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Heiner Keupp

Deutscher Psychologe und emeritierter Hochschullehrer

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Heiner Keupp (* 16. Juni 1943 in Kulmbach) ist ein deutscher Sozialpsychologe und emeritierter Professor der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Keupp ist als Sohn des Dorfpfarrers Heinrich Keupp in Thierstein, Oberfranken, aufgewachsen.

Keupp studierte Psychologie und Soziologie in Frankfurt, Erlangen und München. In Frankfurt gehörten Theodor W. Adorno und Max Horkheimer zu seinen Lehrern. In München wurde Keupp 1971 mit einer Dissertation zum Thema Psychische Störungen als abweichendes Verhalten – Zur Soziogenese psychischer Störungen promoviert. 1976 folgte seine Habilitierung. 1978 wurde er Professor für Sozial- und Gemeindepsychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Seit 2008 ist Keupp im Ruhestand. Er ist weiterhin an den Universitäten Bozen, Innsbruck, Krems und Klagenfurt in der Lehre tätig. Seit mehreren Jahren bietet er in Österreich Lehrgänge im Bereich der Weiterbildung zum Klinischen und Gesundheitspsychologen an. Keupp engagiert sich für die Erforschung und praktische Förderung bürgerschaftlichen Engagements. Er war von 2012 bis 2017 Vorsitzender des Fachbeirates Bürgerschaftliches Engagement der Landeshauptstadt München.

Heiner Keupp war Vorsitzender der Berichtskommission für den 13. Kinder- und Jugendbericht der Deutschen Bundesregierung, der 2010 in den Bundestag eingebracht wurde. Keupp war auch Chairman des Münchner Instituts für Praxisforschung (IPP), das am 7. März 2013 eine wissenschaftliche Studie zu den Missbrauchsfällen im Kloster Ettal sowie am 27. März 2015 eine weitere Untersuchung ähnlicher Missbrauchsfälle im Stift Kremsmünster veröffentlichte. 2018 hat er mit dem IPP eine Studie zu sexualisierter Gewalt in der Odenwaldschule abgeschlossen.

Seit Januar 2016 ist Heiner Keupp Mitglied der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs.

In der Forschung beschäftigte sich Keupp zunächst mit Bedingungen und Möglichkeiten der Psychiatriereform. Danach arbeitete er an zwei Sonderforschungsbereichen an der Universität München von 1989 bis 2009 zu Fragen individueller und kollektiver Identitätsbildung. Als Pionier der Gemeindepsychologie hat er der Psychiatriereform in Deutschland Impulse gegeben.

Ein zentrales Interessengebiet Keupps ist der Einfluss gesellschaftlicher Wandlungsprozesse auf das Individuum. Bekannt geworden ist in diesem Zusammenhang sein Begriff der „Patchwork-Identität“. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Wandel der Arbeitswelt und die Belastungsfolgen durch Subjektivierung, Entgrenzung und Flexibilisierung von Arbeit.

Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie

Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie

Gesellschaft für gemeindepsychologische Forschung und Praxis

Advisory Board der internationalen Zeitschrift Gestalt Theory

Zukunftspreis der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie, 2000

Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste, 2008

Die Landeshauptstadt München verleiht ihm die Auszeichnung „München leuchtet“, 2016

ConSozial Wissenschaftspreis, 2018

Psychische Störungen als abweichendes Verhalten. Zur Soziogenese psychischer Störungen. Urban & Schwarzenberg, München 1972, ISBN 3-541-05781-5.

(Hrsg.) Verhaltensstörungen und Sozialstruktur. Epidemiologie. Empirie, Theorie, Praxis. Urban & Schwarzenberg, München 1974, ISBN 3-541-06471-4.

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