Heinrich Karl Wilhelm Albrecht (* 16. März 1856 in Rastede; † 9. November 1931 in Berlin) war ein deutscher Sozialpolitiker und Wohnungsreformer. Er gilt als einer der Pioniere der Wohnungsbaugenossenschaften.
Heinrich Albrecht wurde als Sohn des Apothekers Adolf Friedrich Bernhard Albrecht und seiner Frau Dorothea Philippine, geb. Schmidt, 1856 in Rastede geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Verden studierte er zwischen 1875 und 1880 Ingenieurwissenschaften an der Technischen Hochschule Hannover und später von 1884 bis 1888 Staatswissenschaften an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Ab 1892 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Zentralstelle für Volkswohlfahrt. Von 1906 bis 1910 war er nebenamtlich Dozent an der Handels-Hochschule Berlin. 1907 wurde er Geschäftsführer der Zentralstelle für Volkswohlfahrt. Als solcher war er auch bis 1920 der Herausgeber der zur Zentralstelle gehörenden Zeitschrift Concordia. Zudem gab er zwischen 1898 und 1927 das von ihm mitgegründete Technische Gemeindeblatt heraus, das sich technischen und hygienischen Themen widmete. 1902 gründete er zudem die Zeitschrift für Wohnungsreform, deren Redaktion er etwa 25 Jahre leitete. 1897 fasste er die Baugenossenschaften im Verband der auf der Grundlage des gemeinschaftlichen Eigentums stehenden Baugenossenschaften zusammen. Aus diesem ging später die Vereinigung deutscher Baugenossenschaftsverbände und der Hauptverband deutscher Baugenossenschaften hervor.
In seinen Arbeiten beschäftigte sich Heinrich Albrecht vor allem mit der Förderung der Gewerbehygiene, der Fabrikfürsorge und der privaten sowie öffentlichen Wohlfahrtspflege. Auch die Probleme der Wohnungsreform, der Wohnungsfürsorge und der Wohnungsaufsicht gehörten zu seinen Arbeitsfeldern.
Heinrich Albrecht verstarb am 9. November 1931 in Berlin.
In Cottbus wurde 1993 eine Straße nach Heinrich Albrecht benannt. Diese war zuvor dem Kommunisten und Ströbitzer Bürgermeister Michael Bey gewidmet. Die Umbenennung wurde von der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft (heutige eG Wohnen 1902) beantragt, die in dieser Straße ihren Sitz hat.
Bericht über die deutsche Hygiene-Ausstellung, 3 Bände, 1886
Die Volkswirtschaftliche Bedeutung der Kleinkraftmaschinen, 1889
Gewerbehygiene und Arbeiterwohlfahrtsbestrebungen, 1890
Die Wohnungsnot in den Großstädten und die Mittel zu ihrer Abhilfe, 1891
Musterstätten persönlicher Fürsorge von Arbeitgebern für die Geschäftsangehörigen, 1892
Handbuch der Praktischen Gewerbehygiene mit besonderer Berücksichtigung der Unfallverhütung, 1896
Das Arbeiterwohnhaus: gesammelte Pläne von Arbeiterwohnhäusern und Ratschläge zum Entwerfen solcher auf Grund praktischer Erfahrungen, 1896
Wohnungsstatistik und Wohnungsenquête, 1896
Bau von kleinen Wohnungen durch Arbeitgeber, Stiftungen, gemeinnützige Baugesellschaften und in eigener Regie der Gemeinden, 1901
Die Wohnungsfrage in Frankreich, Schweden, Dänemark, 1901
Die Entwicklung der Baugenossenschaften in Deutschland, 1902
Handbuch der sozialen Wohlfahrtspflege, 1902
Städtisches Wohn- und Siedlungswesen, 1915