An diesem Tag

Heinz-Harald Frentzen

Deutscher Automobilrennfahrer

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Heinz-Harald Frentzen (* 18. Mai 1967 in Mönchengladbach) ist ein ehemaliger deutscher Automobilrennfahrer. Er startete von 1994 bis 2003 bei 157 Grand-Prix-Rennen in der Formel 1 und wurde dort 1997 Vizeweltmeister. Von 2004 bis 2006 fuhr Frentzen in der DTM, anschließend war er bei Langstreckenrennen und in der Speedcar Series aktiv. In den Saisons 2011 und 2012 startete er im ADAC GT Masters.

Der in Rheydt aufgewachsene Frentzen, Sohn eines Deutschen und einer Spanierin, war 13 Jahre alt, als er 1980 in den Kart-Sport einstieg. 1981 wurde er Deutscher Juniorenmeister. 1983 traf Frentzen erstmals Michael Schumacher auf der Kartbahn in Kerpen. Vater Harald Frentzen erinnerte sich an diese Begegnung: „Schumacher war der Beste in Kerpen, niemand konnte ihn schlagen, aber dann kam Heinz-Harald und siegte. Michael wurde Zweiter – zum ersten Mal.“ 1986 wechselte Frentzen in die Formel Ford 2000, von wo aus der Aufstieg in höhere Rennklassen beginnen sollte. Das erste Jahr im Team Reynard verlief recht gut: Ein 4., zwei 1., zwei 2., zwei 3. und ein 5. Platz stehen am Ende der Saison auf der Haben-Seite einem Ausfall gegenüber. Das zweite Jahr in der Formel Ford 2000 brachte mit 18 Zählern nur auf Rang acht. 1988 wechselte er in die deutsche Formel-Opel-Meisterschaft. Mit sieben Siegen gewann er den Titel. Im darauffolgenden Jahr entwickelte sich ein packender Dreikampf um den Sieg in der Formel-3-Meisterschaft zwischen dem Österreicher Karl Wendlinger, Frentzen und Michael Schumacher, an dessen Ende Wendlinger mit 164 Punkten vorne lag – vor Frentzen und Schumacher mit je 163 Zählern.

Diese drei Piloten trafen sich kurze Zeit später wieder, um 1990 für das Juniorteam von Mercedes-Benz bei den Gruppe C-Sportwagen anzutreten. Dort sollten sie unter der Leitung von Jochen Mass für höhere Aufgaben qualifiziert werden. Mass erinnert sich: „Alle drei waren sehr schnelle Jungs, aber jeder hatte andere Stärken und Schwächen. Was mich bei Heinz-Harald überraschte, war seine Fähigkeit, auf Anhieb schnell zu sein. Bei einem Testtag in Jerez hatte er noch keine fliegende Runde gedreht, aber dafür machte er Witze mit den Mechanikern, bis ich rüberging und ihm sagte, er solle sich besser aufs Fahren konzentrieren. Da war er zwar etwas eingeschnappt, doch er fuhr raus und drehte seine erste fliegende Runde – die auch prompt die schnellste des Tages war.“

Frentzen verließ das Team am Ende der Saison, um für 1991 in die Formel 3000 zu wechseln, die zu dieser Zeit als das Sprungbrett zur Formel 1 galt. Im Team von Eddie Jordan konnten Frentzen und sein Teamkollege Eddie Irvine aufgrund nicht konkurrenzfähigen Materials jedoch kaum Erfolge verbuchen. In den Jahren 1992 und 1993 verdingte sich Frentzen gezwungenermaßen in der Formel Nippon, da das Jordan-Team in die Formel 1 gewechselt war und er keinerlei lukrative Angebote – weder aus der Formel 1 noch aus der Formel 3000 – vorliegen hatte.

Für 1994 entschloss sich Mercedes-Benz nach fast 40 Jahren Abstinenz zur Rückkehr in den Grand-Prix-Sport. Dazu kauften sie sich bei der englischen Motorenschmiede Ilmor ein, benannten die Motoren in Mercedes um und ließen sie weiterhin dort entwickeln. Da Ilmor auch das Team von Peter Sauber mit Triebwerken belieferte, war es nur logisch, mit dem Schweizer Rennstall zusammenzuarbeiten. Dem bereits seit 1993 bei Sauber unter Vertrag stehenden Wendlinger wurde Frentzen als Teamkollege zur Seite gestellt.

Frentzens Formel-1-Karriere begann 1994 in Brasilien mit einem 5. Startplatz hervorragend, auch wenn sich der Mönchengladbacher im Rennen rausdrehte. Bereits im zweiten Rennen konnte er mit Platz fünf seine ersten Weltmeisterschaftspunkte verbuchen. Der weitere Saisonverlauf geriet allerdings zur Katastrophe: Nach den tödlichen Unfällen von Ayrton Senna und Roland Ratzenberger verunglückte Frentzens Teamkollege Wendlinger in Monaco schwer und lag einige Wochen im Koma, was das Team sowie Frentzen schwer belastete. Erst langsam konnte sich HHF von dem Schock erholen, schlug sogar in seiner Erschütterung ein Angebot von Frank Williams aus, anstelle des tödlich verunglückten Senna für sein Team zu fahren. Zu groß war die Solidarität zu seinem Chef Peter Sauber, den er in der Not nicht allein lassen wollte.

Gegen Ende der Saison schaffte es Frentzen sogar noch dreimal in die zweite Startreihe. Seine guten Startpositionen konnte er im Rennen allerdings nicht in entsprechende Resultate umwandeln. In den Folgejahren vermochte Frentzen nach dem Abgang von Mercedes zum McLaren-Team mit Ford-Motoren zwar einige Achtungserfolge erzielen, stand aber insgesamt ohne nennenswerte Resultate da. Immerhin schaffte er 1995 in Monza in einem von vielen Ausfällen geprägten Rennen als Dritter seine erste Podestplatzierung in der Formel 1. 1996 scheiterte er in Monaco an seiner eigenen Ungeduld. Nachdem der vor ihm liegende Eddie Irvine sich nicht hatte überrunden lassen, startete er einen Überholversuch, der für beide im Aus endete. Im Herbst allerdings verkündete er den größten Meilenstein seiner Karriere: den Wechsel zum Weltmeisterteam Williams, wo er Seriensieger Damon Hill ersetzen sollte.

Entsprechend hohe Erwartungen lasteten in der Saison 1997 auf Frentzen, dessen Teamkollege Jacques Villeneuve ihn zudem psychologisch unter Druck zu setzen wusste. Schnell zeigte sich, dass der sensible HHF mit der als kühl und schroff beschriebenen Arbeitsatmosphäre im erfolgsverwöhnten Team Williams nicht zurechtkam. Er scheiterte an der schwierigen Aerodynamik seines Rennautos, der Nervenstärke seines Teamkollegen und viel Pech, das gute Ergebnisse einige Male vereitelte. In Melbourne explodierte ihm drei Runden vor Schluss eine zu dünn dimensionierte Bremsscheibe, in Monaco musste er auf Anweisung seines Teams bei Regen mit Trockenreifen starten, in Silverstone würgte er seinen Motor ab, weil er am Start versehentlich zwei Knöpfe gleichzeitig gedrückt hatte, in Hockenheim kollidierte Frentzen mit Irvine und am Hungaroring lag er in Führung, ehe ein defekter Tankverschluss sein Auto in Flammen setzte. Trotzdem konnte er beim Großen Preis von San Marino seinen Premierensieg feiern. Jedoch war Patrick Head nicht 100 % glücklich mit dem Sieg, da Frentzen durch ein effizientes Benzinmanagement – welches er in seiner Zeit in der Gruppe C lernte – zwei Runden länger draußen bleiben konnte und so gegenüber Michael Schumacher einen klassischen „Overcut“ machen konnte. Head wollte, dass Frentzen das Rennen auf der Strecke gewinnt und nicht durch das Sparen von Benzin. Bei der anschließenden Pressekonferenz nach dem Rennen sorgte Frentzen für Lacher, indem er die deutsche Redewendung „Balsam auf die Seele“ ins Englische mit den Worten „Oil on my soul“ übersetzte. In Monaco konnte Frentzen erstmals eine Pole-Position in der Formel 1 feiern. Bei diesem einen Triumph blieb es allerdings trotz des schnellsten Autos im Feld, mit dem Villeneuve der Weltmeisterschaft entgegenfuhr. Am Ende der Saison wurde Frentzen durch die Bestrafung von Michael Schumacher, dem nach seiner Kollision mit Villeneuve im letzten Rennen der zweite Platz der Fahrerwertung aberkannt wurde, Vize-Weltmeister mit 42 Punkten.

Für 1998 wurden die Regeln in der Formel 1 grundlegend verändert (u. a. Reduzierung der Fahrzeugbreite von zwei auf 1,80 m und Einführung von Rillenreifen). Williams bewältigte diesen Schritt schlechter als andere Teams und fiel hinter McLaren und Ferrari zurück. Zudem hatte sich der Motorenpartner Renault mit dem Ende der Saison 1997 aus der Formel 1 zurückgezogen, sodass Williams für die Wartung der Vorjahresmotoren bezahlen musste. Außerdem war Williams’ Star-Designer Adrian Newey zu McLaren gewechselt. Der große Erfolg blieb aus, so dass lediglich eine Podestplatzierung für Frentzen zu Buche stand. Am Ende des Jahres trennte sich Williams vom Mönchengladbacher, der die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen konnte. Er tauschte mit Ralf Schumacher das Cockpit und kehrte zu seinem alten Teamchef Eddie Jordan zurück.

1999 fuhr Frentzen für Jordan. In seinem ersten Jahr für den irischen Rennstall strafte Frentzen alle Kritiker Lügen. An der Seite von Ex-Weltmeister Damon Hill bescherte er dem Jordan-Team die erfolgreichste Saison seiner Geschichte, in der er zwei Rennen gewinnen konnte und lange ein Wort um den WM-Titel mitredete. Das Auto war laut Frentzen ein solides Auto, hatte jedoch Vorteile auf Strecke, wo der Abtrieb keine große Rolle spielt, u. a. in Monza, wo Frentzen später in der Saison gewinnen sollte. Jedoch gab es immer wieder Probleme mit den Bremsbelägen bei einer Konfiguration mit hohem Abtrieb. Diese Probleme machten sich in Montréal bemerkbar, als Frentzen vier Runden vor Schluss auf Platz zwei einen Bremsdefekt erlitt und rückwärts in die Streckenbegrenzung rutschte. Nach seinem Ausfall am Nürburgring aber, wo er in Führung liegend ausschied. Hierbei ging sein Auto laut eigenen Aussagen in den „Anti-Stall Mode“ und starb anschließend ab, wodurch Frentzen das Auto abstellen musste. Beim kommenden Rennen auf der neuen Strecke in Sepang löste sich die Kopfstütze, so dass er die Qualifikation im Ersatzauto bestreiten musste. Da diese Konfiguration gar nicht funktionierte, qualifizierte sich Frentzen nur auf Rang 14. Im Rennen kam Frentzen zwar auf Platz 6, musste jedoch nach diesem Rennen seine Titelträume begraben. Dieses Rennen in Malaysia bezeichnete Frentzen im Nachhinein als „das Schlechteste der gesamten Saison“. Frentzen musste sich am Ende mit Platz drei in der Fahrerwertung begnügen.

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