An diesem Tag

Helmut Spanner

Deutscher Kinderbuchautor

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Helmut Spanner (* 5. Februar 1951 in Augsburg) ist ein deutscher Autor von Kinder- und Bilderbüchern sowie Komponist. Er ist vor allem bekannt durch seine Bilderbuchklassiker Ich bin die kleine Katze und Erste Bilder Erste Wörter. Die Gesamtauflage seiner Bücher liegt bei mehr als 12 Millionen Exemplaren.

Nach dem Abitur am Musischen Gymnasium Marktoberdorf im Allgäu studierte er Lehramt für das Gymnasium an der Akademie der bildenden Künste in München. Hier war er Mitbegründer der Gruppe Bilderbuch, die bereits veröffentlichte Bilderbücher inhaltlich und künstlerisch analysierte. Gleichzeitig wurden neue Konzepte für Bilderbücher entwickelt. Noch während seines Kunststudiums veröffentlichte Helmut Spanner 1977 bei Ravensburger sein erstes Pappbilderbuch Meine ersten Sachen, das immer noch im Handel ist (Stand: 2016). Seine Examensarbeit trug den Titel Rund ums Pappbilderbuch. Sie ist 2018 bei BurckhardtHaus erschienen.

Er ist seit nunmehr 40 Jahren als freischaffender Bilderbuchautor für den Ravensburger Buchverlag tätig. Über 12 Millionen seiner Bücher wurden bisher verkauft (Stand: 2020).

Von 1990 bis 2000 betätigte sich Spanner mit einem eigenen Tonstudio als Filmkomponist; dabei entstanden gemeinsame Werke mit seinem Schulfreund, dem Regisseur Dominik Graf.

Seit 2018 ist er zudem als Komponist und Musiker tätig und veröffentlichte bisher 2 CDs mit Pianomelodien.

Er lebt und arbeitet in München und Nassenbeuren im Allgäu.

Psychologisch-künstlerischer Ansatz

Der Autor versteht sich als Dienstleister für Kinder.

Seine Motivwahl, so der Autor, beruhe darauf, dass es bei seiner Zielgruppe, also Kindern bis zum Alter von drei Jahren, „nur um ursprüngliche, einfache, existenzielle Dinge“ gehe. Diese sollen einen engen Bezug zur Lebenswirklichkeit des Kindes haben, Auswahlkriterien von Erwachsenen sollen keine Rolle spielen. Beispielsweise wehrte sich Helmut Spanner vergeblich gegen die Verlagsentscheidung, in ein bestimmtes Buch nicht das Bild einer Haarbürste aufzunehmen, sondern das eines Kammes. Er führte dafür sowohl eine pädagogische als auch eine ästhetische Begründung an: „Kleinkinder werden nicht mit einem Kamm gekämmt, sondern eben mit einer Bürste. Außerdem ist die Bürste vom Zeichnerischen her einfach schöner und interessanter.“

Zeit stellt Helmut Spanner als Ablauf in einzelnen aufeinander folgenden Bildern dar: „der Igel an der Zaunlücke, der Igel hinter dem Gartenzaun, ein Apfel im Gras, der Garten im Überblick.“ Zum Erzählen regen seine Bilder an, weil in ihnen witzige Geschichten stecken: „Die Maus sitzt im Eierbecher, der Bär hält den Telefonhörer falsch herum, die Feuerwehr füttert eine Giraffe, die am Hals einen Verband trägt.“

Es ist dem Autor wichtig, die Kinder genau da abzuholen, wo sie stehen. Aus wahrnehmungspsychologischen Gründen stellt er seine Darstellungsweise darauf ab, „das Wesentliche an den Gegenständen zu betonen“, das „geistig Wichtige“, und alles wegzulassen, „was nicht nötig ist und keine Funktion hat“. Bei einer Tasse, so Helmut Spanner, seien Wandung, die Darstellung als Hohlkörper und der Henkel essentiell, ein Muster aber nicht; letzteres könne sogar beim Kind zur Fehleinschätzung führen, es sei wesentlich für alle Tassen und müsse als Element der zweidimensionalen Darstellung mitgelernt werden.

Seine Entscheidung für einen realistischen Stil begründet er damit, dass seine Bücher „oft der erste Kontakt mit einer zweidimensionalen Darstellung der Welt“ seien, der „Reduzierung eines Gegenstands auf Linie und Fläche“. Helmut Spanners Zielgruppe kommt von der Greiferfahrung her, erst am Ende des zweiten Lebensjahres wird die visuelle Wahrnehmung führend. Der Autor geht von der Greiferfahrung als Vorstufe der rein abstrakten visuellen Wahrnehmung aus. Der reale, taktil erfahrbare Gegenstand sei Natur, das abgebildete, nur noch visuell wahrnehmbare Zeichen sei Kultur. Für das Kind seien das zunächst verschiedene Welten, es müsse das Bildzeichen neu lernen. Um dies den Kindern zu erleichtern, versucht Helmut Spanner, möglichst nah am Sehbild zu bleiben und sich nicht am Gedankenbild zu orientieren. Der freie künstlerische Stil sei in dieser Lebensphase hinderlich, weil das Kind das Dargestellte oft gar nicht erkennen könne. Empirisch hat Helmut Spanner dies schon in seiner Examensnachweis für den Zeichenstil von Dick Bruna nachgewiesen.

Helmut Spanner verwendet zur Erstellung seiner Zeichnungen keine Grafiksoftware, denn er möchte „ein Original haben“.

2021: Bilderbuch - Piano Songs

1981: Ich bin die kleine Katze

1993: Erste Bilder Erste Wörter

1999: Mein Bärenbuch (Erste Wörter Erste Sätze)

2002: Rot, grün, gelb oder blau?

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