Harry Böseke (* 7. Januar 1950 in Jützenbach; † 8. Juni 2015 in Gummersbach) war ein deutscher Schriftsteller.
Harry Böseke wuchs in Köln und im Bergischen Land auf. Er war verheiratet und wurde Vater dreier Töchter. Von 1964 bis 1967 absolvierte er eine Lehre als Chemielaborant. Nach dem Besuch einer Abendschule studierte Böseke Sozialpädagogik an der Fachhochschule Köln, 1973 schloss er dieses Studium mit dem Diplom ab. Anschließend war er als Sozialarbeiter und Jugendpfleger in Köln tätig. In diese Zeit fällt auch seine Mitarbeit in einem Kinder- und Jugendzentrum in Köln-Chorweiler; dort veranstaltete er Schreibwerkstätten und gab gemeinsam mit deutschen und ausländischen Jugendlichen die Literaturzeitschrift Betonstadt heraus, in der Autorinnen wie Şiir Eroğlu, der Kölner Mundartdichter Karl-Heinz Nagelschmidt oder der Bremer Liedermacher Michael Zachcial (Die Grenzgänger) erste literarische Schritte unternahmen. Seit 1980 war Böseke freier Schriftsteller; er lebte zuletzt mit seiner Familie in der oberbergischen Kreisstadt Gummersbach.
Harry Böseke war Verfasser von Romanen, Erzählungen und Theaterstücken für Jugendliche; daneben war er als Herausgeber von Anthologien tätig. Während die Themen seiner Werke anfangs von Bösekes Arbeit mit jugendlichen Randgruppen und der Mitarbeit im Werkkreis Literatur der Arbeitswelt geprägt waren, befasste der Autor sich seit den 1990er Jahren vorwiegend mit Geschichte und Sozialgeschichte des Bergischen Landes.
Harry Böseke war Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftsteller; von 1998 bis 2008 war er Vorsitzender des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen dieses Verbandes. Daneben gehörte er dem Werkkreis Literatur der Arbeitswelt an, als dessen Bundessprecher er von 1983 bis 1985 fungierte. 1980 erhielt er mit dem Team der Zeitschrift Betonstadt den Kulturpreis „Der Arme Poet“, 1988, 1992 und 1995 ein Arbeitsstipendium des Landes Nordrhein-Westfalen.
Sein Nachlass befindet sich im Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt in Dortmund.
Der letzte Dreck. Modautal-Neunkirchen 1977.
mit Christian Schaffernicht: Vaterlandshiebe. Fischerhude 1978.
mit Heidi Böseke: Ich glaub', ich steh' im Wald. Dortmund 1979.
mit Martin Burkert: Ab in den Orient-Express. Berlin 1984.
Türen raus. Gemeinsamer Weg mit d. Ausländern. Gelsenkirchen 1984.
mit Helmut Steickmann: Streifzüge durch Oberberg. Gummersbach 1989.
Spiele mit Worten. Reinbek bei Hamburg 1992.
Geschichtenzirkus. Reinbek bei Hamburg 1993.
mit Heidi Böseke: Das Bergische Land. Köln 1994.
mit Manfred Berges: Kulturpfade in Marienheide. Marienheide 1994.
Das Oberbergische Land. Sankt Augustin 1995.
Feuer – Erde – Wasser – Luft. Reinbek bei Hamburg 1996.
mit Heidi Böseke: Teufelsspuk und Galgenstrick. Köln 1996.