Prinz Henrik von Dänemark (* 11. Juni 1934 als Henri Marie Jean André de Laborde de Monpezat in Talence im Département Gironde, Frankreich; † 13. Februar 2018 auf Schloss Fredensborg, Dänemark) war der Gemahl der früheren dänischen Königin Margrethe II. und Vater des heutigen Königs Frederik X.
Henri wurde als zweites von neun Kindern von André de Laborde de Monpezat (1907–1998) und Renée Doursenot (1908–2001) geboren. Er verbrachte seine ersten Jahre in Indochina, wo sein wohlhabender Vater einige Industrieunternehmen geerbt hatte. 1939 kehrte seine Familie nach Frankreich in das Stammhaus Le Cayrou in Cahors zurück. Henri ging bis 1947 zur Jesuiten-Klosterschule in Bordeaux und besuchte von 1948 bis 1950 das Gymnasium von Cahors. 1950 ging er nach Hanoi und war bis 1952 Schüler des französischen Gymnasiums in Hanoi. Von 1952 bis 1957 studierte er Jura und Staatslehre an der Pariser Sorbonne, dann französische Literatur, Chinesisch und Vietnamesisch an der École Nationale des Langues Orientales. Das Sprachstudium setzte er 1957 an der Universität Hongkong und 1958 mit einem Studienaufenthalt in Saigon fort.
Seine Wehrpflicht erfüllte er bei der Infanterie in Algerien von 1959 bis 1962.
Als Sekretär der französischen Botschaft in London lernte Henri die dänische Kronprinzessin Margrethe kennen. Sie heirateten am 10. Juni 1967. Für die Ehe konvertierte er vom katholischen zum evangelisch-lutherischen Glauben, wurde dänischer Staatsbürger und nahm den Namen Prinz Henrik von Dänemark an (dänisch Henrik, Hans Kongelige Højhed Prinsgemalen; Titel H.K.H. Prins Henrik af Danmark). Gemeinsam haben sie die beiden Söhne König Frederik X. (* 1968) und Prinz Joachim (* 1969).
In einer Autobiografie äußerte sich Henrik über seine ersten Jahre in Dänemark:
Prinz Henrik war bis 2012 in seiner Freizeit Regattasegler in der Drachen-Klasse. Zudem war der Prinzgemahl ein bekennender Weinliebhaber und produzierte in den Weinbergen von Château de Cayx bei Cahors eigene Keltertrauben. Er engagierte sich für den Naturschutz und war Präsident des WWF Dänemark. Prinz Henrik schrieb Gedichte, die auf ein geteiltes Echo stießen.
Prinz Henrik kritisierte öffentlich die Diskriminierung von Ehemännern regierender Königinnen. Er hoffe, Männer würden die gleichen Rechte erhalten wie Mädchen, ließ er die Zeitung Ekstra Bladet 2009 wissen, nachdem eine Volksabstimmung den Vorrang von Prinzen vor ihren Schwestern abgeschafft hatte. 2015 wiederholte er in Le Figaro seine Forderung nach mehr protokollarischer Gleichstellung im Königshaus und brachte den Titel „Königgemahl“ ins Spiel.
2016 zog er sich weitgehend von seinen repräsentativen Aufgaben zurück und legte dabei auch den Titel Prinzgemahl ab. Zahlreiche Schirmherrschaften behielt er aber bei. Anfang August 2017 gab das dänische Königshaus bekannt, dass im Gegensatz zu früheren Plänen Prinz Henrik nicht wie geplant neben seiner Frau im Dom zu Roskilde begraben werden möchte.
Genau vier Wochen nach dieser Mitteilung gab das dänische Königshaus bekannt, dass Prinz Henrik ernsthaft erkrankt sei. Ein Team von Spezialisten des Rigshospitalet, welches ihn im Spätsommer untersucht hatte, war zu dem Schluss gekommen, dass er an Demenz erkrankt sei. Angekündigt wurde ebenfalls, dass Prinz Henrik aufgrund der Erkrankung im entsprechenden Ausmaß Ehrenämter und Schirmherrschaften niederlegen werde. Ende Januar 2018 wurde er erneut ins Krankenhaus eingeliefert, wo ein gutartiger Lungentumor entdeckt wurde. Er starb am 13. Februar 2018 auf Schloss Fredensborg. Er wurde 83 Jahre alt.
Schirmherrschaften und gemeinnützige Aktivitäten
Prinz Henrik engagierte sich in zahlreichen Organisationen, die wirtschaftliche, wissenschaftliche, kulturelle, ökologische und soziale Interessen fördern. Neben seiner Präsidentschaft im WWF Dänemark war er Vorsitzender verschiedener Stiftungen und Komitees. Außerdem war Prinz Henrik Vorstandsmitglied der königlich-dänischen Sammlung, die mehrere Museen umfasst, sowie der Stiftung Dronning Margrethes og Prins Henriks Fond, die wissenschaftliche, kulturelle und soziale Projekte fördert. Darüber hinaus war Prinz Henrik Schirmherr von rund 70 Organisationen. Dazu gehörten die dänisch-französische Handelsgesellschaft, das Albert Schweitzer-Komitee Dänemark, die Handwerks- und Industriemesse, das dänische Rote Kreuz, das dänisch-chinesische Wirtschaftsforum u. v. a.
Unter dem Pseudonym H. M. Vejerbjerg übersetzte Prinz Henrik gemeinsam mit Königin Margrethe 1981 den Roman Tous les hommes sont mortels von Simone de Beauvoir ins Dänische (Alle mennesker er dødelige „Alle Menschen sind sterblich“).
Henrik veröffentlichte mehrere Gedichtbände:
Les escargots de Marie Lanceline (2003)
Les bleues à l’âme – TARNIMI TUNGUJORTUT – Blå mærker på sjælen (2009) auf Französisch, Grönländisch und Dänisch
Roue-Libre (dän. Frihjul, 2010) mit Illustrationen von Königin Margrethe und Maja Lisa Engelhardt
Fabula (2011) mit Fotografien seiner eigenen Skulpturen
Dans mes nuits sereines (2013; dän. I mine lykkelige nætter, 2014)