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Helmstedt

Kreisstadt des Landkreises Helmstedt in Niedersachsen

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Helmstedt (plattdeutsch Helmstidde) ist die Kreisstadt des Landkreises Helmstedt in Niedersachsen (Deutschland) und eine selbständige Gemeinde. Sie liegt zwischen Elm und Lappwald, etwa 36 km östlich von Braunschweig und etwa 45 km westlich von Magdeburg an der Grenze zu Sachsen-Anhalt.

Während der deutschen Teilung befand sich hier an der Bundesautobahn 2 der wichtigste Grenzübergang (Kontrollpunkt Helmstedt) zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik sowie der westliche Endpunkt einer der Transitstrecken nach West-Berlin. Das Pendant als Grenzbahnhof war der Bahnhof Helmstedt.

Helmstedt besitzt Bauwerke, die bis in die Zeit der Romanik zurückreichen. Hervorzuheben sind Beispiele aus der Renaissancezeit sowie über 400 Professoren- und Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Die ehemalige Universitäts- und Hansestadt liegt inmitten des Naturparks Elm-Lappwald. Die Stadt ist zudem Mitglied im kulturellen Städtebund der „Neuen Hanse“.

Helmstedt liegt im Übergangsbereich zwischen dem nördlichen Harzvorland und dem Norddeutschen Tiefland in einer Senke (Helmstedter Mulde) zwischen den Höhenzügen Elm (etwa 10 km westlich) und Lappwald, der unmittelbar an das Stadtgebiet angrenzt.

Das Stadtgebiet erstreckt sich über eine Fläche von 46,97 km² und hat mit den Ortsteilen eine Nord-Süd-Ausdehnung von gut neun Kilometern bzw. von acht Kilometern in West-Ost-Richtung. Das innere Stadtgebiet ist durch eine Hügellage gekennzeichnet, sodass die Höhenangaben teilweise erheblich differieren. Im Innenstadtbereich befindet sich der tiefste Punkt bei 123 m über NHN (Messpunkt Albrechtstraße), die höchste Stelle bei 144 m über NHN (Messpunkt Eulenturm). Höchster Punkt des gesamten Stadtgebietes ist mit einer Höhe von 180 m ü. NHN eine namenlose Erhebung, auf der die Magdeburger Warte steht, der tiefste Punkt der Stadt liegt bei 114,1 m über NHN (Messpunkt Mühlgraben).

Geographisch liegt Helmstedt bei 52° 13' nördlicher Breite (Messpunkt Rathaus) und 11° östlicher Länge und damit auf dem gleichen Breitengrad wie Amsterdam und Warschau und dem gleichen Längengrad wie Erfurt und Augsburg. Der 11. Längengrad verläuft unmittelbar am Westportal des Klosters Marienberg durch das Stadtgebiet.

Im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordosten, grenzen folgende Gemeinden an Helmstedt:

Oebisfelde-Weferlingen, Beendorf, Ingersleben, Sommersdorf, Harbke, (alle im sachsen-anhaltischen Landkreis Börde), Schöningen, Wolsdorf, Süpplingen, Süpplingenburg und im Norden Mariental (alle im Landkreis Helmstedt).

Nächstgelegene Großstädte sind Braunschweig (etwa 36 km westlich), Wolfsburg (etwa 30 km nordwestlich) und Magdeburg (etwa 45 km östlich). Die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover befindet sich etwa 90 km entfernt in westlicher Richtung.

Die Stadt Helmstedt ist eine Einheitsgemeinde und gliedert sich in fünf Ortschaften:

Helmstedt (Kernstadt) mit Bad Helmstedt

Offleben (mit Hohnsleben und Reinsdorf)

Die Kernstadt umfasst den Bereich der traditionellen Altstadt sowie die angrenzenden neuen Siedlungsgebiete, die überwiegend nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen wurden. In diesem Stadtteil leben rund 21.100 Einwohner. Die beiden Stadtteile Barmke (rund 820 Einwohner) und Emmerstedt (rund 2270 Einwohner) liegen 4,5 beziehungsweise 1 Kilometer nordwestlich der Kernstadt und wurden im Jahr 1974 im Zuge einer Gebietsreform nach Helmstedt eingemeindet. Das im 19. Jahrhundert besiedelte und mitten im Lappwald gelegene Bad Helmstedt (rund 150 Einwohner) befindet sich etwa 3,5 Kilometer östlich der Kernstadt. Südöstlich der Kernstadt befinden sich Büddenstedt, Hohnsleben, Offleben und Reinsdorf, die mit der Eingemeindung Büddenstedts am 1. Juli 2017 zur Stadt kamen.

Die Stadt Helmstedt liegt innerhalb der gemäßigten Breiten im Übergangsbereich zwischen ozeanisch und kontinental geprägten Gebieten. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 8,9 °C, die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge liegt bei 608 mm. Die wärmsten Monate sind Juli und August mit durchschnittlich 17,6 °C bzw. 17,3 °C und die kältesten Januar und Februar mit 0,3 °C bzw. 0,8 °C im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt im Juni mit durchschnittlich 76 mm, der geringste im Oktober und im Februar mit durchschnittlich 39 mm. Ganzjährig werden rund 1370 Sonnenstunden registriert, wobei im Juni mit 6,2 Stunden täglich der meiste Sonnenschein zu erwarten ist.

Helmstedt und die Umgebung sind reich an archäologischen Fundstätten. Die ältesten Spuren hier anwesender Menschen wurden während der Ausgrabungen im Helmstedter Braunkohlerevier gefunden, darunter die rund 300.000 Jahre alten Schöninger Speere. Quer durch das Helmstedter Kreisgebiet verlief mit der Löss- auch eine Kulturgrenze. Während sich auf den fruchtbaren Lössböden in der Jungsteinzeit bereits bäuerliche Kulturen niedergelassen hatten, lebten nördlich von Helmstedt in den Gebieten mit minderer Bodenqualität noch mittelsteinzeitliche Jäger und Sammler. Die ältesten Siedlungen errichteten die Bauern der Jungsteinzeit im 6. Jahrtausend v. Chr. Die erste bäuerliche Kultur nördlich der Lössgrenze zeichnete sich durch ihre besondere Keramik in Form von Trichterbechern aus. Diese Menschen bestatteten ihre Toten in Großsteingräbern. Bekannt sind auch die Lübbensteine westlich von Helmstedt aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. sowie die Großsteingräber bei Süpplingenburg und Groß Steinum.

Helmstedt entwickelte sich in der Nähe des Benediktinerklosters St. Ludgeri, das vermutlich um 800 als Missionszelle von Liudger, dem ersten Bischof von Münster, gegründet wurde. Es bestand stets eine enge Verbindung zum Kloster Werden (heute ein Stadtteil von Essen), die seit der Mitte des 12. Jahrhunderts auch urkundlich belegt ist. Die älteste politische Einteilung der Region geht bis ins frühe Mittelalter auf die Gaue zurück. Die Region Helmstedt war Teil von Derlingau und Nordthüringgau. Im Laufe des Mittelalters ersetzten die Grafschaften die Gaue. Über Kaiser Lothar III. von Süpplingenburg fielen die umliegenden Helmstedter Besitzungen an die Welfen. Bis zum Jahr 1490 waren noch die Äbte des Klosters Werden-Ludgeri die Stadtherren von Helmstedt, die anschließend ihre Rechte an die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg abtraten.

Helmstedt wurde als Helmonstede das erste Mal in einer Urkunde von König Otto I. im Jahr 952 erwähnt. Verbriefte Stadtrechte sind für Helmstedt bereits im Jahr 1247 durch den Abt von Werden dokumentiert.

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