Helmut Sakowski (* 1. Juni 1924 in Jüterbog; † 9. Dezember 2005 in Wesenberg) war ein deutscher Schriftsteller, dessen literarische Laufbahn weitgehend mit der DDR verbunden war. In seinen Romanen, Reportagen, Erzählungen, Hörspielen, Drehbüchern und Fernsehspielen stellte er Etappen der sozialistischen Entwicklung auf dem Lande dar. Nach der Wende wurde er vor allem als Kinder- und Jugendbuchautor bekannt.
Helmut Sakowski verlebte seine Kindheit in Thüringen. Am 12. August 1942 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde zum 1. September desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 9.222.520). 1943 wurde er nach Abschluss seiner Forstlehre Soldat und geriet in Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung 1946 wurde er zunächst Hilfsförster, trat 1947 der SED bei und lernte von 1947 bis 1949 auf der Fachschule für Forstwirtschaft in Stollberg den Beruf des Försters. Danach war er zwei Jahre im Ministerium für Land- und Forstwirtschaft tätig. 1951 übernahm er die Leitung des Forstamtes in Salzwedel. 1958 ließ er sich als Revierförster nach Krumke bei Osterburg (Altmark) versetzen, weil er hoffte, in dieser Stellung mehr Zeit für seine schriftstellerische Arbeit zu haben. Als er mit seinen Büchern erfolgreich wurde, gab er 1961 den Försterberuf auf und zog nach Mecklenburg. Neben seiner Schriftstellertätigkeit war er Abgeordneter im Kreistag Salzwedel, seit 1973 Mitglied im Zentralkomitee der SED, seit 1961 Mitglied der Deutschen Akademie der Künste und ab 1968 Vizepräsident des Kulturbundes der DDR.
Im Jahr 2005 starb Sakowski in seinem Haus in Wesenberg nach längerem Herzleiden im Alter von 81 Jahren.
Sakowski reflektierte in seinen Werken vor allem das Leben der „einfachen“ Menschen. Während er in seinen in der DDR erschienenen Romanen und Erzählungen zumeist die jüngere Geschichte (der Kollektivierung der Landwirtschaft, die Entwicklung der LPGen) als Sujet bemüht, wird in dem nach der Wende erschienenen Hauptwerk, der Klevenow-Trilogie, die Entwicklung seiner mecklenburgischen Wahlheimat ab dem 19. Jahrhundert beleuchtet. Nach der Wende wandte er sich dann auch vermehrt dem Bereich der Kinder- und Jugendliteratur zu.
Sakowskis Stil ist dabei überaus humorvoll und lebensecht. Viele seiner Helden und „Nebenrollen“ haben reale Vorbilder, die meisten Lokalitäten seiner Romane und Erzählungen lassen sich geografisch verorten.
Zu seinen bekanntesten Büchern gehört Daniel Druskat. Nach ihm wurde der gleichnamige Fernsehmehrteiler (mit Manfred Krug, Hilmar Thate, Ursula Karusseit und Angelica Domröse in den Hauptrollen) gedreht, der nach der Wende mit Wendenburg und Ein Herzog in Wendenburg fortgesetzt wurde.
1981: Kunstpreis des FDGB für Verflucht und geliebt
1984: Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden in Gold
1987: DDR-Hörspielpreis für Schrei der Wildgänse (Autorenpreis der Kritiker)
1988: DDR-Hörspielpreis für Die letzte Erbschaft (Hörspielpreis der Hörer)
1989: Großer Stern der Völkerfreundschaft
Zwei Frauen, Erzählungen, Aufbau-Verlag, Berlin 1959
Die Säge im Langenmoor, Fernsehspiel, Aufbau-Verlag Berlin/DDR 1960
Sommer in Heidkau, Fernsehspiel, Henschelverlag Berlin/DDR 1967
Wege übers Land, Dramatischer Fernsehroman, Mitteldeutscher Verlag Halle (Saale) 1969
Zwei Zentner Leichtigkeit, Geschichten, Verlag Neues Leben, Berlin/DDR 1970
Daniel Druskat, Roman, Verlag Neues Leben Berlin/DDR 1976
Verflucht und geliebt, Roman, Verlag Neues Leben Berlin/DDR 1981