An diesem Tag

Heinz Flohe

Deutscher Fußballspieler

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Heinz Flohe, auch „Flocke“ genannt (* 28. Januar 1948 in Euskirchen; † 15. Juni 2013 in Vettweiß), war ein deutscher Fußballspieler.

In seinem Heimatverein TSV Euskirchen entwickelte sich das Talent des technisch herausragenden Offensivspielers Heinz Flohe. Am 7. November 1965 debütierte er in der DFB-Juniorenauswahl, die in Belgrad mit 0:1 gegen die Auswahl Jugoslawiens verlor. Im Mai 1966 nahm er mit der DFB-Mannschaft am UEFA-Juniorenturnier in Jugoslawien teil, bei dem er allerdings nur beim 1:1-Unentschieden gegen die Auswahl Schottlands mitwirkte. Sein einziges Tor für diese Auswahlmannschaft gelang ihm bereits in seinem zweiten Länderspiel, am 19. April 1966 in Grenchen, beim 3:2-Sieg gegen Gastgeber Schweiz. Für die Saison 1966/67 wurde er vom ersten Deutschen Meister der Bundesliga-Ära, dem 1. FC Köln, verpflichtet. Kölns neuer Trainer Willi Multhaup holte damals neben dem Nachwuchstalent Flohe mit Torhüter Milutin Šoškić und Flügelstürmer Roger Magnusson auch internationale Spieler. In seiner ersten Bundesligasaison kam Flohe auf 18 Einsätze und zwei Tore.

Am 3. Mai 1967 debütierte er in der U-23-Nationalmannschaft des DFB gegen die Tschechoslowakei in Mönchengladbach an der Seite von Günter Netzer, Jupp Heynckes, Horst Köppel und Herbert Wimmer. Der Gewinn des DFB-Pokals war der erste Titel für den Mittelfeldtechniker. Am 9. Juni 1968 besiegten die Kölner in Ludwigshafen den VfL Bochum mit 4:1. Bundestrainer Helmut Schön setzte Flohe erstmals am 22. November 1970 in der A-Nationalmannschaft ein. Flohe wurde in der 79. Minute für Günter Netzer eingewechselt; Deutschland bezwang die Auswahl Griechenlands in Athen mit 3:1 Toren. Sein erstes von acht Länderspieltoren erzielte er am 30. Juni 1971 in Kopenhagen beim 3:1-Sieg über das gastgebende Dänemark mit dem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 in der 83. Minute.

Flohe absolvierte zwischen 1966 und 1979 343 Bundesligaspiele für den 1. FC Köln und für 1860 München. Mit den „Geißböcken“ gewann er 1978 die deutsche Fußballmeisterschaft sowie 1968, 1977 und 1978 den DFB-Pokal.

Zwischen 1970 und 1978 bestritt Flohe 39 Länderspiele für die A-Nationalmannschaft, in denen er acht Tore erzielte, darunter das 1000. Länderspieltor der deutschen Fußballnationalmannschaft mit dem Treffer zum 1:0 gegen die Tschechoslowakei am 17. November 1976. Er nahm an den Fußballweltmeisterschaften 1974 und 1978 teil. 1974 wurde er Weltmeister. Er kam dreimal zum Einsatz, gegen die DDR von Beginn an, saß im Finale aber nur auf der Bank. Bei seinen sieben WM-Einsätzen gelangen ihm zwei Tore. 1976 wurde er mit der Nationalmannschaft Vize-Europameister. Deutschland verlor das Finale im Elfmeterschießen, bei dem Flohe seinen Elfmeter verwandeln konnte.

Am 1. Dezember 1979 erlitt Flohe durch ein Foul von Paul Steiner, damals Spieler des MSV Duisburg, einen komplizierten Schien- und Wadenbeinbruch, der das Ende seiner aktiven Karriere bedeutete. An den dabei erlittenen Nervenschäden litt Flohe noch lange. Er stellte Strafantrag gegen Steiner, der jedoch nicht zu einer Verurteilung führte. Spätere Versuche, Steiner auf Schadenersatz zu verklagen, blieben erfolglos.

Nach seiner aktiven Karriere war Flohe als Co-Trainer beim 1. FC Köln tätig. Zudem trainierte er zwei Fußballvereine im Kreis Euskirchen – seinen Heimatverein TSC Euskirchen, den er von 1981 bis in die Saison 1990/91 betreute und mit dem er 1982 in die Landesliga und 1983 in die Verbandsliga Mittelrhein aufstieg, sowie den TuS Olympia Ülpenich. Für den TSC Euskirchen war er mehrfach als Vorstandsmitglied für den Bereich Talentsichtung (zuletzt 2005–2007) tätig, in der Saison 2009/10 war er nur noch als Talentsichter ohne Vorstandsfunktion eingebunden. Zudem unterstützte er seinen Sohn Nino bei der täglichen Arbeit als Trainer.

Flohe wurde 1992 erstmals am Herzen operiert und musste sich am 7. Januar 2004 wegen anhaltender Herzrhythmusstörungen erneut einer Operation unterziehen. Dabei wurde ihm eine neue Herzklappe eingesetzt. Am 11. Mai 2010 brach Heinz Flohe nach einem Schwächeanfall zusammen, danach versetzte man ihn in ein künstliches Koma, aus dem er jedoch nicht mehr erwachte: Er blieb bis zu seinem Tod im Wachkoma. Zunächst lag er in der Kölner Uni-Klinik, anschließend in einem Rehabilitationszentrum in Düren.

Am 15. Juni 2013 starb Flohe im Alter von 65 Jahren. Er hinterließ seine Ehefrau und einen gemeinsamen Sohn. Die Beisetzung fand auf dem städtischen Friedhof Euskirchen statt.

1. FC Köln: 329 Spiele, 77 Tore

TSV 1860 München: 14 Spiele, 4 Tore

Europapokal der Landesmeister; Europapokal der Pokalsieger; UEFA-Pokal

Zweiter der Meisterschaft: 1973

DFB-Pokalsieger: 1968, 1977, 1978

DFB-Pokal-Finalist: 1970, 1971, 1973

Zweiter der Europameisterschaft 1976

Aufnahme in die Hall of Fame des 1. FC Köln: 2018

Heinz Flohe hegte große Sympathien für den FC Schalke 04. Als Jugendspieler wollte er eigentlich dorthin gehen, doch seine Mutter bestand darauf, dass ihr Sohn in der „Heimat“ spielen sollte.

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