An diesem Tag

Harald Schmidt

Deutscher Schauspieler, Kabarettist und Moderator

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Harald Schmidt (* 18. August 1957 in Neu-Ulm) ist ein deutscher Fernsehmoderator, Entertainer, Schauspieler, Kabarettist und Kolumnist. Er wurde vor allem durch Sendungen wie Schmidteinander und Die Harald Schmidt Show bekannt, die er ab den 1990ern präsentierte.

Jugend, Ausbildung und Privates

Harald Schmidt wurde 1957 in Neu-Ulm geboren und wuchs in Nürtingen zusammen mit einem fünf Jahre jüngeren Bruder auf. Seine Eltern waren als Sudetendeutsche aus der Tschechoslowakei vertrieben worden. Sein Vater Anton Schmidt (1916–2010) stammte aus Karlsbad in Westböhmen, seine Mutter Martha Schmidt (1936–2021) aus Nikolsburg in Südmähren.

Schmidt war als Kind bei den katholischen Pfadfindern und wuchs nach eigenen Angaben in einer streng katholischen Familie auf. Später wurde er nach einer Ausbildung an der Kirchenmusikschule in Rottenburg am Neckar Kirchenmusiker mit C-Abschluss und wirkte als Organist in der katholischen Gemeinde St. Johannes in Nürtingen. Nach dem Besuch des Max-Planck-Gymnasiums und des Hölderlin-Gymnasiums legte Schmidt 1977 das Abitur ab.

Nach der Ableistung des Zivildienstes in einem katholischen Pfarrbüro studierte er von 1978 bis 1981 Schauspiel an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Um Kontakte zum Fernsehen zu knüpfen und vor allem aufgrund seiner Frustration bei einem Augsburger Theaterengagement, bewarb sich Schmidt 1983 bei der Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg. Er scheiterte in der Endauswahl unter etwa einhundert Mitbewerbern.

Harald Schmidt lebt mit seiner Lebensgefährtin Ellen Hantzsch, die er als bei Schmidteinander jobbende Kabelträgerin kennengelernt hatte, in Köln-Marienburg und hat mit ihr vier Kinder. Aus einer früheren Beziehung mit der Fernsehredakteurin Elke Maar stammt ein weiteres Kind.

1978 hatte Schmidt einen Auftritt als Statist in Claus Peymanns Inszenierung des Stücks Drei Schwestern von Anton Tschechow am Württembergischen Staatstheater Stuttgart. Sein erstes Engagement hatte er von 1981 bis 1984 an den Städtischen Bühnen in Augsburg. Seine erste Rolle dort war der zweite Mameluk in Lessings Nathan der Weise, der nur den Satz „Nur hier herein!“ zu sprechen hat.

1984 wechselte Schmidt zu Kay Lorentz ans Düsseldorfer Kom(m)ödchen, wo er bis 1989 blieb und seine kabarettistische Laufbahn unter Anleitung von Lore Lorentz begann. 1985 ging er mit seinem ersten Soloprogramm Ich hab’ schon wieder überzogen auf Tournee. Weitere Soloprogramme waren 1988 Überstehen ist alles und 1992 Schmidtgift.

Im Herbst 2001 war er am Berliner Ensemble bei einem Gastspiel des zuvor in seiner Show als Dramolett aufgeführten Texts Claus Peymann kauft sich keine Hose, geht aber mit essen von Benjamin von Stuckrad-Barre zu sehen. Im Frühjahr 2002 kehrte er als Diener Lucky in Becketts Warten auf Godot ans Theater zurück und wurde im April Mitglied des Ensembles am Bochumer Schauspielhaus. Im Sommer 2002 spielte Schmidt ebenfalls in Bochum in dem Stück Die Direktoren von Daniel Besse die Rolle des Vize-Vorstandsvorsitzenden Montparnasse. Eine Einladung von Claus Peymann, während der Pause seiner Show ab 2003 am Berliner Ensemble zu spielen, lehnte Schmidt ab.

Von Juli 2004 an war er zusammen mit Manuel Andrack und dem eigenen zweistündigen Kabarettprogramm Sprechstunde, Einspruch und Summa cum unterwegs. 2007 spielte Schmidt den Doktor Diafoirus in dem Stück Der eingebildete Kranke von Molière auf der Bühne des Bolongaro-Palastes in Frankfurt-Höchst.

Seit der Spielzeit 2007 ist Schmidt Ensemblemitglied am Staatstheater Stuttgart. Im Oktober 2007 fand die Premiere des Liederabends Elvis lebt. Und Schmidt kann es beweisen statt. Im Oktober 2008 hatte dort die Inszenierung des von Schmidt konzipierten Hamlet-Musicals Der Prinz von Dänemark unter der Regie von Christian Brey Premiere, bei dem er auch einige Rollen selbst spielt. Danach trat Schmidt wiederholt in Inszenierungen des Autorregisseurs René Pollesch auf. 2012 auf Deutschland-Tour mit dem Concerto Köln, sprach Schmidt in Mozarts Singspiel Der Schauspieldirektor die Titelrolle und sang eine Bariton-Partie. 2019 übernahm er die Sprechrolle des Haushofmeisters in der Stuttgarter Produktion von Richard Strauss’ Ariadne auf Naxos.

Schmidt trat zu Beginn seiner Karriere mehrmals im Münchner Hinterhoftheater auf. Gage war die „Beteiligung am Eintrittserlös; Anreise und Unterkunft sind vom Künstler selbst zu bezahlen“. Seit Sommer 2019 moderiert Schmidt die regelmäßig alle ein bis zwei Monate im Schauspielhaus des Staatstheaters Stuttgart stattfindende Stand-up- und Interview-Show Echt? Schmidt?. In der Operette Die Dubarry von Carl Millöcker, der Eröffnungspremiere von Intendantin Lotte de Beer, gab er an der Volksoper Wien im September 2022 an der Seite von Annette Dasch König Ludwig XV.

1995 war Schmidt in dem Kinofilm Nich’ mit Leo zusammen mit Jürgen von der Lippe zu sehen. 1999 folgte eine Hauptrolle im Film Late Show, wo er den Programmdirektor Conny Scheffer spielte. Außerdem trat er an der Seite zahlreicher Comedians mit einem Kurzauftritt in Otto Waalkes’ Kinofilm 7 Zwerge – Männer allein im Wald auf. In dem Film Vom Suchen und Finden der Liebe von Helmut Dietl spielte Schmidt an der Seite von Anke Engelke eine Nebenrolle.

Schmidt war Nebendarsteller in der 13. Staffel der Familienserie Unser Charly. Seit Anfang 2007 spielt er in der ZDF-Reihe Das Traumschiff die Rolle eines Gentleman Hosts bzw. den Kreuzfahrtdirektor Oskar Schifferle. In dem zweiteiligen Fernsehfilm Teufelsbraten (2008) von Hermine Huntgeburth war er als Unterwäschevertreter zu sehen.

In der im November 2009 ausgestrahlten Folge der ZDF-Krimireihe SOKO Stuttgart übernahm Schmidt eine Gastrolle als Leiter einer psychiatrischen Klinik. 2011 war er als Moderator seiner eigenen Late-Night-Show in Andreas Dresens Drama Halt auf freier Strecke zu sehen. 2012 folgte eine Nebenrolle in Helmut Dietls Komödie Zettl. Seit 2015 spielt Schmidt in der ZDF-Reihe Das Traumschiff erneut die Rolle des Kreuzfahrtdirektors.

2016 spielte Schmidt eine Nebenrolle in der ZDF-Rosamunde-Pilcher-Verfilmung Ein Doktor & drei Frauen als Lord Hurrleton. Schmidt war für die Rolle des Kriminaloberrats Gernot Schöllhammer im SWR-Schwarzwald-Tatort mit dem neuen Ermittler-Duo Franziska Tobler (Eva Löbau) und Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) angekündigt, das Ende 2017 gestartet ist. 2017 gab er bekannt, die Rolle aus persönlichen Gründen nicht zu spielen. Schmidt war Ideengeber für die 2019 im SWR ausgestrahlte sechsteilige Miniserie Labaule & Erben, in der Uwe Ochsenknecht den Erben eines fiktiven Medienkonzerns spielt.

2022 war Schmidt in der Amazon-Prime-Produktion One Mic Stand zu sehen. Bei dem Format handelt es sich um die Adaption eines US-Formats, bei dem deutsche Comedians auf fünf Persönlichkeiten ohne Stand-up-Erfahrung trafen, moderiert von Teddy Teclebrhan. Die Comedians sollen die Prominenten auf den ersten, eigenen Comedy-Auftritt vor Publikum vorbereiten. Schmidt war in der Folge „Trainingslager Deluxe“ mit den Weltmeistern Mats Hummels und Christoph Kramer zu sehen.

Seinen ersten Fernsehauftritt hatte er 1987 in der Sendung Extratour mit einem kurzen Kabarettprogramm. Die Redakteurin der Sendung, Birgitt Reckmeyer, hatte Schmidt bei einer Kleinkunstmesse in Genf entdeckt. Zusammen mit Reckmeyer entwickelte Schmidt später auch die kurzlebige Sendung Gala.

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