Hartmut Zacher (* 29. März 1934 in Militsch; † 11. Dezember 2021) war ein deutscher Generalarzt des Luftwaffe der Bundeswehr.
Zacher flüchtete mit seiner Familie von Schlesien nach Kierspe, wo er bis zum Abitur die Schule besuchte. Er studierte Humanmedizin an der Philipps-Universität Marburg sowie der Medizinischen Fakultät in Erlangen und war als Medizinalassistent in Hersbruck, Neustadt an der Waldnaab und Saarbrücken tätig. In Bad Harzburg absolvierte er eine Weiterbildung zum Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe und anschließend ab 1968 dort als Oberarzt tätig.
1970 trat Zacher als Sanitätsoffizier in die Bundeswehr ein, wurde zum Fliegerarzt ausgebildet, war als solcher in Penzing und Leipheim und wurde Staffelchef der Luftwaffensanitätsstaffel des Jagdbombergeschwaders 32 in Lechfeld. 1975 absolvierte er im Dienstgrad Oberfeldarzt eine sechsmonatige Fortbildung in Flug- und Raumfahrtmedizin (Advanced Course in Aerospace Medicine for International Medical Officers) an der School of Aerospace Medicine der United States Air Force auf der Brooks Air Force Base in San Antonio in Texas in den Vereinigten Staaten. Anschließend war er bis 1978 Staffelchef der Luftwaffensanitätsstaffel in Jever und danach bis 1980 Fliegerarzt der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung in Köln. Es folgte die Verwendung als Abteilungsleiter Flugmedizin beim Generalarzt der Luftwaffe in Lohmar, die Ernennung zum Oberstarzt und war ab 1982 Stellvertreter sowie Chef des Stabes des Generalarztes der Luftwaffe. 1985 promovierte er an der Technischen Universität München zum Doktor der Medizin. Von April 1986 bis September 1990 war er Wehrbereichsarzt im Wehrbereich III und zugleich Regimentskommandeur des Sanitätsregiments 73.
Ab Oktober 1990 war Zacher Generalarzt der Luftwaffe. Mit Ablauf des März 1994 wurde er in den Ruhestand versetzt.
Zacher war Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrtmedizin und Ehrenmitglied der Association of the Military Surgeons of the United States.
Zacher war verheiratet und hatte zwei Kinder.
United States Air Force Chief Flight Surgeons Wing
Tätigkeitsabzeichen für Fliegerärzte in Gold
Liste der Generale der Luftwaffe der Bundeswehr
Das Notfall- und Rettungszentrum am Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz unter Berücksichtigung des polytraumatisierten Patienten. Ermittlungen für den Zeitraum vom 1. Oktober 1978 bis 30. September 1983. München 1985, DNB 860630323 (79 S., Dissertation).
Bernhard Groß: In Memoriam: Generalarzt a. D. Dr. Hartmut Zacher. In: Wehrmedizinische Monatsschrift. Nr. 2–3, 2022 (Online).