An diesem Tag

Helena von Großbritannien und Irland

Britische Adlige, Tochter von Königin Victoria von Großbritannien

Anúncio

Prinzessin Helena Augusta Victoria von Großbritannien und Irland VA CI GCVO GBE RRC (* 25. Mai 1846 im Buckingham Palace, London; † 9. Juni 1923 in Schomberg House, London) war das fünfte Kind der britischen Königin Victoria und ihres Gemahls Albert von Sachsen-Coburg und Gotha.

Helena, genannt „Lenchen“, wurde am 25. Mai 1846, dem Tag nach dem 27. Geburtstag ihrer Mutter, im Buckingham Palace in London geboren. Prinz Albert vertraute seinem Bruder Ernst II, dem Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha, an, dass Helena „ganz blau auf diese Welt kam, aber sie ist jetzt ganz gut“. Er fügte hinzu, dass die Königin „länger und mehr als sonst gelitten hat und sie sehr ruhig bleiben muss, um sich zu erholen.“ Den Namen „Helena“ erhielt sie zu Ehren ihrer Patentante Hélène, Herzogin von Orléans. Weitere Paten waren der Großherzog von Mecklenburg und die Herzogin von Cambridge. Vom dynastischen Standpunkt aus gesehen erwartete sie keine große Zukunft, da sie bereits zwei Brüder und zwei Schwestern hatte.

Schon früh zeigten sich bei ihr die Charaktereigenschaften, die sie ihr Leben lang auszeichnen sollten: Sie war äußerst pflichtbewusst, liebenswürdig zu jedem, den sie näher kennenlernte, und sehr loyal gegenüber ihrer Familie und ihren Freunden. Ihre Vorlieben waren für eine Prinzessin eher ungewöhnlich, da sie gerne schwamm, mit ihren Brüdern um die Wette lief und sich für die technischen Errungenschaften ihres Jahrhunderts begeisterte. Sie spielte zwar sehr gut Klavier, besaß jedoch sonst im Gegensatz zu den anderen Mitgliedern ihrer Familie kein nennenswertes künstlerisches Talent.

Der Tod ihres Vaters im Dezember 1861 erschütterte die erst fünfzehnjährige Prinzessin zutiefst, zumal ihre herrische Mutter sie sehr einschüchterte. Nachdem ihre älteren Schwestern, Victoria und Alice, beide geheiratet hatten, fiel Helena die Rolle der Privatsekretärin ihrer Mutter zu und stand dieser auch bei offiziellen Anlässen zur Seite.

Gleichzeitig stellte sich Königin Victoria die Aufgabe, für ihre dritte Tochter einen passenden Ehemann zu finden, der nach ihrem Dafürhalten jedoch nicht aus einem regierenden Fürstenhaus stammen musste. Helena war ein wenig untersetzt und galt trotz ihrer schönen Haare, ihrer feinen Gesichtszüge und ihrer großen bernsteinfarbenen Augen als wenig attraktiv.

Bei einem Besuch in Deutschland, im Herbst 1865, lernte die neunzehnjährige Prinzessin ihren zukünftigen Ehemann, Prinz Christian von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg (1831–1917), kennen. Als Heiratskandidat schien er auf den ersten Blick nicht in Frage zu kommen, da er weder vermögend war noch eine Stellung innehatte; zudem war er fünfzehn Jahre älter als Helena, die sich dennoch in den Kopf setzte, ihn zu heiraten. Königin Victoria willigte in die Eheschließung nur unter der Bedingung ein, dass das Paar sich in England niederlassen und immer in ihrer Nähe sein sollte.

Die Hochzeit fand am 5. Juli 1866 in der Privatkapelle von Windsor Castle statt; ihre Hochzeitsreise führte Helena und Christian nach Paris, Interlaken und Genua. Das Paar bewohnte zunächst Frogmore House auf dem Gelände von Windsor Castle, bevor es sich dann später in Cumberland Lodge – ganz in der Nähe seines ersten Wohnsitzes – niederließ. Hier auf dem Land fühlte sich Helena wohl. Ihr Ehemann Prinz Christian, der den Titel „Königliche Hoheit“ erhielt, bekam die Aufsicht über die königlichen Gärten von Schloss Windsor.

Aus der Ehe gingen sechs Nachkommen hervor:

Christian Victor (* 14. April 1867 – † 29. Oktober 1900)

Albert (* 26. Februar 1869 – † 27. April 1931)

Helena Victoria (* 3. Mai 1870 – † 13. März 1948)

Marie Louise (* 12. August 1872 – † 8. Dezember 1956) ⚭ 1891 Aribert von Anhalt

Harald (* 12. Mai 1876 – † 20. Mai 1876)

Totgeborener Sohn (*/† 7. Mai 1877).

Das Paar führte ein nahezu sorgenfreies und ruhiges Leben; seine Hauptaufgabe bestand darin, Königin Victoria bei ihren Schreibarbeiten zu unterstützen. Die vier verbleibenden Kinder bereiteten Helena und Christian große Freude; auch hatte das Paar genug Zeit, um sich seinen Kindern zu widmen, und Prinz Christian brachte ihnen persönlich Deutsch bei. Helena übernahm außerdem viele wohltätige Aufgaben – so wurde sie z. B. während des Deutsch-Französischen Krieges zur Mitbegründerin des britischen Roten Kreuzes.

Im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts wurde Helena aufgrund psychischer Probleme, deren Ursache unbekannt geblieben ist, zunehmend opiumsüchtig. Allerdings gelang es ihrem Arzt, Dr. Reid, sie von der Sucht zu heilen.

Nach dem Tod ihrer Mutter Königin Victoria am 22. Januar 1901 verringerten sich Helenas offizielle Pflichten, jedoch nahm sie weiterhin – wie ihr Ehemann Prinz Christian – repräsentative Aufgaben wahr. Altersleiden wie Neuralgien und Rheuma sowie Sehstörungen, die vermutlich auf ihren langjährigen Opiumkonsum zurückzuführen waren, stellten sich bei ihr ein.

Während des Ersten Weltkriegs besuchte sie in ihrer Funktion als Vorsitzende der Royal British Nurses’ Association trotz ihres fortgeschrittenen Alters viele Krankenhäuser. Im Jahre 1916 feierten sie und ihr Mann Goldene Hochzeit – von ihren Geschwistern war Helena diejenige, deren Ehe am längsten dauerte. Im Jahr darauf starb Prinz Christian nach kurzer Krankheit in seiner Londoner Residenz Schomberg House.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Helena von Großbritannien und Irland | World in Stories