An diesem Tag

Haus der Kunst

Ausstellungsgebäude in München

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Das Haus der Kunst ist ein Ausstellungsgebäude in der Münchener Prinzregentenstraße am südlichen Ende des Englischen Gartens. Es wurde von 1933 bis 1937 auf Betreiben Adolf Hitlers nach Plänen von Paul Ludwig Troost in einem monumentalen Neoklassizismus als Haus der Deutschen Kunst errichtet.

Das Haus, ohne eigene Sammlung, organisiert und zeigt Ausstellungen zeitgenössischer und moderner Kunst. Es gehört dem Freistaat Bayern und wird von der „Stiftung Haus der Kunst“ betrieben. Ihr gehören der Freistaat Bayern an, der Zusammenschluss der Münchner Künstlerverbände unter dem Namen „Künstlerverbund im Haus der Kunst“ und die Mäzenatenvereinigung „Gesellschaft der Freunde Haus der Kunst München e. V.“. Seit Februar 2020 hat Andrea Lissoni die künstlerische Leitung des Hauses inne.

Im Rahmen der Ausstattung Münchens als „Hauptstadt der Bewegung“ schuf Troost für das Haus der Deutschen Kunst und die beiden NSDAP-Bauten am Königsplatz die ersten Entwürfe von Monumentalbauten des nationalsozialistischen Regimes.

Der doppelt achsensymmetrische Museumsbau im Stil eines reduzierten Neoklassizismus ist 175 m lang und im Mittelteil 50 m breit, nach Westen und Osten verschmälert er sich durch Gebäuderücksprünge. Die Konstruktion beruht auf einem durchgehenden Raster, das aus Stahlträgern errichtet wurde. Die Träger sind mit Steinplatten verkleidet, so dass das Gebäude wie ein Steinbau wirkt. Der Haupteingang liegt in der Mitte der Südfassade, weitere Eingänge führen von der Mitte der Nordseite zur Nordgalerie und an den Schmalseiten in die Seitenflügel. Beiden Längsseiten ist jeweils ein 21-achsiger Portikus aus kolossalen, nicht kannelierten, die gesamte Gebäudehöhe einnehmenden Säulen vorgelagert, der jeweils durch Eckpfeiler abgeschlossen wird. Dem Portikus auf der südlichen Schauseite an der Prinzregentenstraße war ursprünglich über die volle Breite eine Freitreppe vorgelagert, sie wurde 1971 im Zuge von Straßenumgestaltungen in der Tiefe reduziert und bis auf den Mittelteil abgebrochen. Auf der Rückseite ist das Untergeschoss aufgrund eines Abfalls des Geländes ebenerdig zugänglich. Dort führt eine Treppenanlage auf das Niveau des Erdgeschosses. Durch die beiden Vorhallen und die Treppenanlagen ergibt sich eine Gesamttiefe von 75 m.

Der Sockelbereich ist mit Nagelfluh verkleidet, die Außenfassaden mit Kalkstein aus dem Donautal bei Kelheim. Die Treppen und äußeren Bodenflächen sind aus Granit. Vor dem Gebäude steht seit den 1970ern eine Reihe Linden, die ein traditioneller Alleebaum in München sind.

Auch im Inneren ist das Haus der Kunst symmetrisch aufgebaut. Die ursprünglich als „Ehrenhalle“ bezeichnete Mittelhalle schließt sich mittig an den Eingang an und führt bis zur Nordgalerie durch. Links und rechts davon liegen je ein großer gestreckter Ausstellungssaal, umgeben von einer Folge kleinerer Räume. Diese Flächen, deren Fußboden in Solnhofener Platten besteht und die den zentralen Bauteil ausmachen, erreichen die volle Gebäudehöhe. Auf der Südseite liegen langgestreckt die Verwaltungsräume, im Norden das ehemalige Restaurant, heute Nordgalerie. Nur diese Gebäudeteile sind zweistöckig, im Obergeschoss liegen jeweils Ausstellungsräume. Die Säle in voller Höhe sowie die Ausstellungsräume im oberen Stockwerk waren durch Oberlichte beleuchtet. Die gesamte Ausstellungsfläche beträgt 5040 m². Die Ausstellungsräume im Erdgeschoss können beliebig abgeteilt oder zugeordnet werden, so dass mehrere Ausstellungen zur selben Zeit stattfinden können. Das Gebäude verfügte von Anfang an über mehrere Aufzüge, eine aufwändige Heizungs- und Klimaanlage und einen Luftschutzkeller, der seit 2011 für Ausstellungen genutzt wird.

Im Inneren sind die Böden mit Solnhofener Plattenkalk belegt, Türstöcke und Sockelleisten bestehen aus Jura-Marmor. In der Mittelhalle sind Böden, Treppen und Verkleidungen aus Saalburger Marmor, Türen und Sockelleisten hier sind aus Tegernseer Marmor.

Im Ostende der nördlichen Galerie liegt die Goldene Bar im ehemaligen Künstlerfestraum. Die Wandmalereien von Karl Heinz Dallinger wurden bis 2004 wieder freigelegt. Auf Blattgold-Hintergrund zeigen sie Landkarten und teils exotische Motive zur Herkunft von alkoholischen Getränken und Genussmitteln. Im Untergeschoss des Westflügels nutzt der Club P1 das ehemalige Bierstüberl.

Nachdem 1931 der Glaspalast im Alten Botanischen Garten abgebrannt war, gründeten die Münchner Künstlerverbände Münchner Künstlergenossenschaft, Münchener Secession und Münchener Neue Secession die „Ausstellungsleitung München“, um ein neues Ausstellungshaus für ihre jährlichen Kunstausstellungen und weitere Veranstaltungen zu errichten. Sie beauftragten noch 1931 den Münchner Architekturprofessor Adolf Abel mit einem Neubau an selber Stelle. Nachdem Adolf Hitler im Januar 1933 Reichskanzler wurde, verwarf er unmittelbar vor dem geplanten Baubeginn im Frühjahr 1933 das Projekt. Den Auftrag für eine neue Planung erteilte er persönlich an Paul Ludwig Troost, der für Hitler schon die NSDAP-Zentrale Braunes Haus umgebaut hatte. Der Bauplatz im alten Botanischen Garten war für Hitlers monumentale Pläne nicht ausreichend. Er ordnete als neuen Standort den südlichen Eingang zum Englischen Garten an.

Ursprünglich wollte Hitler dort ein „Parteiforum“ errichten, das aus dem Haus der Deutschen Kunst, einem Museum für Zeitgeschichte und einem Haus des Partei-Statthalters bestehen sollte, die um einen repräsentativen Platz angeordnet wären. Troost lehnte diese Pläne ab, weil ihr Flächenbedarf zu stark in den Englischen Garten eingreifen würde. An diesem frühen Punkt seiner Karriere ließ Hitler sich noch von fachlichen Argumenten überzeugen und begrenzte das Projekt an dieser Stelle auf das Haus der Deutschen Kunst. In der NS-Kulturpolitik war das Gebäude als der maßgebliche Ausstellungsbau des Deutschen Reiches vorgesehen. Die ab 1936 für Berlin geplante Kunsthalle sollte ausdrücklich nicht in Konkurrenz zum Haus der Deutschen Kunst stehen. Damit sollte auch die Rolle Münchens als führende Kunststadt Deutschlands wiederhergestellt werden, die sich im NS-Ehrentitel Hauptstadt der deutschen Kunst für München niederschlug. Die Planung wurde erweitert zu einer Neugestaltung des Umfelds. Die ursprünglich „unter malerischen Gesichtspunkten angelegte“ Prinzregentenstraße wurde zur Aufmarschstraße, die Bebauung auf der Südseite der Von-der-Tann-Straße am Finanzgarten wurde abgerissen und auf der Nordseite musste die Jugendstil-Fassade des Atelier Elvira zwangsweise vereinfacht werden. Auch die Von-der-Tann-Straße wurde verbreitert und als Aufmarschweg ausgebaut.

Zur Finanzierung organisierte der NSDAP-Gauleiter Adolf Wagner eine Initiative bayerischer und deutscher Industrieller mit der Aufforderung, Hitler das Gebäude zu schenken. Die ersten Zusagen konnte er Hitler zu dessen Geburtstag am 20. April 1933 überreichen. Als Träger des Hauses wurde eine Anstalt des Öffentlichen Rechts gegründet. Die konstituierende Sitzung fand im Juni 1933 statt, die Satzung der Anstalt Haus der Deutschen Kunst (Neuer Glaspalast) wurde am 14. Juli 1933 formal erlassen.

Die 18 Grundsteinstifter waren, laut einer hierzu nach Eröffnung angebrachten Erinnerungstafel: Hermann Schmitz (I.G. Farben), August von Finck (Merck, Fink & Co), Robert Bosch (Boschwerke), Friedrich Flick (Mitteldeutsche Stahlwerke), Adolf Haeuser (I.G. Farben), August Diehn (Deutsches Kalisyndikat), Theodor Feise (Kaliwerke Friedrichshall), Fritz Rechberg (Familienkonzern der Textilbranche und vielfacher Aufsichtsrat, z. B. Commerzbank), Jacob Hasslacher (Vereinigte Stahlwerke), Paul Müller (Dynamit Nobel AG), Gustav Krupp von Bohlen und Halbach (Kruppwerke), Wilhelm von Opel (Adam Opel AG), Ludwig Roselius (Kaffee Handels Aktiengesellschaft), August Rosterg (Wintershall AG), Willy Sachs (Fichtel & Sachs), Karl Friedrich von Siemens (Siemens AG), Ludwig Schuon (BASF), Philipp Reemtsma (Reemtsma Cigarettenfabriken). Zusammen brachten sie drei der ursprünglich vorgesehenen fünf Millionen Reichsmark auf, weitere 400.000 Mark brachte die Stadt München ein. Bauindustrie und Reichsbahn erbrachten Sachleistungen als Spenden. Eine Vielzahl kleiner und mittlerer Geld- und Sachspenden erhöhten die Gesamtsumme der von Unterstützern aufgebrachten Gelder auf knapp über 10 Millionen. Da die Baukosten am Ende auf 12 Millionen Mark stiegen, reichten die Spenden nicht aus. Deshalb wurde ein zinsloses Darlehen der Deutschen Gesellschaft für Öffentliche Arbeiten eingeholt, obwohl deren Bedingungen nicht eingehalten wurden.

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