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Helene Thalmann-Antenen

Schweizer Juristin, Publizistin und Frauenrechtlerin

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Helene Thalmann-Antenen (* 28. März 1906 in Biel; † 21. März 1976 in Bern) war eine Schweizer Juristin (Fürsprech), Publizistin und Frauenrechtlerin.

Helene Antenen war die Tochter des Fritz Antenen, Lehrer der Naturwissenschaften am Bieler Gymnasium, und der Sekundarlehrerin Martha Haenni. Nach dem Studium in Bern promovierte sie 1929 über die Verwandtenunterstützungspflicht bei Ernst Blumenstein und Theo Guhl (1880–1957). Im gleichen Jahr bestand sie das Fürsprecherexamen. In der Krisenzeit der dreissiger Jahre fand sie als Frau schwer eine zusagende, definitive Arbeit. Nebst der Pflege ihrer schwer erkrankten Mutter arbeitete sie u. a. im Anwaltsbureau von Ständerat Paul Charmillot in Saint-Imier und im Advokaturbureau Arthur Schneider in Bern.

Nach der Heirat mit Walter Thalmann, der Geburt eines Sohnes und dem arbeitsbedingten Umzug ihres Ehemannes nach Bern, gingen die Eheleute schliesslich auseinander und es kam zur Scheidung. Helene Thalmann-Antenen entschloss sich, ihre Berufsarbeit wieder aufzunehmen und eröffnete in Bürogemeinschaft mit Fürsprech Albertine Haenni-Wyss ein eigenständiges Anwaltsbureau.

Vehement vertrat sie, nicht zuletzt dank eigenen Erfahrungen, arbeitsrechtliche und frauenpolitische Interessen. Sie wurde zur Anwältin der Frauen. Thalmann-Antenen übernahm die Rechtsberatung des Bernischen Frauenbundes, war Mitglied der juristischen Kommission des BSF, der Arbeitsgemeinschaft Frau und Demokratie und war u. a. 1959–1962 Präsidentin des Schweizerischen Verbands der Akademikerinnen. Sie präsidierte dessen Kommissionen für die rechtliche und wirtschaftliche Stellung der Frau im Schweizerischen SVA wie im Internationalen Verband IFUW. Helene Thalmann-Antenen präsidierte die Schweizerische Vereinigung für Sozialpolitik, war Mitglied der eidgenössischen Expertenkommission für das allgemeine Arbeitsgesetz, für die Revision des Dienstvertragsrechts und der Unfallversicherung.

Thalmann-Antenen verfasste Berichte und Broschüren zum Arbeitsrecht, zur Mutterschaftsversicherung, zur Stellung der Schweizerin und zum Frauenstimm- und -wahlrecht. Sie schrieb im Auftrag der Schweizerischen UNESCO-Kommission und der Schweizerischen Vereinigung für Sozialpolitik sowie für den internationalen Arbeitskongress in Stockholm.

1971 erhielt sie den Ida-Somazzi-Preis durch die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft Frau und Demokratie. 1974 wurde sie mit dem Adelaide-Ristori-Preis des Centro Culturale Italiano geehrt.

Thalmann-Antenen Helene 1906–1976, in: Gosteli-Stiftung Worblaufen, Archiv zur Geschichte der schweizerischen Frauenbewegung

Thalmann-Antenen Helene 1906–1976, in: Dokumentensammlung der Uni Basel - UB Wirtschaft - SWA

Die Verwandtenunterstützungspflicht in der öffentlichen Armenpflege. Diss. jur. Bern. Bern 1929.

Sieben Briefe zum Frauenstimmrecht. Bern 1942.

Hat die Schweizerfrau eine politische Mission? Bern 1943.

Die Allgemeinverbindlichkeit der Gesamtarbeitverträge. Zürich 1944

Zur Orientierung über das Frauen-Stimmrecht hrsg. v. Schweiz. Verband für Frauenstimmrecht, Bern-Bümpliz : 1945

Was verstehen wir unter Demokratie? [S.l.]:[s.n.], 1948.

La situation de la femme universitaire en Suisse [S.l.] : [s.n.], 1950

Das Frauenstimmrecht als Gedanke und als Tat, [S.l.] : [s.n.], 1957

Die rechtliche, soziale und moralische Stellung der Frau. In: Schweiz / NHG, 29 (1958).

Die Stellung der Frau im schweizerischen Familien- und Erbrecht. Zürich 1958

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