An diesem Tag

Heinrich Richter (Schauspieler)

Deutscher Schauspieler, Regisseur und Hochschullehrer

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Carl Johann Georg Heinrich Richter (* 18. Oktober 1820 in Berlin; † 22. Mai 1896 in München) war ein deutscher Schauspieler, Regisseur und Hochschullehrer.

Heinrich Richter war der älteste Sohn eines Geheimrats im Berliner Finanzministerium; die Familie stammte ursprünglich aus Ansbach. Sein Urgroßvater war zu Lebzeiten Prediger in Markt Ipsheim gewesen und sein Vater war, nachdem das seit 1791 preußische Ansbach nach der Schlacht bei Jena 1806 wieder bayrisch wurde, nach Berlin übergesiedelt. Seine Familie war mit dem Schriftsteller Jean Paul Richter verwandt.

1849 heiratete er Minna, die Tochter (* 21. August 1825 in Leipzig; † 17. März 1878 in München) des Großkaufmanns Heinrich Meyer; gemeinsam hatten sie mehrere Kinder.

Gustav Adolf Goldberg porträtierte ihn.

Heinrich Richter starb am 22. Mai 1896 im Alter von 75 Jahren und wurde auf dem Alten Südfriedhof in München beigesetzt.

Heinrich Richter besuchte das Französische Gymnasium Berlin und interessierte sich bereits in dieser Zeit für die Theaterkunst und Bühnendarstellung. Ohne die Zustimmung seiner Eltern einzuholen, nahm er heimlich Unterricht beim Schauspieler und Sänger Eduard Devrient und trat als Statist auf der Bühne des Opernhauses (siehe Staatsoper Unter den Linden) in Berlin auf; auch nahm er, ohne Wissen seiner Eltern Unterricht an der Ernstschen Theaterschule und trat im Alter von sechzehn Jahren im Dezember 1836 als Till in Ernst Raupachs Der Schleichhändler im Privattheater dieser Schule auf.

Im August 1837 verließ er heimlich sein Elternhaus, um mit Ernst, dem Direktor der Theaterschule, nach Frankfurt an der Oder zu gehen und trat dort am 5. August 1837 als Holm in Müllers Schuld und am 9. August 1837 als Gustav in Louis Angelys Jugend muss austoben auf.

In Posen lernte er Auguste Crelinger kennen und trat dort, auf ihre Empfehlung hin, am 1. Januar 1839 sein erstes Engagement an und debütierte am 13. Januar 1839 als Eduard in August von Kotzebues Das Epigramm. 1841 ging er von Posen nach Rostock und im selben Jahr nach Bremen; 1842 trat er am Hamburger Stadttheater auf.

Im Februar 1843 schloss er mit dem Stadttheater (siehe Schauspiel Leipzig) in Leipzig einen Vertrag und erhielt kurz darauf ein Angebot am Wiener Hofburgtheater auf Engagement zu spielen und nahm dieses Angebot sofort an. Er trat dort als Gast als der Jüngere von Wildenberg in Ernst Raupachs Die Geschwister am 8. Mai 1843 und am 14. Mai 1843 als Max Piccolomini in Wallensteins Tod auf; sein Erfolg in dieser Lieblingsrolle des Regisseurs Karl Fichtner führte zu seinem Engagement, obwohl Direktor Franz Ignaz von Holbein eine Konventionalstrafe in Höhe von 100 Louis d’or zahlen musste, um die Verpflichtungen von Heinrich Richter am Leipziger Stadttheater zu lösen. Die Regisseure Karl Fichtner, Heinrich Anschütz, Ludwig Löwe, Carl von La Roche und Josef Koberwein sorgten später für eine gründliche Ausbildung des jungen Schauspielers. Vom 8. Mai 1843 bis zum 30. Juni 1844 trat Heinrich Richter 117 im Hofburgtheater auf. 1844 bat er um seine Entlassung, die ihm nur widerwillig gewährt wurde.

Am 9. August 1844 trat er als Don Carlos, nach einer vollständigen Renovierung des Stadttheaters (siehe Altes Theater (Leipzig)), in einer Sondervorstellung in Leipzig auf. Einige Monate später, als die neu eingerichtete Gasbeleuchtung versagte und sich eine Panik auszubrechen drohte, hielt Heinrich Richter in völliger Dunkelheit eine längere Rede und konnte damit das Publikum beruhigen, bis diese das Haus verlassen konnte. 1845 sprach er das Festgedicht anlässlich der Abschiedsfeier bei der Entlassung von Albert Lortzing.

Im Mai 1847 trat er zu einem Gastspiel mehrmals in Berlin auf, unter anderem, auf Befehl von König Friedrich Wilhelm IV., auch zweimal zu einer Vorstellung im Neuen Palais. Nach seiner Rückkehr nach Leipzig trat er, gemeinsam mit seinem Wiener Adoptivvater Heinrich Anschütz, der ein Gastspiel in Heinrich IV., Teil 1 und in König Lear gab, auf.

Anfang 1849 erhielt er von der Münchener Hoftheater-Intendanz (siehe Nationaltheater (München)) das Angebot zu einem Gastspiel- und Engagements-Vertrag, darauf trat er am 20. März 1849 als Arthur in Ein Arzt und als Richard in Richards Wanderleben, bearbeitet von Johann Georg Kettel, (1789–1862) auf, worauf Don Carlos und Mortimer als letzte Gastrollen folgten. Nach diesen Gastspielen erhielt er ein Engagement, dass er am 1. August 1849 antrat; zwei Tage später spielte er unter der Intendanz von August von Frays und der Regie Friedrich Dahns wieder den Arthur und am 10. August den Ferdinand in Kabale und Liebe.

Im Juli 1851 trat er mit seinem ehemaligen Lehrer Eduard Devrient in München auf und im Januar 1856 spielte er als Joseph in Deborah, und im Dezember 1856 gemeinsam mit Adele Spitzeder als Partnerin.

Heinrich Richter blieb in München trotz verschiedener Anwerbungsversuche durch das Berliner Königliche Schauspielhaus.

Er spielte in München unter anderem vor den Königen Ludwig I. und Max II., die ihn bei der Gelegenheit persönlich auszeichneten.

Am 22. Dezember 1859 wurde er wirklicher Regisseur und war nach der Demission von Friedrich Dahn auch der Einzige. Am 1. Januar 1862 wurde er künstlerischer Beirat des neuen Intendanten Wilhelm Schmitt (1815–1871). Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung wurde im Juni 1864 Ernst Possart als weiterer Regisseur angestellt; er überließ ihm später die Stelle des Direktors der Königlichen Schauspiele und dieser wurde dadurch sein letzter Chef.

Anlässlich seines Regierungsantritts erteilte ihm Ludwig II. 1864 seine erste Audienz.

Aufgrund einer Bühnenverletzung, die er sich im März 1865 als Holkischer reitender Jäger in Wallensteins Lager zuzog, musste er mit einigen Unterbrechungen, sieben Monate pausieren. In dieser Zeit kam er auch, anlässlich der ersten Aufführung von Tristan und Isolde vorübergehend in eine Beziehung zu Richard Wagner. Er saß nach der Premiere bei einem Souper an der Seite von Richard Wagner, der ihn sehr schätzte. Als dieser ihn fragte, was er vom Tristan halte, bekannte er offen, dass ihm Der fliegende Holländer, Tannhäuser und Lohengrin lieber, weil verständlicher seien. Darauf habe Richard Wagner entrüstet geantwortet, wenn Sie solche Ansichten entwickeln, kann ich überhaupt nicht mehr mit ihnen reden und sprach ihn nie mehr an.

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