An diesem Tag

Harry S. Truman

33. Präsident der Vereinigten Staaten

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Harry S. Truman (* 8. Mai 1884 in Lamar, Missouri; † 26. Dezember 1972 in Kansas City, Missouri) war ein US-amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei und von 1945 bis 1953 der 33. Präsident der Vereinigten Staaten. Zuvor war er 1945 kurzzeitig Vizepräsident und vertrat zwischen 1935 und 1945 den Bundesstaat Missouri im US-Senat.

Harry Truman trat erst spät in die aktive Politik ein. Zunächst war er als Farmer tätig und nahm 1918/19 freiwillig am Ersten Weltkrieg teil. Nach dem Scheitern seiner geschäftlichen Aktivitäten als Mitinhaber eines Herrenausstatters Anfang der 1920er-Jahre ging der Demokrat Truman durch Initiative des lokalen Parteiführers Tom Pendergast in die regionale Politik, wo er ab 1927 Leiter der County-Verwaltung war. Auf Pendergasts Betreiben gelang ihm 1934 der Sprung in den US-Senat, dem er nach einer Wiederwahl 1940 noch bis Anfang 1945 angehörte. Durch den Vorsitz des Ausschusses für die Rüstungsproduktion während des Zweiten Weltkrieges wurde er überregional bekannt, was ihm den Weg zur demokratischen Vizepräsidentschaftskandidatur bei der Wahl 1944 an der Seite Franklin D. Roosevelts ebnete. Allerdings amtierte er nur zwischen Januar und April 1945 als Vizepräsident; nach dem Tod Roosevelts musste er selbst die Präsidentschaft übernehmen.

Während das Deutsche Reich wenige Wochen nach seinem Amtsantritt kapitulierte, wurde der Pazifikkrieg erst nach den bis heute umstrittenen Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki beendet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nahmen schon bald die politischen Spannungen mit der Sowjetunion zu, was zu einer Teilung Europas führte und den Kalten Krieg begründete. Truman begegnete dieser neuen Weltlage mit der Truman-Doktrin von 1947, die eine „Eindämmung“ des Kommunismus forderte (Containment-Politik). Ab 1948 leisteten die USA mit dem Marshallplan umfassende ökonomische Hilfen für weite Teile Europas. Währenddessen wurde die Weiterentwicklung der Nuklearwaffen vorangetrieben.

Obwohl im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 1948 mit Trumans Niederlage gerechnet wurde, konnte er sich überraschend gegen seinen republikanischen Widersacher Thomas E. Dewey durchsetzen. Nach seiner Wiederwahl nahmen die politischen Verwerfungen mit dem Ostblock zu. Der Koreakrieg (1950–1953) wurde der erste Stellvertreterkrieg im Ost-West-Konflikt. Nach der unter US-Führung erfolgten Intervention mit UN-Mandat gelang es nicht, den verlustreichen Krieg noch während Trumans Amtszeit zu beenden. Innenpolitisch trat Truman mit seinem Fair Deal für eine Fortsetzung des New Deals und eine progressive Politik ein. Seine Vorhaben, die unter anderem eine Ausweitung des Sozialstaates vorsahen, wurden aber wegen des Widerstands von konservativen Kräften im Kongress nur bedingt umgesetzt. Wegweisend war jedoch sein Eintreten für die Rechte von Afroamerikanern, indem er 1948 mit dem Abbau der Rassentrennung in den Streitkräften begann. Für die Wahl 1952 verzichtete Truman auf eine weitere Kandidatur und schied im Januar 1953 aus dem Präsidentenamt aus. Danach zog er sich bis zu seinem Tod 1972 ins Privatleben zurück.

Obwohl Truman während seiner Präsidentschaft als äußerst unpopulär galt, gehört er im 21. Jahrhundert bei Umfragen unter Amerikanern zu den beliebtesten US-Präsidenten. Auch die meisten Historiker bewerten seine Amtszeit heute überwiegend sehr positiv.

Harry S. Truman wurde am 8. Mai 1884 in Lamar, Missouri geboren. Er stammte aus sehr einfachen Verhältnissen; sein Vater John Anderson Truman (1851–1914) war ein Farmer, seine Mutter Martha Ellen Young Truman (1852–1947) war Hausfrau. Harry war das erste Kind der Eheleute Truman, nach ihm folgten noch ein Bruder und eine Schwester. Er hatte englische, schottische und irische Vorfahren.

Das „S“ in Harry S. Truman ist keine Abkürzung für einen zweiten Vornamen, sondern ein Initial, das von den Namen seiner beiden Großväter (Anderson Shipp Truman und Solomon Young) herrührt; eine im Süden der USA seinerzeit übliche Weise, der eigenen Vorfahren zu gedenken. Da sich Trumans Eltern nicht entscheiden konnten, ob sie den Mittelnamen Shipp oder Solomon wählen sollten, verwendeten sie bloß das Initial. Obwohl das „S“ somit keine Abkürzung ist, setzte Truman selbst einen Punkt dahinter.

Im Jahr 1890 ließ sich die Familie Truman im einige Kilometer entfernten Independence nieder, wo Harry die High School besuchte. Diese schloss er 1901 mit Erfolg ab. Im Anschluss war er für kurze Zeit auf einer kaufmännischen Schule, allerdings kehrte er nach kurzer Zeit zu seinen Eltern zurück, als sein Vater bei einer Weizen-Spekulation sein gesamtes Vermögen verlor.

Beruf und militärische Laufbahn

Von 1903 bis 1906 arbeitete er als Bankangestellter in Kansas City, Missouri, um dann seinem Vater beim Aufbau einer neuen Farm zu helfen. Nach dem Tod des Vaters 1914 übernahm er die Leitung der Farm und versuchte parallel, mit risikoreichen Investitionen in eine Zinkmine und Ölbohrungen Geld zu verdienen; beide Projekte schlugen fehl. Stattdessen bewirtschaftete er weiter die Farm und konnte sich mit Viehzucht und dem Anbau von Getreide ein bescheidenes Auskommen sichern. Auf der Farm arbeitete auch sein Bruder mit seiner Familie mit.

Im Jahr 1905 trat Truman der Nationalgarde bei. Er hoffte zunächst auf eine weitreichende militärische Ausbildung, allerdings wurde er aufgrund seiner Sehschwäche ausgemustert, womit er nicht für eine Laufbahn bei den US-Streitkräften in Frage kam. Truman war schon als Kind auf das Tragen einer Brille angewiesen. Im Jahr 1917 meldete er sich freiwillig zum Dienst in der US Army. Zuvor hatte er einen erneuten Sehtest zu absolvieren. Diesen bestand er jedoch, nachdem es ihm gelang, ohne das Wissen des Prüfers die Buchstaben und Zahlen auf der Tafel auswendig zu lernen. Mit dem Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg wurde er in Europa eingesetzt und im Laufe des Krieges zum Artillerie-Offizier befördert. Er befehligte im November 1918 eine Batterie des 129. Feldartillerieregiments, die noch wenige Stunden vor dem Ende des Ersten Weltkriegs (Waffenstillstand am 11. November um 11 Uhr) Granaten verschoss. Nach Rückkehr in die USA nahm er 1919 als Hauptmann seinen Abschied von der US Army.

Nach seiner Heimkehr aus dem Krieg in die Vereinigten Staaten heiratete er am 28. Juni 1919 seine Jugendliebe Bess Wallace (1885–1982). Aus der Ehe ging eine Tochter, Margaret (1924–2008), hervor. Margaret wurde später Schauspielerin und Autorin; unter anderem veröffentlichte sie auch eine Biografie ihres Vaters.

Gemeinsam mit seinem engen Freund Edward Jacobson eröffnete Truman nach seiner Rückkehr aus Europa ein Herrenbekleidungsgeschäft in Kansas City, dem mäßiger Erfolg beschieden war. Nach einer nationalen Wirtschaftsflaute 1921 waren Truman und Jacobson ein Jahr später gezwungen, das Geschäft aufzugeben. Am Ende blieben 25.000 US-Dollar Schulden, die Truman in den folgenden Jahren zurückzahlen musste.

Bereits in der ersten Hälfte der 1910er-Jahre begann Truman sich mehr für die Politik zu interessieren. Die Begeisterung für die fortschrittliche Politik von Präsident Woodrow Wilson brachte ihn schon bald zur Demokratischen Partei. Sein politisches Interesse und die Unterstützung des Präsidenten waren zwei der Hauptgründe Trumans, sich zum Dienst bei der Armee zu melden. Unterstützt von Tom Pendergast, dem zu dieser Zeit einflussreichsten Mitglied der Demokraten aus Kansas City, wurde Truman 1922, nach dem Scheitern seiner geschäftlichen Aktivitäten, zum Judge of the County Court of Jackson County. Truman und Pendergast lernten sich bereits während seiner Laufbahn bei der Armee kennen, nachdem Pendergasts Neffe gemeinsam mit Truman den Dienst absolviert hatte. Seine Wahl verdankte er neben Pendergast vor allem seiner Bekanntheit als Hauptmann im Ersten Weltkrieg; so konnte er sich auf die Unterstützung ehemaliger Kameraden verlassen, von denen er viele aus der Region persönlich kannte. Nach der zweijährigen Amtszeit, in der er vor allem mit Verwaltungstätigkeiten betraut war, wurde er angesichts der starken Trends zur Republikanischen Partei im Jahr 1924 nicht wiedergewählt. Danach war er für zwei Jahre erneut auf der Familienfarm tätig.

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