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Heinz Peter Kämmerer

Deutscher Chirurg

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Heinz Peter Kämmerer (* 1. August 1927 in Weimar; † 3. Juni 2017 in Tecklenburg) war ein deutscher Chirurg.

Heinz Peter Kämmerer wurde am 1. August 1927 in Weimar als Sohn von Alfred Richard III. Kämmerer und Ella Rosa Meier geboren. Sein Vater, Alfred Richard III. Kämmerer, ein Sohn von Robert Richard II. von Saalfeld, war Oberingenieur der Firma Mix & Genest und wurde am 6. Mai 1945 während des Prager Aufstands als ziviler Gast eines Prager Hotels getötet.

Seine Jugend verbrachte Kämmerer in Dresden. Dort besuchte er die Dreikönigsschule (Realgymnasium), die 1945 zerstört wurde. Im Frühjahr 1945 wurde er noch von der Kriegsmarine eingezogen und geriet anschließend in britische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung im Jahr 1947 ging er nach Göttingen, um Medizin zu studieren.

Medizinstudium und akademische Laufbahn

Von 1947 bis 1952 studierte Kämmerer Medizin an der Georg-August-Universität Göttingen. Nach einer ersten Tätigkeit als Assistenzarzt im Jahr 1953 setzte er seine klinische Laufbahn an der Göttinger Universität fort und übernahm später eine Oberarztstelle. Schließlich wurde er zum außerplanmäßigen Professor (apl. Professor) der Universität berufen.

Seine wissenschaftliche Arbeit konzentrierte sich insbesondere auf die medizinische Anwendung von Tetracyclinen. In mehreren Untersuchungen befasste er sich mit der Markierung und Darstellung des Knochenstoffwechsels sowie mit der Verwendung von Tetracyclin zur experimentellen Untersuchung von Knochen und Knochentransplantaten. Seine Publikationen zeigen dabei eine enge Verbindung von chirurgischer Forschung, Histologie und klinischer Anwendung.

Die von ihm verfasste Schrift „Die Markierung des Knochenstoffwechsels durch Antibiotica der Tetracyclingruppe“ erschien 1965 in Göttingen. Zu seinen weiteren Arbeiten zählen Untersuchungen zur Tetracyclinablagerung in Zähnen, zur Darstellung von Knochentransplantaten sowie zu klinischen Erfahrungen mit Tetracyclin-Derivaten.

1974 wechselte Kämmerer nach Westfalen und übernahm die Stelle des Chefarztes der Chirurgischen Abteilung des Evangelischen Krankenhauses Lengerich. Gemeinsam mit dem Chefarzt der Inneren Medizin, Otto Lange, übte er turnusmäßig die Funktion des ärztlichen Direktors aus. In dieser Zeit war er maßgeblich an der Konzeption und Entwicklung des Neubaus des Evangelischen Krankenhauses beteiligt. Bis zu seiner Pensionierung 1992 blieb er Chefarzt der Chirurgischen Abteilung; aus dem Krankenhaus ging später die heutige Helios Klinik Lengerich hervor.

Auch nach dem Wechsel nach Westfalen blieb Kämmerer der Medizin und seinem Krankenhaus eng verbunden. Sein Wirken in Lengerich prägte insbesondere die chirurgische Versorgung und die bauliche Entwicklung des Hauses in einer Phase des strukturellen Ausbaus.

1961 heiratete Heinz Peter Kämmerer Anna Katharina Irmgard Schnitzerling. Das Paar hatte seinen Lebensmittelpunkt zunächst in Göttingen. Ihr Sohn Thomas Richard Kämmerer wurde 1962 in Göttingen geboren. 1974 zog die Familie nach Lengerich; 1980 ließ sie sich endgültig in Tecklenburg nieder.

In Tecklenburg engagierte sich Kämmerer unter anderem im Umfeld des Matthias-Claudius-Hauses. Die Familie blieb der Region auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand eng verbunden. Heinz Peter Kämmerer starb am 3. Juni 2017 in Tecklenburg.

Wissenschaftliche Veröffentlichungen (Auswahl)

G. Bothmann, Wilhelm Eger, Heinz Kämmerer: Experimentelle Beiträge zur Tetracyclinablagerung in den Zähnen. In: Dtsch. Zahnärztliche Zeitschrift, 828–839, Köln 1965.

Wilhelm Eger, Günther Fuchs, Heinz Kämmerer: Beiträge zum Verhalten von Knochentransplantaten, untersucht am Dünnschliff nach Tetracyclin-Markierung. In: Langenbecks Arch., 307, 338, Göttingen 1964.

Wilhelm Eger, F. Götz, Heinz Kämmerer: Herstellung von Dünnschliffen aus Knochen und Weichgewebe nach Markierung mit Tetracyclinen. In: Langenbecks Arch., 306, 205, Göttingen 1964.

Heinz Kämmerer: Die Markierung des Knochenstoffwechsels durch Antibiotica der Tetracyclingruppe. Göttingen 1965.

Heinz Kämmerer, Günther Fuchs, Wilhelm Eger, Eberhard Koch: Enterocolitis-Häufigkeit und Antibiotica (Chir. Klin. u. Path. Inst., Univ., Göttingen u. Med. Klin., Univ., Gießen.). In: Chirurg, 36, 1965, S. 448–451.

Günther Fuchs, Heinz Kämmerer: Klinische Erfahrungen mit dem neuen Tetracyclinabkömmling Reverin. (Clinical tests of the new tetracycline derivative reverdin), Med. Klin. 54: 260-4, 1959.

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