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Hedda Zinner

Deutsche Schriftstellerin, Übersetzerin, Schauspielerin, Kabarettistin, Rezitatorin, Journalistin und Rundfunkleiterin (1904–1994)

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Hedwig „Hedda“ Zinner (* 20. Mai 1904 in Lemberg, Österreich-Ungarn; † 1. Juli 1994 in Berlin) war eine deutsche Schriftstellerin, Schauspielerin, Kabarettistin, Rezitatorin, Journalistin, Regisseurin und Rundfunkleiterin.

Hedda Zinner, die unter ihrem Geburtsnamen und verschiedenen Pseudonymen (Elisabeth Frank, Hannchen Lobesam, Hedda) publizierte, wurde in Lemberg als Tochter des Beamten Alfred Zinner und der Laura Amboss in eine jüdische Familie geboren, sie hatte eine Schwester. Sie besuchte von 1923 bis 1925 die Schauspielakademie in Wien. Engagements führten sie nach Stuttgart, Baden-Baden, Breslau und Zwickau. Sie heiratete 1927 den Schriftsteller und Journalisten Fritz Erpenbeck. Ab 1929 lebte sie in Berlin. In demselben Jahr trat sie der Kommunistischen Partei Deutschlands bei, arbeitete als Schriftstellerin und Rezitatorin. Bei politischen Kundgebungen trug sie eigene Gedichte vor.

Ab 1930 publizierte sie politisch-satirische und gesellschaftskritische Gedichte unter anderem in der Roten Fahne, der Arbeiterstimme, in der AIZ, im Weg der Frau, dem Magazin für Alle und der Welt am Abend. 1933 emigrierte sie zunächst nach Wien und dann nach Prag, wo sie das politische Kabarett „Studio 1934“ gründete und leitete; ab 1935 lebte sie mit ihrem Mann in Moskau in der Sowjetunion, später in Ufa. Sie arbeitete als Hörspielautorin und Kommentatorin für Radio Moskau und für verschiedene Literaturzeitschriften. Außerdem war sie als Redakteurin und Sprecherin für die deutschsprachigen Tarnsender Deutscher Volkssender, Sudetendeutscher Freiheitssender und Sender der SA-Fronde tätig, die von der Sowjetunion betrieben wurden.

1945 kehrte sie nach Berlin zurück, wo sie während der Teilung der Stadt im östlichen Teil in Berlin-Pankow lebte. Sie wurde Spielleiterin im Hause des Rundfunks (seit 1946). 1965 brach Maxim Vallentin, Intendant der Volksbühne Berlin, die Inszenierung Ein Amerikaner in Paris ab, worauf sich die bis dahin überaus erfolgreiche Bühnenautorin rigoros vom Theater abwandte und fortan nur noch Prosa veröffentlichte: zunächst 1968 bis 1973 ihre Romantrilogie Ahnen und Erben sowie im Anschluss weitere Romane, Erzählbände und autobiografische Texte. Sie war Mitglied des Schriftstellerverband der DDR, erhielt hohe staatliche Auszeichnungen (u. a. Nationalpreis der DDR) und war eine loyale Vertreterin der SED-Kulturpolitik, ohne freilich zu deren engsten Machtzirkeln zu gehören. Zinner erklärte später: „Ich bin Kommunistin, jawohl, und das bleibe ich auch.“

Zinner wirkte bis zu ihrem Tode 1994 als Schriftstellerin. Ihr Mann verstarb bereits 1975. Sie ist auf dem Friedhof der Dorotheenstädtischen und Friedrichswerderschen Gemeinden in Berlin-Mitte bestattet.

Ihr Sohn ist der Physiker, Philosoph und Schriftsteller John Erpenbeck, dessen Tochter Jenny Erpenbeck gleichfalls als Schriftstellerin tätig ist.

Ihre Bibliothek befindet sich in der Akademie der Künste Berlin.

1957: Vaterländischer Verdienstorden in Silber

1959: Goethepreis der Stadt Berlin

1975: Vaterländischer Verdienstorden in Gold

1985: Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden in Gold

1989: Nationalpreis der DDR I. Klasse für Kunst und Literatur

Darstellung Hedda Zinners in der bildenden Kunst der DDR

Renate Niethammer: Porträt Hedda Zinner. (Öl auf Hartfaser, 91 × 73 cm, 1985; Kunstarchiv Beeskow)

Zinners frühe Arbeiten waren satirisch-agitatorische Texte, die das Alltagsleben wie auch politische Tagesthemen aufgriffen. Im Zusammenhang mit den Arbeiten für das „Studio 1934“ wandte sie sich dem Drama zu; dabei behielt sie die politische Aktualität. Ihr Stück General Landt war eine Reaktion auf Carl Zuckmayers Drama Des Teufels General, welches sie als verharmlosend empfand. Auf jeden Fall verdächtig thematisierte die Protestbewegung westdeutscher Wissenschaftler gegen den Atomkrieg. Weiterhin griff sie historische Themen auf (darunter die Befreiungskriege gegen Napoleon, die Frauenbewegung und den antifaschistischen Widerstand). Ihre Romantrilogie Ahnen und Erben trägt autobiographische Züge.

Unter den Dächern. Gedichte. Moskau 1936.

Das ist geschehen. Gedichte. Moskau 1939.

Volkslieder und Volksdichtungen. Nachdichtungen. Kiew 1939.

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