Helmut Ringelmann (* 4. September 1926 in München; † 20. Februar 2011 in Grünwald) war ein deutscher Filmproduzent. Mit Krimiserien wie Der Kommissar, Derrick oder Der Alte avancierte Ringelmann zu einem der erfolgreichsten deutschen TV-Produzenten.
Ringelmann absolvierte nach dem Abitur in Frankfurt am Main ab 1946 eine Schauspielausbildung an den Städtischen Bühnen der Stadt; zu seinen Lehrern gehörten Martin Held, Konrad Georg, Siegfried Lowitz und Richard Münch. 1947 erhielt er seinen ersten Dienstvertrag, spielte in einer Aufführung von Carl Zuckmayers Des Teufels General unter der Regie von Heinz Hilpert den Fliegerleutnant Writzky. Es blieb sein einziger Auftritt als Schauspieler. Fortan wirkte er als Regieassistent Hilperts und folgte diesem 1949/50 an das Deutsche Theater Konstanz, 1951 ans Deutsche Theater Göttingen. Ab Mitte der 1950er Jahre war Ringelmann Aufnahmeleiter und Produktionsleiter bei Filmen von Harald Braun, Gerhard Lamprecht, Helmut Käutner, Wolfgang Staudte und anderen. 1955 gelang ihm der Sprung in internationale Film- und Fernsehproduktionen, die auf dem Münchner Bavaria-Gelände gedreht wurden: u. a. als Aufnahmeleiter bei Max Ophüls’ Lola Montès / Lola Montez, 1957 als Produktionsassistent in Stanley Kubricks Wege zum Ruhm und in Richard Fleischers The Vikings.
Ringelmann wurde zu Beginn der 1960er Jahre Herstellungsleiter der Münchner Produktion im Team um Ernest Borneman beim Aufbau der Freies Fernsehen GmbH, dem Vorläufer des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF). 1963 übernahm er als geschäftsführender Produzent die Firma Intertel und begann die ersten Serien für das ZDF zu entwickeln und zu produzieren (z. B. Das Kriminalmuseum und Die fünfte Kolonne). 1967 gründete er seine Produktionsfirma Neue Münchner Fernsehproduktion, 1973 die Telenova und 1996 die R Productions.
Zunächst produzierte Ringelmann auch politisch ambitionierte Fernsehfilme, z. T. nach literarischen Vorlagen, etwa die Hans-Habe-Verfilmung Die Mission (1967, Regie Ludwig Cremer) und 1971 nach Erich Maria Remarques gleichnamigem Roman den Film Die Nacht von Lissabon in der Regie von Zbynek Brynych. In diesen Jahren etablierte Ringelmann ein einzigartiges Produzentenkonzept, indem er zahlreiche herausragende Schauspieler an sich band und eine Reihe von Regisseuren wie etwa Käutner und Staudte, die nach dem Oberhausener Manifest kaum mehr für das bundesdeutsche Kino arbeiten konnten. Ringelmann etablierte im ZDF als seinem Haussender so etwas wie ein amerikanisches Produktionsmodell. Zu seinen erfolgreichsten Krimiserien, die auch in zahlreichen nicht deutschsprachigen Ländern über Jahre hinweg Anklang fanden, gehören Der Kommissar mit Erik Ode (1969–1976), Derrick mit Horst Tappert (1974–1998, 356 Folgen) und ab 1977 Der Alte (zu Beginn mit Siegfried Lowitz, später mit Rolf Schimpf, danach mit Walter Kreye). Seine letzte langjährige Reihe war von 1998 bis 2007 Siska mit Peter Kremer (bis Folge 56) und Wolfgang Maria Bauer (ab Folge 57).
Von 1986 bis zu seinem Tod war er mit der Schauspielerin Evelyn Opela verheiratet. Zuvor war er mit Lilo Altmann verheiratet, mit der er ein Kind hatte. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Waldfriedhof Grünwald bei München.
Filmografie als Produzent (Auswahl)
1963–1968: Die fünfte Kolonne (23 Folgen)
1963–1970: Das Kriminalmuseum (40 Folgen)
1964: Professor Bernhardi, Regie Peter Beauvais
1965: Oberst Wennerström (2 Teile mit Paul Hoffmann, Hans Caninenberg, Martin Benrath, Regie Helmuth Ashley)
1965: Bernhard Lichtenberg, Regie Peter Beauvais
1965: Klaus Fuchs – Geschichte eines Atomverrats, 2 Teile, Regie Ludwig Cremer
1966: Der Mann, der sich Abel nannte, Regie Ludwig Cremer
1966: Gespenster, Regie Peter Beauvais
1966: Der schwarze Freitag, Regie August Everding
1967: Die Mission, Regie Ludwig Cremer
1967: Der Tod läuft hinterher (3 Teile, mit Joachim Fuchsberger, Buch Herbert Reinecker, Regie Wolfgang Becker)
1968: Babeck (3 Teile, mit Helmuth Lohner, Buch Herbert Reinecker, Regie Wolfgang Becker)