An diesem Tag

Helmut Lotti

Belgischer Sänger (* 1969)

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Helmut Lotti (* 22. Oktober 1969 als Helmut Barthold Johannes Alma Lotigiers in Sint-Amandsberg bei Gent) ist ein belgischer Crossover- und Popsänger.

Im Jahr 1995 veröffentlichte er mit Helmut Lotti goes Classic das bis dahin schnellst- und meistverkaufte Album Flanderns. In den nächsten Jahren wurde Helmut Lotti mit der Vertonung und populären Interpretation klassischer Musikstücke auch über die Landesgrenzen Belgiens hinaus bekannt. Mit über 13 Millionen verkaufter Alben gilt er als erfolgreichster Sänger Flanderns.

Anfänge und Durchbruch als Popsänger

Helmut Lotti wurde als erster von drei Söhnen von Rita Lagrou und Luc Lotigiers geboren. Er entstammt einem katholischen und musikalischen Elternhaus: Sein Vater, der die Familie bereits 1974 verließ, ist ein klassischer Tenor, der Großvater Bart Lotigiers (1914–1995) war ab 1973 künstlerischer Direktor der Oper von Gent. Helmut Lotti hatte hier 1974 sein Bühnendebüt mit einer Statistenrolle in der Operette Friederike von Franz Lehár. Schon als Kind begeisterte er sich für die Musik von Elvis Presley und der Crooner. Seit 1988 trat er unter dem Pseudonym „Kevin Leach“ bei Talentwettbewerben mit Elvis-Interpretationen auf.

Im Jahr 1989 nahm er beim niederländischen Sender KRO an der Soundmixshow von Henny Huisman teil und belegte mit seiner Interpretation von Elvis Presleys My Boy den zweiten Platz. Zwei Monate nach seinem Auftritt bekam er seinen ersten Plattenvertrag bei der BMG Ariola und durch eine Angestellte des Plattenproduzenten den Künstlernamen „Helmut Lotti“, den er selbst in einem Interview als „furchtbar“ bezeichnete. Sein erster Manager wurde Roland Beirnaert.

Helmut Lotti begann seine Karriere als Popsänger. Die erste Single, Kom nu, erschien 1989 und erreichte die Spitze der Charts. Sein Debütalbum, Vlaamse Nachten, das fast ausschließlich flämische Popsongs enthielt, erschien im folgenden Jahr und wurde mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet.

Roland Beirnaert wurde durch Piet Roelen ersetzt, der seit 1991 als Manager für Lotti tätig ist. Im Jahr 1992 erschien Helmut Lottis zweites Album, Alles wat ik voel, das erneut flämische Popsongs enthielt und ebenso wie sein Vorgänger mit Gold ausgezeichnet wurde. Für seine Platte Memories, die bekannte flämische Titel in englischer Sprache enthielt, wurde Lotti erstmals mit einer Platinplatte ausgezeichnet. Für sein viertes Album, Just for you, das 1995 erschien und englischsprachige Popsongs enthielt, arbeitete er zum ersten Mal an einer Vielzahl an Titeln mit. Auch dieses Album wurde mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet.

Bereits 1994 hatte Helmut Lotti auf Anfragen Konzerte mit einem 23-köpfigen Orchester gegeben, in denen er Interpretationen klassischer Stücke vortrug. Für seine Interpretation von Lucio Dallas Titel Caruso erhielt er bei einem Auftritt mehrere Minuten lang anhaltenden Beifall, sodass sein Manager Piet Roelen schließlich vorschlug, ein Album mit klassischen Liedern aufzunehmen. Das Orchester, mit dem Helmut Lotti bereits zusammengearbeitet hatte, wurde vergrößert und der Belgier André Walschaerts als Dirigent gewonnen. Als „Golden Symphonic Orchestra“ begleitet es seitdem Helmut Lotti auf all seinen Alben und Tourneen.

Helmut Lotti Goes Classic wurde am 8. und 9. September 1995 in Antwerpen aufgenommen und erschien im selben Jahr. Das Album enthält 18 Interpretationen klassischer Melodien oder Arien. Arrangiert wurde es, wie viele folgende Alben Lottis, von Wim Bohets, der auch als Pianist im „Golden Symphonic Orchestra“ spielt. Neben neu arrangierten klassischen Melodien, zu denen Helmut Lotti englische Texte verfasste, enthielt das Album auch Interpretationen des russischen Volksliedes Kalinka und Franz Lehárs Lippen schweigen als Duett mit der schwedischen Sängerin Emma Philippa Hjälmås. Helmut Lotti Goes Classic wurde mit rund 600.000 verkauften Exemplaren die zu dem Zeitpunkt schnellst- und meistverkaufte CD Flanderns und erhielt insgesamt zwölf Mal Platin.

Aufgrund des großen Erfolges erschien 1996 das Album Helmut Lotti Goes Classic II und im nächsten Jahr Helmut Lotti goes Classic III. Beide enthielten erneut Interpretationen klassischer Melodien und Arien in modernem Arrangement, die jedoch leichter interpretiert wurden, als es noch auf Helmut Lotti Goes Classic der Fall gewesen war.

Lottis erstes Album, das in Deutschland erschien, war 1997 Helmut Lotti Goes Classic, das in Belgien im selben Jahr unter dem Titel Helmut Lotti Goes Classic III erschienen war. Die weiteren Goes-Classic-Alben erschienen in Deutschland 1998 und 1999. Das ursprünglich erste Goes-Classic-Album wurde 1999 jedoch als überholt angesehen, da sich der Gesangsstil und die Interpretation Lottis gewandelt hatten. Für den deutschen Markt, aber auch weitere internationale Veröffentlichungen wurde das belgische Album Helmut Lotti Goes Classic neu aufgenommen. In Deutschland erschien es mit leichten Änderungen in der Titelauswahl unter dem Namen Helmut Lotti Goes Classic III. Die ersten drei Alben der Goes-Classic-Reihe unterschieden sich je nach Veröffentlichungsland in ihrer Titelauswahl und Sprache einzelner Titel, sodass 2003 alle drei Alben unter einem neuen Titel in einer endgültigen Version herausgebracht wurden.

Während in Deutschland Helmut Lottis erste drei Goes-Classic-Alben erschienen, veröffentlichte er in Belgien ein Doppelalbum mit modern arrangierter Klassik. Helmut Lotti Goes Classic Final Edition und A Classical Christmas with Helmut Lotti erschienen 1998 und stellten den vorläufigen Schlusspunkt der reinen Goes-Classic-Reihe dar. Beide Alben erschienen auch getrennt. In Deutschland wurde A Classical Christmas with Helmut Lotti 2003 unter dem Titel The Christmas Album veröffentlicht.

Der erste internationale Erfolg nach Belgien und den Niederlanden war für Helmut Lotti bereits 1996 Südafrika. Nach zahlreichen Konzerttourneen folgte er daher dem Vorschlag seines Managers Piet Roelen, nach insgesamt fünf Klassik-Alben ein Album mit traditionellen Liedern Afrikas aufzunehmen. Die Aufnahmen für das TV-Special zum Album Out of Africa entstanden im Herbst 1999 im Basotho Cultural Village, einem Dorf im Qwa Qwa National-Park in Südafrika.

Helmut Lottis Ziel war es, „afrikanische Musik europäisch klingen [zu] lassen, ohne dass das Afrikanische verloren geht.“ Es gab jedoch auch Kritiker, die ihm vorwarfen, Stücke afrikanischer Folklore durch seinen eingefahrenen Stil aufgeweicht zu haben und so dem eigenen Anspruch, den „Herzschlag des Kontinents“ zu treffen, nicht gerecht geworden zu sein.

Das Album, das 1999 in Belgien und im Folgejahr in Deutschland erschien, enthielt neben traditionellen Titeln des Kontinents in Afrikaans und den Bantusprachen Zulu, Xhosa und Swahili auch populäre englischsprachige Titel wie Elton Johns Circle of Life, die sich inhaltlich mit dem afrikanischen Kontinent beschäftigen. Das Lied Out of Africa, der dem Album seinen Namen gab, wurde von Lotti selbst geschrieben.

Das Album Out of Africa hielt sich 50 Wochen in den deutschen Charts und ist damit das bisher erfolgreichste Album Helmut Lottis in Deutschland.

Lateinamerikanisches Repertoire

Latino Classics wurde das erste Album Helmut Lottis, das im Jahr 2000 zeitgleich in Belgien und in Deutschland erschien. Wie das folgende Album, Latino Love Songs, das 2001 erschien, enthielt Latino Classics Interpretationen bekannter lateinamerikanischer Lieder aus Kuba, Mexiko, Brasilien und Argentinien, eingespielt in Begleitung des Golden Symphonic Orchestra. Die Filmaufnahmen für die TV-Specials beider Alben entstanden in Mexiko.

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