An diesem Tag

Helga Paris

Deutsche Fotografin

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Helga Paris (* 21. Mai 1938 als Helga Steffens in Gollnow, Pommern; † 5. Februar 2024 in Berlin) war eine deutsche Fotografin, die unter anderem durch ihre Alltagsfotografien in der DDR bekannt wurde.

Sie wurde als jüngstes von vier Kindern geboren. Ihr Vater Wilhelm war Schriftsetzer; er starb nach 1945 in einem sowjetischen Lager.

Nach ihrem Abitur in Zossen studierte Helga Paris von 1956 bis 1960 Modegestaltung an der Fachschule für Bekleidung in Berlin und absolvierte ein Praktikum im VEB Treffmodelle Berlin. Anschließend arbeitete sie als Dozentin für Kostümkunde und als Gebrauchsgrafikerin.

Ab 1964 begann sie, sich die Grundlagen der Fotografie autodidaktisch anzueignen. Da sie die Fotografie sehr interessierte, arbeitete sie von 1967 bis 1968 als Fotolaborantin, danach als Fotografin freischaffend. Ihr Werk ist sehr breit gefächert. So fotografierte sie 1975 Szenen aus Inszenierungen von Benno Besson an der Berliner Volksbühne und hatte 1978 ihre erste Personalausstellung an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Sie fotografierte u. a. viele Ostberliner Kunstschaffende, so Manfred Böttcher, Harald Metzkes, Heiner Müller, Nuria Quevedo, Cornelia Schleime und Christa Wolf. „Es sind Porträts von natürlicher Schönheit, ob im Atelier oder irgendwo unterwegs entstanden.“

Paris’ fotografisches Schaffen zeichnet sich durch eine eindringliche Dokumentation des ungeschminkten, grauen Alltags in Ostberlin aus, insbesondere in ihrer Heimatstraße, der Winsstraße in Prenzlauer Berg, wo sie mehr als fünf Jahrzehnte lang lebte: Ihre Bilder, oft gekennzeichnet durch eine Mischung aus Melancholie und einem feinen Gespür für das Lebendige im Eintönigen, erzählen Geschichten von den Menschen und der Atmosphäre dieser Zeit.

Mitte der 1980er-Jahre dokumentierte sie den baulichen Verfall der Innenstadt von Halle und deren Bewohner. Ihre Tochter Jenny studierte zu dieser Zeit in Halle. Die für 1986 geplante Ausstellung „Häuser und Gesichter. Halle 1983–1985“ in der Galerie Marktschlößchen in Halle wurde wenige Tage vor der Eröffnung abgesagt, da ihre Bilder zu offensichtlich die verfehlte Wohnungspolitik in Halle zeigten. Ein Katalog und Ausstellungsplakate waren bereits gedruckt.

Helga Paris war von 1972 bis 1990 Mitglied des Verbandes Bildender Künstler der DDR. Ab 1996 war sie Mitglied der Akademie der Künste.

Sie hatte in der DDR und in der Bundesrepublik und Westberlin Einzelausstellungen und war auf Gruppenausstellungen vertreten, u. a. 1982/1983 und 1987/1988 auf der IX. und X. Kunstausstellung der DDR in Dresden. 2003 erlangte ihre Ausstellung der zwölfteiligen Folge Selbstbildnisse 1981–1988 im Rahmen der Ausstellung Kunst in der DDR in der Neuen Nationalgalerie Berlin große Aufmerksamkeit.

Ihr Archiv mit über 230.000 Negativen und etwa 6.300 Filmen überließ sie 2020 der Akademie der Künste. Ab 2008 fotografierte sie nicht mehr beruflich.

Helga Paris war von 1961 bis 1974 mit dem Maler Ronald Paris (1933–2021) verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, der Fotograf Robert Paris (* 1962) und die Schmuckgestalterin Jenny Paris (* 1964). Helga Paris wohnte 58 Jahre im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Sie wurde auf dem St. Georgen Parochial Friedhof I beerdigt.

2019: Kulturpreis der DGPh als „Hochverdiente Chronistin ihrer Zeit“

Ausstellungen seit der deutschen Wiedervereinigung (unvollständig)

Weitere Ausstellungen siehe unter Weblinks: Helga Paris auf kunstaspekte.de.

2004/05: Helga Paris: Fotografien 1974–2004, Sprengel Museum Hannover, 15. September 2004 bis 13. Februar 2005, Brandenburgische Kunstsammlungen Cottbus, 1. März bis 30. April 2005

2004/05: Helga Paris: Fotografien 1967–1996, Berlinische Galerie, Berlin, 13. November 2004 bis 21. Januar 2005

2006: Häuser und Gesichter Halle 1983–85. Stadtmuseum Halle 15. März bis 30. April 2006

seit 2012: Helga Paris. Fotografie Bisher 24 Stationen weltweit. Eine Tourneeausstellung des Institut für Auslandsbeziehungen. Premiere in der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig

2019/20: Helga Paris, Fotografin. Retrospektive mit 275 Werken, Akademie der Künste (Berlin) Pariser Platz, 8. November 2019 bis 12. Januar 2020

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