Heinrich Leers (* 16. Oktober 1914 in Karlsruhe; † 16. November 1995 in Bückeburg) war ein deutscher Generalstabsarzt des Heeres der Bundeswehr.
Leers, Sohn des badischen Unterrichtsministers Otto Leers, studierte von Oktober 1934 bis Juni 1936 Humanmedizin an der Humboldt-Universität zu Berlin. Am 1. August 1936 trat er als Reservesanitätsoffizieranwärter beim Infanterie-Regiment 67 in Berlin-Spandau in die Wehrmacht ein und diente in dem Verband bis September 1936. Am 28. September 1939 erfolgte die Approbation zum Arzt. Vom September bis Oktober 1939 diente er in der Sanitäts-Ersatz-Abteilung III in Berlin und wurde zum 31. Oktober 1939 beurlaubt. Von November 1939 bis Februar 1940 war er Assistent an der Universitätsfrauenklinik Berlin. Anschließend trat er wieder in die Wehrmacht ein, war von Februar bis April 1940 Zugführer in der Sanitäts-Ersatz-Abteilung III, von April bis Oktober 1940 Chirurg in einem Reserve-Lazarett in Berlin, währenddessen er am 20. Juli 1940 die Promotion zur Dr. med. erhielt. Vom Oktober 1940 bis Oktober 1941 war er Bataillonsarzt des III. Bataillons des Infanterie-Regiments 188, mit dem er in den Räumen Tscherkassy und Poltawa in der Sowjetunion eingesetzt war. Am 1. Februar 1941 wurde er zum Assistenzarzt der Reserve ernannt und verbrachte die Zeit von Oktober 1941 bis Mai 1942 aufgrund einer Erkrankung in einem Lazarett in Berlin. Von Mai bis November 1942 war er Kompanieführer in der Sanitäts-Ersatz-Abteilung III in Guben, von November 1942 bis Januar 1944 Neurochirurg im Reserve-Lazarett Berlin, wo er am 1. Oktober 1943 zum Stabsarzt der Reserve befördert wurde. Von Januar bis November 1944 war er Neurochirurg im Kriegslazarett 3/684 und von November 1944 bis Februar 1945 erneut erkrankt. Von Februar 1945 bis Januar 1946 war er Neurochirurg im Reservelazarett 127 in Berlin-Buch, und später in Schleswig, wobei er von Mai 1945 bis Januar 1946 in Kriegsgefangenschaft des Vereinigten Königreichs war.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Leers von April 1946 bis November 1948 wissenschaftlicher Assistent bei Ferdinand Sauerbruch an der Charité in Berlin, wo er auch eine Facharzt-Weiterbildung absolvierte und am 21. Februar 1948 Facharzt für Chirurgie wurde. Von Dezember 1948 bis August 1956 war er stellvertretender Chefarzt an einem gemeinnützigen Krankenhaus in West-Berlin.
Am 16. August 1956 trat Leers als Oberstabsarzt in die Bundeswehr ein. Er war zunächst von August 1956 bis Juli 1957 Offizier für Führung, Ausbildung und Organisation (S 3) und später stellvertretender Bataillonskommandeur des Sanitätsbataillons 1, später Sanitätsbataillon 3, in Bad Eilsen. Von Juli bis Oktober 1957 war er mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Bataillonskommandeurs des Sanitätslehrregiments in München beauftragt, von November 1957 bis Mai 1958 Dezernent und Referent für Ausbildung Sanitätswesen im Truppenamt in Köln und von Mai 1958 bis Januar 1965 Referatsleiter I 6 in der Inspektion des Sanitäts- und Gesundheitswesens im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn.
Von Februar 1965 bis März 1970 war Leers Chef des Stabes und stellvertretender Amtschef des Sanitätsamtes der Bundeswehr in Bonn, wo er am 28. Juli 1969 zum Generalarzt ernannt wurde. Von April 1970 bis September 1971 war er Unterabteilungsleiter I der Inspektion des Sanitäts- und Gesundheitswesens im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn und wurde im Oktober 1971, unter Ernennung zum Generalstabsarzt, stellvertretender Inspekteur des Sanitäts- und Gesundheitswesens im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn. Mit Ablauf des März 1973 wurde er in den Ruhestand versetzt.
1941: Eisernes Kreuz II. Klasse
1972: Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
Liste der Generale des Heeres der Bundeswehr
Clemens Range: Kriegsgedient – Die Generale und Admirale der Bundeswehr. Translimes Media Verlag, Müllheim-Britzingen 2013, ISBN 978-3-00-043646-8, S. 304.