Henry Büttner (* 12. November 1928 in Wittgensdorf) ist ein deutscher Karikaturist.
Henry Büttner wurde als Sohn eines Elektromeisters geboren. Von 1935 bis 1943 besuchte er die Volksschule in Wittgensdorf, sein besonderes Interesse galt der Geschichte und der Erdkunde.
1943 begann er eine Ausbildung zum Plakatmaler und Schaufenstergestalter, wurde im Dezember 1944 zum Reichsarbeitsdienst am Ratzeburger See in Schleswig-Holstein eingezogen und geriet bei Kriegsende 1945 in englische Gefangenschaft. Im Mai 1945 kehrte er nach Wittgensdorf zurück, setzte seine unterbrochene Lehre fort und schloss diese 1946 ab.
Büttner arbeitete von 1946 bis 1959 in einem Chemnitzer HO-Warenhaus als Dekorateur und zeitweilig als Theatermaler. Er wurde dann insbesondere durch seine Arbeiten für die Zeitschrift Eulenspiegel in der DDR populär. 1954 erschien in der Silvesternummer des Eulenspiegels seine erste gedruckte Karikatur. 1958 erschien sein erstes Buch.
Zwischen 1958 und Mitte der 1990er Jahre arbeitete er als freischaffender Karikaturist und Pressezeichner. 1967 wurden seine Zeichnungen auf der VI. Deutschen Kunstausstellung der DDR gezeigt, danach auf allen weiteren zentralen Kunstausstellungen der DDR. 1978 begann die Zusammenarbeit mit dem SATIRICUM des Greizer Sommerpalais, die bis heute anhält. 1979 erhielt er den Kunstpreis des Rates des Bezirks Karl-Marx-Stadt. Er war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR.
Nach der deutschen Wiedervereinigung arbeitete er für Hörzu. Im Juli 2022 schenkte er der Staatlichen Bücher- und Kupferstichsammlung in Greiz 1.618 Originalzeichnungen, die während eines Schaffenszeitraums von fünfzig Jahren entstanden. Weitere 31 Karikaturen schenkte er 2023 dem Kultur- und Heimatverein seines Heimatortes Wittgensdorf.
Büttner schuf nach eigenen Angaben gut 21.000 Zeichnungen.
Die Karikaturen Büttners sind äußert schlicht gehalten, auf die Kernaussagen reduziert. Der Federstrich besteht aus Linien und Strichen, beinahe skizzenhaft. Der künstlerische Wert der Darstellungen ergibt sich aus ihrer zwischenmenschlichen Aussagekraft, die mit minimalem zeichnerischen Aufwand erreicht wird. Meist karikierte Büttner den kleinbürgerlichen, übervorsichtig-misstrauischen oder sonderbar umständlichen Zeitgenossen. Bis auf wenige Ausnahmen – wozu vor allem Zeichnungen zu biblischen Themen zählen – sind häuslich-private Szenen des menschlichen Zusammenlebens dargestellt, die jedoch satirische Anspielungen auf gesellschaftliche Zusammenhänge enthalten können. Heinz Knobloch meinte, dass man sich an Büttners Zeichnungen halten möge, wenn man im nächsten Jahrhundert Auskunft über das unsere zu erhalten wünscht. Sein Anliegen sei nach eigener Aussage nie Lustigkeit, sondern Nachdenklichkeit gewesen.
Henry Büttner lebt zurückgezogen in Chemnitz-Wittgensdorf, ist seit 1961 verheiratet und hat eine Tochter (Angelika).
Eine der wenigen bekannten Tatsachen ist seine Wertschätzung für Arthur Schopenhauers Philosophie. Seit Mitte der 1990er Jahre zeichnet Büttner nicht mehr. Der Chefredakteur des Eulenspiegels habe ihm damals mitgeteilt, dass seine Karikaturen nicht mehr zeitgemäß seien.
Dass er sich als Person aus der Öffentlichkeit heraushielt, veranlasste die Verleger im Vorwort von Gesellschaftsspiele (1980) zu der Mutmaßung, dass es Henry Büttner möglicherweise gar nicht gebe, dies nur ein Künstlername sei oder sich hinter Henry Büttner eine Genossenschaft mit staatlicher Beteiligung zur Befriedigung des Inlandbedarfs an Humor verberge oder ein Karikaturencomputer, der von irgendwelchen nicht näher zu bestimmenden Institutionen zur Herstellung eines gesellschaftlich-moralischen Gleichgewichts programmiert wird. Damit entlarvt sich das Vorwort selbst als eine Satire auf die damals allumfassende Zentralplanwirtschaft und jenes unzureichend ausgeprägte Verständnis für Privatsphäre.
Eine Auszeichnung mit dem Deutschen Karikaturenpreis für sein Lebenswerk lehnte Henry Büttner 2015 ab mit der Begründung, dass sich mit Auszeichnungen immer nur der Preisverteiler ehren wolle und er bereits alles habe.
Der Mann mit dem runden Hut. 1973
Bravo, da capo. Verlag Neue Musik. Berlin 1978
Mahlzeit! Eulenspiegel Verlag. Berlin 1979
Gesellschaftsspiele. Eulenspiegel Verlag. Berlin 1980
Unsere Menschen in Protzendorf. Eulenspiegel Verlag. Berlin 1981
Capriccio curioso. Verlag Neue Musik. Berlin 1983