Hans Johann Georg Traxler (* 21. Mai 1929 in Herrlich, Tschechoslowakei; † 24. August 2026 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Maler, Cartoonist, Illustrator, Satiriker und Kinderbuchautor. Er zählt zur Neuen Frankfurter Schule.
Traxler wurde als Sohn österreichischer Eltern in Böhmen geboren und wuchs in Sangerberg auf. Im Alter von 14 Jahren kam er in ein deutsches Wehrertüchtigungslager. 1944 meldete er sich zu den Nachrichtentruppen, um einen direkten Fronteinsatz zu vermeiden. Er flüchtete 1945 über das Erzgebirge nach Sachsen. Nachdem er 1945 mit seiner Mutter nach Regensburg gekommen war, starb diese kurz darauf dort und im selben Jahr auch sein Vater in einem Gefangenenlager. Traxler wurde somit mit 16 Vollwaise.
1951 kam er nach Frankfurt am Main, wo er nach einem Intermezzo als Karikaturist in Diensten des späteren Pardon-Verlegers Hans A. Nikel an der Städelschule ab 1954 Freie Malerei und Lithographie studierte. Im Laufe seiner weiteren Betätigung als Cartoonist lernte er Chlodwig Poth kennen, der wie Traxler ebenfalls als einer der wichtigsten Vertreter der Neuen Frankfurter Schule gilt.
Ab 1962 verfasste er Beiträge für Pardon und zahlreiche Bücher. Bereits mit seiner ersten Buchveröffentlichung erlangte er einen gewissen Bekanntheitsgrad. In Die Wahrheit über Hänsel und Gretel berichtete er unter dem Pseudonym Georg Ossegg über angebliche Forschungen zum Märchen von Hänsel und Gretel, einer Art mockumentary. Wegen des Buches, das Heinz Rölleke als „eine der besten Märchenforschungs-Persiflagen, wenn nicht die beste überhaupt“ bezeichnete, wurde gegen Traxler wegen des Verdachts auf Betrug ermittelt.
1979 war er Mitbegründer des Satiremagazins Titanic. Wegen eines Halbsatzes in einem Artikel der Titanic schuf er zusammen mit Peter Knorr (Texte) „Birne“ als Karikatur von Helmut Kohl. Zudem veröffentlichte er ab 1980 eigene Serien im Zeit-Magazin, arbeitete für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Süddeutsche Zeitung und andere. 1992 erschien sein Buch The Life and the Times of the Gummy Bear, womit er der erste deutsche Karikaturist auf dem US-amerikanischen Cartoonmarkt wurde.
Zum 90. Geburtstag von Hans Traxler widmete ihm das Frankfurter Caricatura Museum vom 27. Mai bis 22. September 2019 eine Sonderausstellung.
Hans Traxler war in zweiter Ehe verheiratet mit der 1942 geborenen Inge Traxler. Er starb im August 2026 im Alter von 97 Jahren in Frankfurt am Main. Namhafte Kollegen Traxlers der Neuen Frankfurter Schule, darunter Pit Knorr, Bernd Eilert, Mehrdad Zaeri und Flix gedachten seiner in einem gemeinsam verfassten Nachruf.
Hans Traxler wuchs mit den Bildbänden von Wilhelm Busch auf. Er bezeichnete die Comiczeichner Robert Crumb (Hauptwerk Fritz the Cat) und Moebius (bekanntes Werk: Le Garage hermetique/Die luftdichte Garage) als Vorbilder. Später waren es der Bildende Künstler Saul Steinberg und der Zeichner und Autor James Thurber, beide US-amerikanischer Herkunft.
2006: Göttinger Elch für sein Lebenswerk
2007: Deutscher Karikaturenpreis für sein Lebenswerk
2012: Ludwig-Emil-Grimm-Preis der Stadt Hanau
2012: Karikaturpreis der deutschen Anwaltschaft
2014: Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main
2017: Sondermann-Preis für komische Kunst
Die Wahrheit über Hänsel und Gretel. Bärmeier und Nikel, Frankfurt a. M. 1963 (Erstveröffentlichung)
Die Reise nach Jerusalem und acht weitere Bildergeschichten : in memoriam Paul VI. Zweitausendeins, Frankfurt a. M. 1978
Fünf Hunde erben eine Million. Deutscher Bücherbund, Stuttgart 1979 (Kinderbuch)
Es war einmal ein Mann. Insel Verlag, Frankfurt a. M. 1979, ISBN 3-458-32154-3 (Kinderbuch)