Henry Maske (* 6. Januar 1964 in Treuenbrietzen, Kreis Jüterbog, DDR) ist ein ehemaliger deutscher Boxer, der in den 1980er Jahren als Amateur große Erfolge feierte, unter anderem als Olympiasieger 1988 im Mittelgewicht, und anschließend Profi-Weltmeister im Halbschwergewicht war. Aufgrund seines kultivierten Auftretens in der Öffentlichkeit sowie wegen seines Boxstils bekam er den Spitznamen „Gentleman“ und gelangte deutschlandweit zu großer Popularität. Maske gilt als einer der Gründe des Box-Booms, der Anfang der 1990er Jahre Deutschland erfasste.
Rechtsausleger Henry Maske begann seine Karriere in Jüterbog, wo er als Siebenjähriger sein erstes Boxtraining absolvierte. Den Grundstein für seine späteren Erfolge legte er als Amateurboxer in der DDR. Zwischen 1972 und 1978 wurde er von Hans Hörnlein bei der BSG Motor Ludwigsfelde trainiert. Anschließend trainierte Maske beim ASK Vorwärts Frankfurt (Oder) unter Leitung der damaligen Cheftrainer Manfred Wolke bzw. Dietrich Bleck und war als Sportinstrukteur zuletzt Oberleutnant der Nationalen Volksarmee.
Schon im Nachwuchsbereich konnte Henry Maske Erfolge vorweisen, so war er unter anderem DDR-Jugendmeister und 1977 DDR-Spartakiadesieger. Gegner unter den Junioren, die Maske besiegen konnten, waren der Kasache Assylbek Kilimov (Sowjetunion) und Mike Olesch (SC Chemie Halle), der später gegen Maske verlor. Beim Polus Golden Belt in Gniezno holte er den 1. Platz. Dabei sollte er im Finale zunächst gegen Graciano Rocchigiani boxen, aber Rocchigiani durfte verletzungsbedingt nicht beim Finale antreten.
1983 machte Henry Maske im Erwachsenenbereich direkt auf sich aufmerksam. Beim Chemiepokal in Halle/Saale gewann er in der Vorrunde gegen den Weltmeister von 1978 und Moskauer Olympiasieger von 1980 José Gómez aus Kuba. Bei der Europameisterschaft in Warna im gleichen Jahr holte er mit gerade einmal 19 Jahren Bronze. Er verlor im Halbfinale gegen Wladimir Melnik. Ende des Jahres siegte er in Frankfurt bei den Armeemeisterschaften der befreundeten Armeen. 1984 verlief weniger erfolgreich für Henry Maske; nach dem frühen Ausscheiden beim Freundschaftsturnier in Havanna gegen Henryk Petrich und dem Trainerwechsel von Manfred Wolke zu Dietrich Bleck, scheiterte er im Finale der DDR-Meisterschaft gegen Eike Walter. 1985 war erfolgreicher und ihm gelang das Double – er wurde Europameister und Weltcup-Sieger. Bei seinen ersten Weltmeisterschaften 1986 in Reno (USA) errang Henry Maske die Silbermedaille. In der Vorrunde besiegte er den Olympiasieger von 1984, den Südkoreaner Shin Joon-sup. Er musste sich nur im Finale dem US-Amerikaner Darin Allen beugen, wobei nicht wenige Beobachter von einem durch Heimvorteil beeinflussten Urteil sprachen. 1988 wurde Henry Maske Olympiasieger im Mittelgewicht und schlug dabei im Finale seinen späteren Gegner bei den Profis, den Kanadier Egerton Marcus, sowie im Halbfinale der Kenianer Christopher Sande. Da die Kubaner aus Solidarität mit Nordkorea die Olympischen Spiele in Seoul boykottierten, kam es bei diesem Turnier nicht zum Aufeinandertreffen zwischen Henry Maske und seinem damaligen Angstgegner Ángel Espinosa, gegen den er in drei Vergleichen, unter anderem im Weltcup-Finale 1987 und im Finale des Chemiepokals 1988, jedes Mal unterlegen war.
Ein Jahr später, bei den Weltmeisterschaften in Moskau, war Maske erneut erfolgreich. Mittlerweile in das Halbschwergewicht aufgestiegen, besiegte er im Finale überlegen den großen Favoriten und Titelverteidiger Pablo Romero aus Kuba und verhinderte damit einen Titel-Hattrick des Kubaners. Bis zu seinem Wechsel ins Profilager im März 1990 galt Henry Maske als das Maß aller Dinge im Halbschwergewicht. Seine Bilanz: 163 Siege in 181 Kämpfen.
1983, 1985, 1986, 1987 und 1988: DDR-Meister
November 1989: 1. Platz beim Mayor's Cup in Manila
September 1989: 1. Platz bei der Weltmeisterschaft in Moskau
August 1989: 1. Platz beim Internationalen TSC-Turnier in Ost-Berlin
Juni 1989: 1. Platz bei der Europameisterschaft in Athen
April 1989: 1. Platz beim King's Cup in Bangkok
März 1989: 1. Platz beim Chemiepokal in Halle/Saale
Oktober 1988: 1. Platz bei den Olympischen Sommerspielen in Seoul
März 1988: 1. Platz beim vorolympischen Turnier in Seoul
März 1988: 2. Platz beim Chemiepokal in Halle/Saale
Oktober 1987: 2. Platz beim Weltcup in Belgrad
September 1987: 1. Platz beim Praterfest-Turnier in Wien
September 1987: 1. Platz beim Internationalen TSC-Turnier in Ost-Berlin