An diesem Tag

Hans Schäfer (Fußballspieler)

Deutscher Fußballspieler (1927–2017)

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Johann „Hans“ Schäfer, genannt „De Knoll“ (* 19. Oktober 1927 in Köln; † 7. November 2017 ebenda), war ein deutscher Fußballspieler. Er gewann mit dem 1. FC Köln 1962 und 1964 die deutsche Meisterschaft und mit der Nationalmannschaft die Fußball-Weltmeisterschaft 1954.

Von 1949 bis 1963 absolvierte der Linksaußen und spätere Spielmacher in der Fußball-Oberliga West 356 Spiele für seinen Verein. Er war mit 223 Treffern Rekordtorschütze in der damals höchsten Spielklasse im Westdeutschen Fußballverband, nahm an drei Weltmeisterschaften teil und wurde 1963 zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt.

Köln-Zollstock, Volkmarsen und Aufstieg in die Oberliga, 1937 bis 1949

Schäfers Vater Hugo, in Kaiserslautern geboren und von Beruf Friseur, war vom Fußball begeistert. So durfte Sohn Hans, wenn er nicht gerade dem Vater im elterlichen Salon zur Hand ging, ab 1937 bei DJK Rheinland Zollstock (später Rot-Weiss Zollstock), einem Verein im Kölner Süden, Fußball spielen. Dort wurde schnell sein außergewöhnliches Talent für die Offensive entdeckt und gefördert. Nach dem Besuch von Volks- und Mittelschule schloss er eine Friseurlehre ab und wurde 1943 im Alter von 16 Jahren im Zweiten Weltkrieg als Flakhelfer zum Kriegsdienst eingezogen. Er überstand diese Zeit unbeschadet und kehrte 1944 ins Elternhaus und zu seinem alten Verein in Zollstock zurück.

Aufgrund seiner herausragenden fußballerischen Fähigkeiten bekam Schäfer von den städtischen Lokalgrößen Angebote, für sie im Verein zu spielen. Am intensivsten bemühte sich die Spielvereinigung Sülz 07 um den Spieler. Sein späterer Wechsel von Rot-Weiss Zollstock zum 1. FC Köln vollzog sich über den Umweg des VfR Volkmarsen in Nordhessen, angeblich, um eine einjährige Wechselsperre innerhalb der britischen Besatzungszone zu vermeiden. Schäfer blieb somit im Spielbetrieb, spielte in Volkmarsen „für ’n Appel und ’n Ei“, im wahrsten Sinne des Wortes. In Köln hatte es für die Bevölkerung nur wenig Nachkriegskost gegeben, während es auf dem Lande besser aussah. Schäfer ernährte sich bei einem Bauern. Am 18. Juni 1948 – erfolgte die polizeiliche Rückmeldung in Köln.

In seinem Jahr in Nordhessen hatte er beim VfR Volkmarsen mit Heinrich Trimhold, Vater des späteren Bundesligaspielers Horst Trimhold, gespielt. Am 25. Januar 1948 gehörte Schäfer beim Auswahlspiel von Nordhessen gegen Südhessen auf dem KSV-Hessen-Platz vor 9000 Zuschauern auch dem Kader der Nordauswahl an, wo Vereinskamerad Heinrich Trimhold als Mittelläufer und der spätere Nationalspieler Karl-Heinz Metzner als rechter Außenläufer im Einsatz gewesen waren.

Schäfer unterschrieb bei dem neuen Großverein 1. FC Köln, der am 13. Februar 1948 durch die Fusion von Sülz 07 und dem Kölner BC entstanden war. Sein Debüt für den FC feierte der junge Angreifer am 6. August 1948 beim Freundschaftsspiel in Wuppertal gegen den WSV (2:2). In seiner ersten Saison 1948/49 feierte der neue Linksaußen unter Spielertrainer Hennes Weisweiler in der Rheinbezirksliga die Meisterschaft und nach zwei siegreichen Spielen gegen Bayer 04 Leverkusen den Aufstieg in die Fußball-Oberliga West. Schäfer hatte an der Seite von Torjäger Franz Alexius (23 Tore) 19 Treffer erzielt.

Oberliga West und Bundesliga, 1949 bis 1965

Der antrittsschnelle, kraftvolle, einsatzfreudige, trickreiche und mit hartem Schuss ausgestattete Stürmer am linken Flügel debütierte am 4. September 1949 beim Auswärtsspiel gegen Rhenania Würselen in der Oberliga West. Schäfer sicherte sich sofort einen Stammplatz in der Mannschaft von Spielertrainer Weisweiler, der den „Rohdiamanten“ aus Zollstock den letzten Feinschliff verpasste. Jahre später berichtete dieser, wie wichtig Weisweiler für seine weitere Karriere gewesen war: „Ohne Hennes, wäre ich nie Weltmeister geworden“, so Schäfer. Er absolvierte 27 Ligaspiele und erzielte dabei 17 Tore. Im Mai und November 1950 wurde er in die Regionalauswahl von Westdeutschland für Repräsentativspiele gegen Nord- beziehungsweise Süddeutschland berufen. Mit Jupp Röhrig fand Schäfer ab der Runde 1950/51 einen kongenialen Mitspieler und idealen Passgeber mit Überblick für sein Spiel. Die Kölner hatten damit einen „Traumflügel“, der sehenswert kombinierte und viele Tore erzielte. „De Knoll“, wie er mit Spitznamen genannt wurde, war aber kein sturer Linksaußen, der nur auf seiner Position „festklebte“, sondern ein kampfstarker Offensivantreiber, der immer wieder ins Sturmzentrum drängte und dort mit einmaliger Treffsicherheit massenhaft Tore erzielte.

Am 14. Oktober 1951 wurde Schäfer für das B-Länderspiel des DFB in Basel gegen die Schweiz in den Kader gerufen. Schäfer bildete zusammen mit Röhrig beim 2:0-Erfolg den linken Flügel. Am 9. November 1952 debütierte er für die A-Nationalmannschaft. Es folgten der Titel als Torschützenkönig der Oberliga West 1953 und 1954 mit jeweils 26 Treffern, und der überraschende Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz, wo er in fünf Einsätzen vier Tore erzielte. Die internationale Presse feierte ihn als „besten Linksaußen der Welt.“

Ab dem Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft 1958 in Schweden dominierte der 1. FC Köln die Oberliga West. Bundestrainer Sepp Herberger hatte Schäfer erstmals am 10. März 1957, beim Länderspiel in Wien gegen Österreich zum Spielführer bestimmt, eine Auszeichnung, die er in seiner Klubmannschaft erst nach dem Abschied von Jupp Röhrig im Jahr 1960 erhielt. Als er die Rolle des klug dirigierenden Halbstürmers mit seiner großen nationalen und internationalen Erfahrung selbst übernahm, „lebten“ die anderen von seiner Kunst, sie einzusetzen und anspornend zu führen. Er war jetzt der unumschränkte Mittelpunkt des Kölner Spiels. Er war der von allen Mitspielern und Entscheidungsträgern im Verein anerkannte torgefährliche Spielmacher der Elf von Präsident Franz Kremer und zugleich verlängerter Arm auf dem Spielfeld für den jeweiligen Trainer. Mussten sich Schäfer und Kollegen noch 1958 und 1959 mit der Vizemeisterschaft begnügen, so konnte sich die „Geißbock-Elf“ von 1960 bis 1963 mit vier Meisterschaften in Folge an die Spitze setzen. Beim erstmaligen Einzug ins Endspiel um die deutsche Meisterschaft 1960 wurden die Rheinländer vom Hamburger SV mit 3:2 Toren bezwungen. 1962 holte sich der 1. FC Köln mit einem 4:0-Finalsieg über den 1. FC Nürnberg erstmals die Meisterschale. Schäfers dominierende Rolle in seinem Verein bewog Bundestrainer Herberger dazu, den Routinier im Vorfeld der WM in Chile zu einem Comeback in der Nationalmannschaft zu überreden und mit ihm als Spielführer nach Südamerika zu fliegen. Nach seinem 2. Platz im Vorjahr erhält Hans Schäfer 1963 die verdiente Ehrung zum „Fußballspieler des Jahres.“ Mit 102 Stimmen siegt er deutlich vor Max Morlock mit 41 Stimmen. Ein vom Fachblatt Kicker veranstalteter Festakt zu Ehren des Kapitäns findet am 4. Oktober 1963 im Geißbockheim statt. Als weitere Auszeichnung erhält Schäfer für seine Verdienste um den 1. FC Köln als erster aktiver Spieler im Rahmen der Jahreshauptversammlung die goldene Ehrennadel mit Brillanten sowie eine Prämie von 5.000 DM.

Die kritisierten WM-Tage in Chile mit einer für ihn ungewohnten defensiven Rolle, die 1:8-Niederlage am 5. September 1962 im Europapokal der Landesmeister beim schottischen Meister FC Dundee und die 1:3-Finalniederlage am 29. Juni 1963 im letzten Endspiel um die deutsche Meisterschaft konnte Schäfer dagegen nicht in die Reihe seiner vielen Erfolge einreihen. Dies gilt aber für den Erfolg mit dem 1. FC Köln in der ersten Bundesligarunde 1963/64. Unter Trainer Georg Knöpfle holte Spielführer Schäfer mit seinen Mannschaftskameraden 1964 überlegen die zweite deutsche Meisterschaft nach Köln. Durch Verletzungsfolgen hatte Schäfer zwar in der Hinrunde in sieben von 15 Begegnungen gefehlt, aber trotz seiner bereits 36 Jahren war der Kapitän immer noch die Seele des FC-Spiels gewesen. In 22 Bundesligaspielen erzielte er zwölf Tore und er führte vor allem die Angreifer Karl-Heinz Thielen, Christian Müller, Wolfgang Overath und Heinz Hornig zu ihren meisterschaftsreifen Offensivleistungen.

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