Helios-Airways-Flug 522 (HCY 522) war ein Linienflug der zypriotischen Helios Airways von Larnaka über Athen nach Prag. Am 14. August 2005 zerschellte die eingesetzte Boeing 737-300 an einem Hügel nahe dem Dorf Grammatiko, Gemeinde Marathon in Griechenland, etwa 33 Kilometer vom Athener Flughafen entfernt. Alle 121 Insassen kamen ums Leben.
Das Flugzeug startete um 09:07 Uhr Ortszeit in Larnaka und war über Athen auf dem Weg nach Prag. Beim Erreichen einer Flughöhe von 16.000 ft (4.877 m) meldete der Kapitän der Betriebszentrale der Helios, eine Take-off-Configuration-Warnung erhalten zu haben und ein Problem mit der Kühlung der Bordelektronik. Auf einer Flughöhe von 18.200 ft (5.547 m) wurden die Sauerstoffmasken in der Passagierkabine ausgelöst, währenddessen stand der Kapitän weiter im Kontakt mit der Betriebszentrale. Beim Erreichen einer Flughöhe von 28.900 ft (8.809 m) brach die Funkverbindung ab.
Um 10:40 Uhr Ortszeit erreichte das Flugzeug in Flugfläche 340 das Drehfunkfeuer „Kea“ für den Anflug auf den Athener Flughafen und begann über ihm Warteschleifen zu fliegen. Zwei alarmierte F-16 der griechischen Luftstreitkräfte aus Nea Anchialos fingen das Flugzeug nach sechs Warteschleifen um 11:24 Uhr ab. Einer der Piloten berichtete, dass der Platz des Kapitäns unbesetzt sei, und sich auf dem Platz des Kopiloten eine Person befinde, die über dem Steuerhorn liege. Außerdem hingen die Sauerstoffmasken in der Flugzeugkabine von der Decke.
Um 11:49 Uhr betrat ein Flugbegleiter ohne Sauerstoffmaske das Cockpit und nahm den Platz des Kapitäns ein. Er winkte dem F-16-Piloten kurz zu und übernahm dann die Kontrolle des Flugzeuges. Kurz darauf fiel das linke Triebwerk infolge von Treibstoffmangel aus und das Flugzeug begann zu sinken. Um 11:54 zeichnete der Flugschreiber zwei Mayday-Funksprüche auf. Bei Erreichen einer Flughöhe von 7.100 ft (2.164 m) um 12:00 Uhr Ortszeit fiel auch das rechte Triebwerk aus. Die Maschine sank nun schneller und stürzte um 12:03 in hügeliges Gelände etwa 33 km nordwestlich des Athener Flughafens ab.
Die verunglückte Maschine absolvierte ihren Erstflug am 29. Dezember 1997 und war am 15. Januar 1998 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen D-ADBQ an die Deutsche BA (später umbenannt in dba) ausgeliefert worden. Im April 2004 erwarb Helios Airways das Flugzeug von dba und stellte es am 11. April 2004 in neuen Farben mit dem Taufnamen Olympia und dem Kennzeichen 5B-DBY offiziell vor. Ab dem 16. April kam das Flugzeug bei Helios zum Einsatz.
An Bord befanden sich 115 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder. Es gab keine Überlebenden.
Bei dem Kapitän handelte es sich um einen ursprünglich aus Thüringen stammenden Deutschen aus Berlin, einen ehemaligen Interflug-Piloten, der Kopilot stammte aus Zypern. Die Passagiere stammten nach Auskunft der zypriotischen Regierung aus Zypern und Griechenland.
Der Untersuchungsbericht des griechischen Verkehrsministeriums kam zu dem Schluss, dass die Gründe für den Absturz darin lagen, dass:
Weder bei der Vorbereitung des Fluges noch beim Abarbeiten der Checklisten vor und nach dem Start erkannt wurde, dass ein Drehschalter für die Kabinendruckregelung auf „Manuell“ stand.
Warnhinweise nicht erkannt bzw. falsch interpretiert wurden
Treibstoffvorräte nach dem Ausfall der Besatzung und der Steuerung durch den Autopiloten erschöpft waren
Darüber hinaus trugen zum Absturz bei:
Eine nicht ausreichende Vertrautheit der Piloten mit dem Flugzeug
Defizite in der Organisation und in der Qualitätssicherung des Betreibers
Mangelhafte Ausübung der Aufsichtspflicht durch die zyprische Luftsicherheitsbehörde
Mangelhafte Durchführung des Crew Resource Management
Ineffektive Maßnahmen des Herstellers Boeing nach früheren Zwischenfällen
Mögliche Faktoren, die das Geschehen beeinflusst haben können, sind außerdem: