ludwig von Kosiack der Fall gewesen war, ein langsam wirkendes Gift verabreicht haben.

Der älteste Sohn Herbards, Christoph (1550–1592) heiratete in erster Ehe im Jahre 1573 Anna von Maltzan († 1583) und in zweiter Ehe 1589 Elisabeth von Tannhausen (ca. 1558–1595). Christoph sorgte für eine zahlreiche Nachkommenschaft, die die pankrazische Linie fortsetzte. Hieraus entstammte auch die fürstliche Linie.

Der Ruf nach einer ´Reformation der Kirche an Haupt und Gliedern` wurde in jener Zeit auch in Krain laut. Auersperg war, wie so viele seiner Standesgenossen in Krain, ein überzeugter Anhänger und Förderer des Protestantismus. Von Jugend auf war er der evangelischen Lehre zugetan. Er bekannte sich offen zur evangelischen Religion und begegnete den antiprotestantischen Maßnahmen der katholischen Hierarchie mit würdiger und fester Haltung.

Die Familie hatte auch freundschaftliche Beziehungen zu Primož Trubar (* 9. Juni (?) 1508 in Raščica; † 28. Juni 1586 in Derendingen), dem „Luther“ der Slowenen. Als Trubar wieder einmal aus Deutschland ins heimische Krain kam, schickte ihm die Frau Herbards drei Pferde entgegen und lud ihn zu sich ein. Die Familie „unterstützte auch den zweiten Schöpfer einer slowenischen Literatur, Magister Jurij (Georg) Dalmatin (* um 1547 in Gurkfeld / Krško; † 31. August 1589 in Laibach), den Herausgeber des windischen (d.i. slowenischen) Bibelwerks.“

In der Kirche St. Kanzian, die in der Nähe der Burg Auersperg stand, stellte Auersperg vom Jahre 1564 an nur protestantische Prädikanten ein. In der Burg selbst ließ er die alte Kapelle renovieren, wo der Gottesdienst von da an nur von lutherischen Prädikanten abgehalten wurde. Diese Kapelle, verziert mit mittelalterlichen Ornamenten, heißt heute noch Lutherkapelle.

Neben den Missständen in der Kirche missfiel Auersperg jedoch nicht nur die Unsummen verschlingende Prachtentfaltung am Hofe, sondern auch die „in den Landen“, womit er den Adel meinte; die Mittel für die Finanzierung der Landesverteidigung zur Abwehr der Gefahren von außen würden nur zögerlich bewilligt und stattdessen den Bauern immer höhere Steuern auferlegt. Darin erkannte Auersperg mit klarem Blick eine weitere Gefahr, die in diesem Fall dem Land von innen drohte.

In Bruck an der Mur, wo Abgeordnete der Erbländer Anfang September 1575 über die Maßnahmen und über die Bewilligung der Mittel zur Verteidigung der Grenzen beratschlagten, erreichten Auersperg während der Sitzung gesicherte Nachrichten über größere türkische Truppenkonzentrationen bei Bihatsch (Bihać). Fünf Begs schickten sich an mit einem wohl gerüsteten Heer Kroatien zu überrennen. Auersperg sagte: „Ich weiche der Schlacht nicht aus, obwohl ich weiß, dass mich das diesmal meinen Kopf kosten wird.“ und machte sich unverzüglich auf den Weg zur Grenze. Geplagt von Todesahnungen verbrachte er einige Tage auf Auersperg bei seiner Familie und erstellte sein Testament. Kurz darauf brach er mit seinem Sohn Wolf Engelbrecht und 50 Reitern nach Freienthurn (Pobrežje) an der Kulpa auf. Freienthurn war damals ein Marktflecken mit einer größeren Festung, wo das Rüstzeug aufbewahrt war. Von dort aus schickte er Boten an alle Offiziere an der Grenze mit dem Befehl, ihre Mannschaften entsprechend auszurüsten, in Marsch zu setzen und innerhalb von vier Tagen bei der Festung Budatschki (Budački, deutsch auch Budatsky) zu ihm zu stoßen. Auersperg selbst traf mit seiner Begleitung am 21. September beim kroatischen Edelmann Tušilović in der Nähe von Budatschki ein und schlug dort sein Lager auf.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Herbard VIII. von Auersperg | World in Stories