Henry Paté (geboren am 24. Dezember 1878 in Paris; gestorben am 24. September 1942 ebenda) war ein französischer Politiker der Dritten Republik und ein Sportfunktionär.
Henry Paté war der Sohn eines Universitätsdozenten aus der Normandie. Er besuchte die École Monge und das Lycée de Caen und schloss mit dem Baccalauréat für Geistes- und Naturwissenschaften ab. Er errang zwei Literaturpreise im Concours général.
Zunächst begann er eine militärische Laufbahn. Er wurde Leutnant und Ausbilder, wandte sich aber ab 1909 dem Journalismus und der Politik zu. Er schrieb für Le Petit Journal und L’Œuvre und verließ die Armée. 1910 wurde er erstmals in die Abgeordnetenkammer gewählt. Dieser gehörte er bis 1932 an. Er war Mitglied der Parti républicain, radical et radical-socialiste und der Radicaux indépendant, also der politischen Mitte. Bereits in seiner ersten Legislaturperiode war er Berichterstatter für das neue Wehrdienstgesetz, das den Dienst auf drei Jahre verlängerte.
Während des Ersten Weltkriegs diente er als Artillerie-Reservehauptmann im Stab der 8. Armee. 1917 erhielt er den Orden der Ehrenlegion.
1924 war er kurzzeitig Generalkommissar für Krieg, Körpererziehung und militärische Vorbereitung im Kabinett Poincaré II. 1928 wurde er als Sous-secrétaire d’État für den Sportunterricht in das Kabinett Poincaré V berufen. Diese Position behielt er in den nachfolgenden Regierungen Briand XI, Tardieu I und Chautemps I bis 1930 bei.
Paté war 1924 als Mitglied des Comité olympique français an der Vorbereitung der Olympischen Sommerspiele 1924 in Paris beteiligt.
Er war in erster Ehe mit Yvonne Foulcault und in zweiter Ehe mit Suzanne Louise Berthe Bernadet verheiratet. In Paris ist ein Platz nach ihm benannt.
Henry Paté hat ausweislich der Bibliothèque nationale de France eine Vielzahl von Werken verfasst. Online verfügbar sind:
Le Bréviaire des jeunes, Fasquelle, 1935
La méthode française d’éducation physique, Étienne Chiron, 1930
Henry Paté. In: Assemblée nationale. Abgerufen am 9. Juni 2026 (französisch).
Angaben zu Henry Paté in der Datenbank der Bibliothèque nationale de France.