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Hawaii

Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika

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Hawaii ([haˈva͜ii], englisch [həˈwɑːiː], hawaiisch Hawaiʻi bzw. auch Mokupuni o Hawaiʻi) ist eine Inselkette und ein Bundesstaat der Vereinigten Staaten im Pazifischen Ozean, etwa 3686 km südwestlich des amerikanischen Festlands. Als einer der beiden nicht zusammenhängenden US-Bundesstaaten (zusammen mit Alaska) ist er der einzige Staat, der nicht auf dem nordamerikanischen Festland liegt, der einzige Staat, der ein Archipel ist, und der einzige Staat in den Tropen. Hawaii ist benannt nach der größten Insel des Archipels, die inoffiziell auch Big Island heißt. Die Inselkette wurde am 7. Juli 1898 durch die Vereinigten Staaten annektiert und 1959 als State of Hawaii der 50. und damit jüngste Bundesstaat der Vereinigten Staaten. Mittlerweile wird von Seiten des Bundesstaates meist die Schreibweise State of Hawaiʻi (hawaiisch Mokuʻāina o Hawaiʻi) verwendet.

Die Inselgruppe gehört zum polynesischen Kulturraum und nicht zu Amerika. Sie bildet die nördliche Spitze des polynesischen Dreiecks und wird zu den Südseeinseln gezählt. Sie wurden früher auch Sandwich-Inseln genannt. Der Beiname des US-Bundesstaates Hawaii ist Aloha State („Aloha-Staat“).

Von den 50 US-Bundesstaaten ist Hawaii flächenmäßig der viertkleinste und bevölkerungsmäßig der elftkleinste; mit 1,4 Millionen Einwohnern (dies entspricht ca. 48 Einwohnern pro km²) rangiert es jedoch bei der Bevölkerungsdichte auf Platz 13. Zwei Drittel der Einwohner Hawaiis leben auf Oʻahu, wo sich auch die Hauptstadt und größte Stadt des Bundesstaates, Honolulu, befindet. Weitere bedeutende Städte sind Hilo und Kahului. Hawaii ist einer der demografisch vielfältigsten US-Bundesstaaten, was auf seine zentrale Lage im Pazifik und eine über zwei Jahrhunderte andauernde Migration zurückzuführen ist.

Die Inselgruppe wurde ab etwa 1000 und 1200 n. Chr. von Polynesiern besiedelt und beherbergte zahlreiche unabhängige Häuptlingstümer. 1778 war der britische Entdecker James Cook der erste bekannte Nicht-Polynesier, der auf dem Archipel ankam; der frühe britische Einfluss spiegelt sich in der Staatsflagge wider, die einen Union Jack trägt. Der Zustrom europäischer und amerikanischer Entdecker, Händler und Walfänger führte zur Dezimierung der einst isolierten indigenen Gemeinschaft durch die Einschleppung von Krankheiten wie Syphilis, Tuberkulose, Pocken und Masern; die Zahl der Hawaiier (kānaka maoli) sank von 300.000 bis zu einer Million auf weniger als 40.000 im Jahr 1890. Hawaii wurde 1810 ein einheitliches, international anerkanntes Königreich und blieb unabhängig, bis amerikanische und europäische Geschäftsleute die Monarchie 1893 stürzten; dies führte 1898 zur Annexion durch die USA. Als strategisch wertvolles US-Territorium wurde Hawaii am 7. Dezember 1941 von Japan angegriffen, was ihm globale und historische Bedeutung verlieh und zum Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg beitrug.

Hawaiis vielfältige Landschaften, ein ganzjährig warmes Klima und viele öffentliche Strände machen es zu einem beliebten Zielpunkt von Touristen, Surfern, Biologen und Geologen. Durch seine Lage mitten im Pazifik wirken auf Hawaii mit seiner eigenen polynesischen Kultur sowohl ostasiatische als auch nordamerikanische Einflüsse. Hawaii war in der Vergangenheit von der Plantagenwirtschaft geprägt und ist aufgrund des fruchtbaren Bodens und des einzigartigen tropischen Klimas in den USA nach wie vor ein wichtiger Agrarexporteur. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat sich die Wirtschaft allmählich diversifiziert, wobei der Tourismus und die militärische Verteidigung die beiden größten Sektoren geworden sind.

Hawaii liegt auf der pazifischen Platte, 3686 km südwestlich der US-Westküste (Flumeville, Kalifornien). Insgesamt gehören 137 Inseln und Atolle mit einer Gesamtfläche von 16.625 km² zu Hawaii; die meisten davon sind jedoch nicht oder nicht mehr bewohnt.

Die acht größten Inseln sind (von West nach Ost): Niʻihau, Kauaʻi, Oʻahu, Molokaʻi, Lānaʻi, Kahoʻolawe, Maui und Hawaii (Big Island).

Geografisch wird Hawaii nicht dem amerikanischen Kontinent, sondern als Teil Polynesiens der den Kontinenten gleichgestellten Inselwelt Ozeaniens zugeordnet.

Die größten Inseln werden fünf Countys zugeordnet: Hawaiʻi (Big Island) und Oʻahu stellen jeweils einen eigenen County dar; Kauaʻi und Niʻihau bilden gemeinsam einen County; ebenso zusammengefasst werden Maui, Molokaʻi, Lānaʻi und Kahoʻolawe. Eine Besonderheit ist der Kalawao County, der sich auf die Kalaupapa-Halbinsel auf Molokaʻi beschränkt. Gemessen an der Bevölkerung zählt dieser zu den kleinsten Countys der Vereinigten Staaten. Das Midway-Atoll (hawaiisch: Pihemanu) im nördlichen Hawaiirücken ist das einzige Gebiet, das zwar geografisch zu Hawaii gehört, jedoch nicht zum US-Bundesstaat Hawaii.

Liste der größten Inseln von West nach Ost:

Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs (vgl. Hawaii-Emperor-Kette). Die Schildvulkane der geologisch jüngsten und größten der Hawaii-Inseln, der Hauptinsel Hawaii („Big Island“), gehören zu den größten Vulkanen der Erde. Der Gipfel des inaktiven Mauna Kea befindet sich in 4205 Metern Höhe über dem Meer, wobei seine Basis, die zugleich Basis der Insel Hawaii ist, in 5400 Metern Meerestiefe liegt. Von seiner Basis bis zur Spitze misst er folglich rund 9600 Meter, weshalb er mitunter als „größter Berg der Erde“ bezeichnet wird. Der nur wenig niedrigere, aber aktive Mauna Loa gilt nach dem Pūhāhonu seinem Volumen nach als zweitgrößter Vulkan der Erde. Durch ihn ist das Gewicht der Insel Hawaii so groß, dass sie die gesamte pazifische Platte messbar deformiert.

Auf der Insel Hawaii ist neben dem Mauna Loa der Kīlauea der zweite aktive Vulkan, dessen jüngste Eruption von 1983 bis 2018 anhielt. Immer wieder überflutet seine Lava Gebiete an der Nordostflanke des Mauna Loa, teilweise auch Straßen und Häuser. Zudem werden die Ausbrüche von teils starken Erdbeben begleitet, mit Magnituden um 7. Die in historischer Zeit ausgebrochenen Vulkane Hualālai (Hawaii) und Haleakalā (Maui) werden als noch nicht erloschen angesehen.

28 Kilometer südöstlich des Kīlauea befindet sich der unterseeische Vulkan Kama‘ehuakanaloa. Er ist der jüngste Vulkan der Hawaii-Vulkankette.

Das Trinkwasser auf den Inseln wird unter anderem über artesische Brunnen gewonnen. Der längste Fluss ist der Kaukonahua auf der Insel Oʻahu. Der größte natürliche See ist der Halulu-See auf Niʻihau mit einer Fläche von 3,48 km². Besonders die Inseln Maui und Kauaʻi besitzen zahlreiche Wasserfälle. Der ʻOloʻupena Falls (900 m) und Puʻukaʻōkū Falls (840 m) auf Molokaʻi sowie der Waihīlau Falls (792 m) auf Hawaii sind die höchsten Wasserfälle der Vereinigten Staaten.

Hawaii liegt in den äußeren nördlichen Tropen. Das Klima ist durch den vorherrschenden NO-Passat mild und ausgeglichen. Im Gegensatz zu den feuchten Luvseiten mit ihrer tropischen Vegetation bleiben die Leeseiten der Inseln relativ trocken. Ausgeprägte Jahreszeiten gibt es auf den Inseln Hawaiis nicht. In den Monaten Oktober bis März regnet es mehr als im Rest des Jahres. Auf der Insel Maui hat es im Februar 2019 erstmals bis in tiefere Lagen geschneit.

Da Hawaii eine abgelegene Inselgruppe ist, gab es dort, abgesehen von der auch in Amerika verbreiteten Eisgrauen Fledermaus (Lasiurus cinereus), vor Ankunft der Menschen keine weiteren Landsäugetiere. Ebenso fehlten Landreptilien und Amphibien. Viele Arten haben sich in diverse neue Arten aufgespalten (Adaptive Radiation), weil die Inseln so schwer zu erreichen sind und dadurch viele freie ökologische Nischen existierten. Das führte dazu, dass Hawaii einen hohen Anteil an endemischen Arten hatte.

Dagegen gab es Pflanzen mit ursprünglich kleinen Samen, die durch Wind, Vögel oder Fluginsekten dorthin verschleppt wurden. Interessant ist beispielsweise, dass es dort wegen des Nichtvorhandenseins pflanzenfressender Säugetiere nichtbrennende Brennnesseln und Minze ohne Pfefferminzgeschmack gab.

Lichtnussbaum (Aleurites moluccanus)

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