An diesem Tag

Heike Behrend

Deutsche Ethnologin und Afrikanistin

Anúncio

Heike Behrend (* 27. Mai 1947 in Stralsund) ist eine deutsche Ethnologin, Afrikawissenschaftlerin und Geschlechterforscherin. Sie war von 1994 bis 2012 Professorin für Ethnologie am Institut für Afrikanistik und Ägyptologie der Universität zu Köln.

Sie studierte Ethnologie, Soziologie und Religionswissenschaft in München, Wien und Berlin.

Nach dem Abschluss des Studiums der Ethnologie mit dem Magister Artium an der Freien Universität Berlin (1973) erfuhr sie von 1980 bis 1984 eine Filmausbildung an der Berliner Film- und Fernsehakademie. 1987 promovierte sie an der FU Berlin mit der Arbeit Raum, Zeit und Ritual bei den Tugen im Nordwesten Kenias und habilitierte sich 1992 an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth mit der Schrift Krieg im Norden Ugandas. Die Holy Spirit Bewegung der Alice Lakwena.

Sie unterrichtete am Institut für Ethnologie der FU Berlin, in Bayreuth und Mainz. Nach einer Gastprofessur 1993 an der École des hautes études en sciences sociales in Paris wurde sie im Mai 1994 zur Universitätsprofessorin am Institut für Afrikanistik der Universität zu Köln ernannt.

Sie leitete verschiedene Forschungsprojekte zur populären Kultur in Afrika und zum Verhältnis von Religion, Krieg und Gewalt. Im Rahmen des Forschungskollegs „Medien und kulturelle Kommunikation“ der Universitäten Köln, Bonn und Aachen gehörte sie zu den Gründern der sich neu formierenden Medienanthropologie.

Ethnografisch arbeitete sie vor allem in Ostafrika, in Kenia und in Uganda; sie hatte Gelegenheit zu kürzeren Forschungsaufenthalten und Reisen in Burkina Faso, an der Elfenbeinküste, in Nigeria, Ghana, Tansania, Senegal, Mali und Namibia.

Im Rahmen verschiedener Gastprofessuren und Senior Fellowships unterrichtete sie 1997 nochmals an der Ecole des Hautes Etudes in Paris, 2003 am „Programme of African Studies (PAS)“ der Northwestern University, Evanston, Ill., USA. 2007 forschte sie am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) in Wien und 2010 an der Tokyo University of Foreign Studies in Japan.

Im Rahmen ihrer Forschung zu Fotografen und fotografischen Praktiken in Afrika arbeitete sie auch von 1998 bis 2000 als Kuratorin. Zusammen mit Tobias Wendl kuratierte sie die Ausstellung Snap me one! Studiofotografen in Afrika im Münchner Stadtmuseum, im Städtischen Museum Abteiberg in Mönchengladbach und im Tropen-Museum Amsterdam; und 2010 war sie Kuratorin der Ausstellung Photography as a Dream Machine. Popular African Photographers an der Tokyo University of Foreign Studies. Seit ihrer Pensionierung 2012 lebt und arbeitet Heike Behrend in Berlin.

Ihr Buch Menschwerdung eines Affen, 2020 bei Matthes & Seitz Berlin veröffentlicht, wurde für den Deutschen Sachbuchpreis 2021 nominiert, und bekam den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch/Essayistik. Die Begründung der Jury lautete wie folgt: „Ihr Buch ist eine ebenso köstliche wie kostbare Lektüre, die unsere Horizonte weit verschiebt, ohne dabei eine politische Agenda vermitteln zu wollen. [...] Es ist ein erhellendes Buch in diesen sich verdunkelnden Zeiten.“

2025 veröffentlichte Behrend das Sachbuch Gespräche mit einem Toten, in dem sie die Biografie des Lebensreformers und Wanderpredigers gustaf nagel nachzeichnet. Das Buch ist für den Deutschen Sachbuchpreis 2026 nominiert.

1987 erhielt sie in Berlin den Ernst-Reuter-Preis für ihre Dissertation.

2012 wurde ihr Buch Resurrecting Cannibals: The Catholic Church, Witch-Hunts and the Production of Pagans in Western Uganda in England für den Amory Talbot Preis nominiert (Der Preis wird innerhalb des Faches „African Anthropology“ vergeben).

2021 Preis der Leipziger Buchmesse (Kategorie: Sachbuch/Essayistik) für Menschwerdung eines Affen

2021 für ihre Publikation Menschwerdung eines Affen war sie für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert.

2026 für ihre Publikation Gespräche mit einem Toten. Gustaf Nagel, Prophet vom Arendsee war sie für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert.

1985. Die Zeit des Feuers. Mann und Frau bei den Tugen in Ostafrika, Frankfurt (Qumran).

1987. Die Zeit geht krumme Wege. Raum, Zeit und Ritual bei den Tugen in Kenia, Frankfurt (Campus).

1993. Alice und die Geister. Krieg im Norden Ugandas, München (Trickster).

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Heike Behrend | World in Stories