An diesem Tag

Heinz Knobloch

Deutscher Schriftsteller und Feuilletonist

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Heinz Knobloch (* 3. März 1926 in Dresden; † 24. Juli 2003 in Berlin-Pankow) war ein deutscher Schriftsteller und Feuilletonist.

Knobloch war der Sohn eines Reproduktionsfotografen. Die Familie kam 1935 nach Berlin. Knobloch besuchte bis 1942 die Oberschule. Er begann eine Lehre als Verlagskaufmann, wurde aber 1943 für die Teilnahme am Zweiten Weltkrieg eingezogen. Von 1944 bis 1948 war er in den USA und in Schottland in Kriegsgefangenschaft, aus der er zur Arbeitsaufnahme in die sowjetische Besatzungszone ging. 1948 arbeitete er in Berlin als Bürohilfskraft und ab 1949 als Redakteur, ab 1953 bei der neugegründeten Wochenpost. 1952 siedelte er in die DDR über. Von 1954 bis 1960 machte er ein Fernstudium an der Fakultät Journalistik der Karl-Marx-Universität Leipzig, das er als Diplomjournalist abschloss. Ab 1957 war Knobloch verantwortlicher Redakteur im Kulturteil der Wochenpost, wo er dem Genre Feuilleton in der DDR zu neuer Blüte verhalf. Als Vorbilder galten ihm Vertreter des klassischen Feuilletons wie Heinrich Heine, Victor Auburtin, Alfred Polgar oder Kurt Tucholsky. Seine Feuilletons erschienen auch in vielen anderen Zeitungen und wurden in verschiedene Sprachen übersetzt.

Bereits Anfang der 60er Jahre gehörte er auch dem Deutschen Schriftstellerverband an und veröffentlichte eigene Werke, in denen er seinem feuilletonistischen Stil treu blieb.

Knobloch heiratete 1953 Helga Leutloff, aus der Ehe gingen die Tochter Dagmar (* 1957) und der Sohn Daniel Knobloch (* 1964) hervor. Er starb 2003 im Alter von 77 Jahren, und wurde auf eigenen Wunsch in der Familiengrabstätte auf dem Johannisfriedhof in Dresden-Tolkewitz beigesetzt.

Knobloch ist vor allem durch seine 1000 Feuilletons bekannt geworden, die über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren allwöchentlich in der Wochenpost unter der Kolumnen-Rubrik „Mit beiden Augen“ erschienen und von dem Grafiker und Maler Wolfgang Würfel illustriert wurden. Seine informativen und humorvollen Artikel erreichten eine sehr große Leserschaft. Es liegt eine Vielzahl von Sammelbänden seiner Feuilletons vor. Gleichzeitig beschäftigte er sich mit theoretischen Fragen des Feuilletons als literarischer Gattung, gab auch dazu mehrere Sammelbände heraus, und entdeckte für die Öffentlichkeit Berliner Feuilletonisten der Vergangenheit wieder, wie Auburtin, von dem er in der DDR Feuilletons herausgab, und Julius Rodenberg.

Durch intensive Recherchen hat Knobloch mit seinen Büchern auch zur Wiederentdeckung von weiteren Persönlichkeiten und zur Aufklärung bis dahin unbekannter historischer Sachverhalte beigetragen. Sein Buch Herr Moses in Berlin beschreibt den Berliner Philosophen Moses Mendelssohn, in Meine liebste Mathilde porträtiert Knobloch Mathilde Jacob, die Sekretärin Rosa Luxemburgs, Der beherzte Reviervorsteher erzählt die Geschichte um den durch den Polizisten Wilhelm Krützfeld verhinderten Brand der Synagoge in der Oranienburger Straße während der Novemberpogrome 1938. Der arme Epstein bringt Licht in die Geschichte um den Tod des Berliner SA-Mannes Horst Wessel.

Sein Nachlass befindet sich in der Staatsbibliothek zu Berlin.

1965: Heinrich-Heine-Preis des Ministeriums für Kultur der DDR

1979: Goethepreis der Stadt Berlin

1980: Louis-Fürnberg-Preis des Rates des Bezirks Erfurt

1986: Nationalpreis der DDR III. Klasse für Kunst und Literatur

1994: Moses-Mendelssohn-Preis für Toleranz (gemeinsam mit Inge Deutschkron)

1998: Verdienstorden des Landes Berlin

Nach Knoblochs Tod hat sich in Berlin der „Freundeskreis Heinz Knobloch“ gebildet, um sein Werk und Andenken zu pflegen. Am 3. März 2005 wurde in Berlin-Pankow die Grünanlage vor dem langjährigen Wohnhaus Knoblochs (zwischen Masurenstraße, Samländischer Straße, Berliner Straße und Mühlenstraße) zeremoniell zum Heinz-Knobloch-Platz umbenannt. Der dort aufgestellte Stein mit Heinz Knoblochs Profil in Bronze stammt von dem Pankower Bildhauer Gerhard Thieme. Am 24. Juli 2013 wurde an Knoblochs früherem Wohnhaus in der Masurenstraße 4 in Berlin-Pankow eine Berliner Gedenktafel angebracht. Aus Anlass des 100. Geburtstages wurde neben dem Gedenkstein eine Informationstafel durch den Bezirk Pankow und den Freundeskreis Heinz Knobloch am 24. Juli 2026 der Öffentlichkeit übergeben.

Heinz Knobloch hat in Berlin mindestens sechs Gedenktafeln „verursacht“, wie er im Jahr 2000 in einem Interview erklärte. Diese sind auch heute noch im Stadtbild zu finden. Es sind dies:

Mahntafel auf dem Bebelplatz 2 am Alten Palais (jetzt Juristische Fakultät der Humboldt-Universität)

Gedenktafel für Moses Mendelssohn, dem jüdischen Aufklärer in Berlin, am Jüdischen Gymnasium Große Hamburger Straße 27

Gedenktafel zur Verhinderung des Brandes der „Neuen Synagoge“ in Berlin durch einen preußischen Polizeibeamten, Oranienburger Straße

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