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Helsinki

Hauptstadt von Finnland

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Helsinki (finnisch [ˈhɛlsiŋki], schwedisch [hɛlsɪŋˈfɔrs]) ist die Hauptstadt Finnlands. Sie liegt in der Landschaft Uusimaa im Süden des Landes an der Küste des Finnischen Meerbusens und ist die nördlichste Hauptstadt eines EU-Mitgliedstaates. Mit 684.018 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) ist Helsinki die mit Abstand größte Stadt Finnlands und viertgrößte Stadt der Nordischen Länder, nach Kopenhagen, Stockholm und Oslo.

Zusammen mit den Nachbarstädten Espoo, Vantaa und Kauniainen bildet es die sogenannte Hauptstadtregion, einen Ballungsraum mit etwa 1,5 Millionen Einwohnern und damit den nördlichsten Ballungsraum der Welt mit über einer Million Einwohnern. Helsinki ist das politische, wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Zentrum Finnlands. Rund sechs Prozent der Einwohner Helsinkis sind schwedischsprachig, offiziell ist die Stadt zweisprachig.

Helsinki liegt 80 km nördlich von Tallinn, Estland, 400 km östlich von Stockholm, Schweden, und 300 km westlich von Sankt Petersburg, Russland. Es hat enge historische Verbindungen zu diesen drei Städten.

Die Stadt wurde unter dem schwedischen Namen Helsinge fors im Jahr 1550 während der schwedischen Herrschaft gegründet, blieb aber lange unbedeutend. Kurz nachdem Finnland unter russische Herrschaft gekommen war, wurde Helsingfors 1812 zur Hauptstadt des neugegründeten Großfürstentums Finnland bestimmt und löste so Åbo (finnisch Turku) als wichtigste Stadt des Landes ab. Der offizielle Gebrauch des finnisierten Namens Helsinki begann erst 1819.

Seit 1917 ist Helsinki Hauptstadt des unabhängigen Finnlands.

Der schwedische Name der Stadt Helsingfors stammt vom Namen des Kirchspiels Helsinge und dem Fluss Helsingån (heute Vanda å), an dessen letzter Stromschnelle (schwedisch fors) vor der Mündung die Stadt gegründet wurde. Der Ursprung des Namens Helsinge ist umstritten. Entsprechend einer seit den 1630er Jahren geltenden Auffassung hätten Neusiedler aus dem schwedischen Hälsingland, die sich im 13. Jahrhundert am Finnischen Meerbusen ansiedelten, dem Fluss Helsingån den Namen ihrer Heimat gegeben. Heute wird diese Theorie in Frage gestellt, weil Dialektologen zeigen konnten, dass die Neusiedler tatsächlich aus Uppland und benachbarten Gebieten stammten. Der Name Helsinge kann somit nicht auf das Ethnonym der Neusiedler zurückgehen und beschreibt wahrscheinlich eine Eigenschaft in der Landschaft. Diese könnte mit dem „Hals“ des Flusses zu tun haben, d. h. der schmalen Stelle an der Stromschnelle. Der gleichlautende Wortteil findet sich außer im Namen der schwedischen historischen Provinz Hälsingland auch in den Namen anderer Städte, die in Verbindung zu einer Meerenge stehen, z. B. Helsingborg und Helsingør.

Als die Stadt 1550 an der Mündung des Helsingån gegründet wurde, bekam sie den Namen Helsinge fors. Die Stromschnelle heißt heute auf Schwedisch Gammelstadsforsen (finnisch Vanhankaupunginkoski). Lokal nannte man die Stadt Helsinge oder Helsing, was auf Finnisch zu Helsinki wurde.

Der finnische Name der Stadt ist in offiziellen Dokumenten erstmals 1819 in Verordnungen des Finnischen Senats belegt. Erst seit dem 20. Jahrhundert wird im internationalen Kontext vorwiegend der finnische Name verwendet, außer in Schweden und Norwegen, wo Helsingfors weiterhin üblich ist. Auch in Deutschland war der schwedische Name lange üblich (in Berlin gibt es den Helsingforser Platz und die Helsingforser Straße).

Im lokalen Slang sagt man Stadi, eine finnisierte Form des schwedischen Wortes stad („Stadt“). Besonders außerhalb des Stadtgebiets ist Helsinki als Hesa bekannt. Beide Namen werden sowohl von Finnen als auch Finnlandschweden verwendet. Auf Nordsamisch heißt Helsinki Helsset. Der Name Helsinki wird in Schriftform oft zu Hki (früher: H:ki) verkürzt; die entsprechende Abkürzung für Helsingfors ist H:fors.

Als Helsingfors 1812 Finnlands Hauptstadt wurde, kam der Vorschlag auf, es (nach Zar Alexander I.) in Alexandria umzubenennen; doch diese Idee verfiel.

Lage und natürliche Gegebenheiten

Helsinki liegt im Süden des Landes in der Landschaft Uusimaa an der Küste des Finnischen Meerbusens gegenüber der estnischen Hauptstadt Tallinn. Wie in ganz Finnland gilt in Helsinki die Osteuropäische Zeit, im Winter liegt es daher in der Zone UTC+2, im Sommer in der Zone UTC+3.

Helsinki erstreckt sich auf einer Fläche von 715 km², wovon 214 km² Land sind, über das Festland und etwa 300 vorgelagerte Schären. Die mehr als 100 Kilometer lange Küstenlinie ist mit zahlreichen Buchten und Halbinseln stark gegliedert. Im Laufe der letzten Jahrhunderte wurden zahlreiche Aufschüttungen vorgenommen, die die Küstenlinie teils stark verändert haben. Beispielsweise lag der zentrale Stadtteil Kluuvi noch Anfang des 19. Jahrhunderts unter Wasser.

Der Vantaanjoki durchfließt die nördlichen Außenbezirke Helsinkis und mündet im Stadtteil Vanhakaupunki, dem ursprünglichen Gründungsort Helsinkis, ins Meer. Für Finnland eher untypisch, gibt es auf dem Stadtgebiet Helsinkis nur neun kleine Seen oder Teiche. Das Gelände ist, wie auch das sonstige Südfinnland, von Rundhöckern, also flachen, leicht ansteigenden Hügeln aus Granitfelsen bestimmt. Mit dem Gestein Helsinkit hat die Stadt auch einer lokalen Granit- bzw. Unakit-Varietät ihren Namen gegeben. Die höchste Stelle im Stadtgebiet ist mit 90 Metern eine Aufschüttung von Bauaushub im Teilgebiet Malminkartano. Die höchste natürliche Erhebung befindet sich im Teilgebiet Kivikko und erreicht 62 Meter über dem Meeresspiegel.

Von der Landfläche Helsinkis besteht etwa die Hälfte aus diversen Grüngebieten (Wälder, Parks, landwirtschaftlich genutzte Flächen) (einer anderen Quelle zufolge 36 %, davon 22 % Wald). Große zusammenhängende Grüngebiete finden sich vor allem in den nördlichen und östlichen Außenbezirken. Neben dem für Finnland typischen borealen Nadelwald finden sich auch vereinzelt Haine mit sommergrünem Laubwald. Auf den äußeren Inseln ist die Vegetation teilweise recht karg, andererseits lebt dort eine große Vielfalt von Vogelarten. Es gibt in Helsinki 50 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 684 ha.

Von den etwa 300 Inseln ist mehr als die Hälfte kleiner als 0,5 ha; etwa 50 Inseln sind größer als 3 ha. Zu den bekanntesten Inseln zählen die Ausflugsinseln Korkeasaari (mit einem Zoo), Seurasaari (mit einem Freilichtmuseum) und die Pihlajasaaret. Die historische Seefestung Suomenlinna erstreckt sich über mehrere, künstlich miteinander verbundene Inseln. Zu den flächenmäßig größten Inseln zählen die Wohngebiete Laajasalo und Lauttasaari und die Garnisonsinsel Santahamina.

Das Stadtzentrum befindet sich auf einer Halbinsel im Südwesten des Stadtgebietes. Charakteristisch für Helsinki ist der große Unterschied zwischen der historisch gewachsenen, dicht bebauten Kernstadt (kantakaupunki) auf der Halbinsel und den wesentlich großzügiger angelegten, seit der Mitte des 20. Jahrhunderts entstandenen Neubaugebieten, die sich nördlich, westlich und östlich anschließen. Letztere reichen bis in das Gebiet der Nachbarstädte Espoo, Kauniainen und Vantaa, mit denen Helsinki zu einer zusammenhängenden Agglomeration zusammengewachsen ist. Die vier politisch eigenständigen Städte bilden die sogenannte Hauptstadtregion (pääkaupunkiseutu), faktisch eine einzige Großstadt mit über einer Million Einwohnern. Das vom finnischen Amt für Statistik definierte zusammenhängende Stadtgebiet (taajama), das sich nicht an den Gemeindegrenzen, sondern an der tatsächlichen Besiedlung orientiert, hatte zum Jahresende 2011 eine Landfläche von 631,11 km² und eine Einwohnerzahl von 1.159.211. Zum weiteren Einzugsbereich Helsinkis gehört die Region Helsinki (Helsingin seutu) mit den Gemeinden Kirkkonummi, Vihti, Nurmijärvi, Tuusula, Kerava, Sipoo, Järvenpää und Hyvinkää. In diesem Großraum leben insgesamt 1,3 Millionen Menschen, was gut ein Viertel der Gesamtbevölkerung Finnlands ausmacht.

Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte in Helsinki beträgt 2787 Ew./km². In der Kernstadt werden mit bis zu 19.500 Ew./km² (Punavuori) hohe Werte erreicht, während die Außenbezirke mit ihren oft sehr großzügig angelegten und von weitläufigen Grüngebieten durchsetzten Siedlungen (lähiö) vergleichsweise dünn besiedelt sind. Gänzlich unbewohnte Gegenden gibt es hauptsächlich im Großbezirk Östersundom, der erst 2009 durch Eingemeindung zu Helsinki kam.

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