An diesem Tag

Hans Knauß

Österreichischer Skirennläufer und Motorsportler

Anúncio

Hans Knauß (* 9. Februar 1971 in Schladming) ist ein ehemaliger alpiner Skirennläufer, Motorsportler und aktiver Fernsehmoderator aus Österreich. Als Skirennläufer zählte er in den Disziplinen Riesenslalom, Super-G und Abfahrt mehrere Jahre zu den besten der Welt. Der zweifache österreichische Meister erreichte sieben Siege und weitere 20 Podestplätze in Weltcuprennen, belegte zweimal den zweiten Platz im Super-G-Weltcup und zweimal den dritten Rang im Riesenslalomweltcup. Bei den Olympischen Winterspielen 1998 gewann er die Silbermedaille im Super-G, zudem bei den Weltmeisterschaften 2003 die Silbermedaille im Riesenslalom und bei den Weltmeisterschaften 1999 die Bronzemedaille im Super-G. Nach einem positiven Dopingtest und einer daraus resultierenden 18-monatigen Sperre beendete er 2005 seine aktive Skikarriere und wurde Co-Kommentator des Österreichischen Rundfunks. Ab 2006 nahm er mehrere Jahre an Wettkämpfen im Automobilsport teil. Knauß ist verheiratet und Vater einer Tochter und eines Sohnes.

Anfänge und Einstieg in den Weltcup (bis 1994)

Schon Knauß’ Großvater und Vater waren gute Skiläufer gewesen, die an lokalen Rennen teilgenommen hatten. Der Vater arbeitete als Liftangestellter bei den Planaibahnen. Wie seine fünf älteren Geschwister, darunter der sechsfache Profi-Weltmeister Bernhard Knauß, kam Hans Knauß schon früh zum Skisport. Er wurde 1984 und 1986 insgesamt viermal österreichischer Schülermeister und gewann 1984 Slalom und Riesenslalom des Trofeo Topolino. Nach einiger Zeit im steirischen Landeskader wurde er 1987 in den Kader des Österreichischen Skiverbandes aufgenommen. In den folgenden drei Jahren kam er bei den Juniorenweltmeisterschaften zum Einsatz, wo er ohne Spitzenplätze blieb und als jeweils beste Ergebnisse Resultate um Rang zehn belegte.

Starts bei FIS-Rennen und im Europacup folgte zu Beginn der Saison 1992/93 die erste Teilnahme an einem Weltcuprennen. Als 28. des Riesenslaloms von Sestriere gewann er auf Anhieb Weltcuppunkte. Im März 1993 fuhr Knauß erstmals in die Weltspitze, als er im Super-G von Aspen den vierten Platz erzielte. Nach weiteren Top-10-Ergebnissen erreichte er ein Jahr danach, am 17. März 1994, mit Platz drei im Super-G von Vail seinen ersten Weltcup-Podestplatz. Zuvor hatte er sich durch seine Ergebnisse schon für die Olympischen Winterspiele 1994 in Lillehammer qualifiziert. Sein erstes Großereignis verlief allerdings wenig erfolgreich: Zunächst war er in der Kombination bereits im Abfahrtsrennen ausgeschieden, danach kam er im Super-G lediglich auf den 20. Platz. Bei allen Weltcup-Super-G des Winters hatte er bessere Platzierungen erzielt. 1994 wurde Knauß zum ersten Mal österreichischer Meister im Riesenslalom, ein zweiter Titelgewinn folgte 1997.

Anschluss an die Weltspitze (1995–1999)

Nachdem die Saison 1994/95 mit nur einem Top-10-Resultat weniger erfolgreich verlaufen war, stieg Knauß im Winter 1995/96 zur absoluten Weltspitze auf. Er feierte am 17. Dezember 1995 im Riesenslalom von Alta Badia seinen ersten Weltcupsieg und entschied fünf Wochen später auch den Super-G von Valloire für sich. In diesen beiden Disziplinen stand er weitere drei Mal auf dem Podest, ebenso erreichte er in der Hahnenkamm-Kombination in Kitzbühel einen zweiten Platz. Neben der Kombination konnte er in diesem Winter auch zum ersten Mal in Abfahrten punkten. Am Saisonende war Knauß Sechster im Gesamtweltcup, Zweiter im Super-G-Weltcup, Vierter im Kombinationsweltcup und Fünfter im Riesenslalomweltcup. Ähnlich erfolgreich verlief die nächste Saison 1996/97: Knauß gewann den Super-G des Kriterium des ersten Schnees in Val-d’Isère, stand als Zweiter des Riesenslaloms von Park City sowie Dritter des Riesenslaloms von Breckenridge weitere zwei Mal auf dem Podest und erreichte weitere vier Top-5-Platzierungen. Er wurde im Gesamtweltcup Siebter und im Riesenslalomweltcup Dritter, fiel aber im Super-G-Weltcup auf den achten Rang zurück.

Bei Großereignissen blieb Knauß zunächst weiter ohne Medaille: Bei den um ein Jahr auf 1996 verschobenen Weltmeisterschaften in der spanischen Sierra Nevada belegte er Platz 9 im Super-G und Rang 16 in der Abfahrt, während er im Riesenslalom und in der Kombination nicht das Ziel sah. Bei den Weltmeisterschaften 1997 in Sestriere wurde er Vierter im Super-G (sechs Hundertstelsekunden hinter Bronzemedaillengewinner Günther Mader) sowie Siebter im Riesenslalom. Bei den Olympischen Winterspielen 1998 in Nagano klappte es dann mit dem ersten Edelmetall: Knauß gewann hinter Hermann Maier sowie zeitgleich mit Didier Cuche die Silbermedaille im Super-G und verfehlte als Vierter des Riesenslaloms eine weitere Medaille nur um zwei Hundertstelsekunden. Edelmetall gewann Knauß auch bei den Weltmeisterschaften 1999 in Vail/Beaver Creek, und zwar in einer denkbar knappen Entscheidung: Nur eine Hundertstelsekunde fehlte dem drittplatzierten Hans Knauß im Super-G auf die beiden zeitgleichen Sieger Hermann Maier und Lasse Kjus. Und wie im Vorjahr verfehlte er eine zweite Medaille erneut um nur zwei Hundertstelsekunden, diesmal allerdings in der Abfahrt und nicht im Riesenslalom. Diese in seiner Karriere gehäuft und meist zu seinen Ungunsten aufgetretenen Hundertstelsekunden-Entscheidungen brachten Knauß den Spitznamen „Hundertstel-Hans“ ein. Knauß selbst betrachtete diese knappen Entscheidungen rückblickend als „eine gewisse Prüfung, mit Erfolg und Misserfolg so umzugehen, dass es meine grundsätzliche, lockere Lebenseinstellung nicht verändert“.

Neben seinen Medaillengewinnen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften fuhr Knauß auch im Weltcup weiterhin an der Spitze mit. In den Saisonen 1997/98 und 1998/99 feierte er jeweils einen Sieg (1998 im Super-G von Kvitfjell und 1999 in der Abfahrt von Kitzbühel), zudem erreichte er jeweils weitere vier Podestplätze und eine Reihe weiterer Top-5-Platzierungen. In beiden Jahren wurde er Fünfter im Gesamtweltcup, hinzu kamen 1997/98 der zweite Platz im Super-G-Weltcup sowie der fünfte Rang im Riesenslalomweltcup. 1998/99 fiel er zwar in diesen beiden Disziplinenwertungen leicht zurück (Fünfter im Super-G und Siebter im Riesenslalom), dafür konnte er sich in der Abfahrt vom 15. auf den vierten Endrang steigern. Zum Neunfachsieg des ÖSV-Skiteams am Patscherkofel trug er den sechsten Platz bei.

Verletzungen und Comeback (1999–2004)

In den nächsten Jahren konnte Knauß wegen mehrerer Verletzungen nicht an die bisherigen Ergebnisse anknüpfen. Er blieb im Winter 1999/2000 nach einer kurz vor Saisonbeginn erlittenen Bänderverletzung erstmals seit seinen Weltcupanfängen ohne Podestplatz. Er fuhr zwar oftmals unter die schnellsten Zehn, fiel aber in allen Weltcupwertungen deutlich zurück. Nachdem er in der ersten Hälfte der Saison 2000/01 auch nur einige Top-10-Plätze erreicht, aber nicht zu seiner alten Form gefunden hatte, kam er Mitte Jänner in der Hahnenkammabfahrt von Kitzbühel zu Sturz. Schwere Knieverletzungen bedeuteten das Ende der Saison, die Rehabilitation wurde durch eine Gelenksentzündung im Knie erschwert.

Nach dieser Verletzungspause fand Knauß im Laufe der Saison 2001/02 langsam zur früheren Form zurück. Am 3. Februar 2002 gelang ihm als Dritter des Riesenslaloms von St. Moritz der erste Podestplatz seit drei Jahren. Damit qualifizierte er sich innerhalb des österreichischen Teams im letzten Moment für die Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City, wo er allerdings bereits im ersten Riesenslalomdurchgang ausschied. Im Winter 2002/03 konnte sich Knauß insbesondere im Riesenslalom weiter verbessern und zur absoluten Weltspitze zurückkehren. Er gewann die beiden Riesenslaloms von Adelboden und Lillehammer, belegte im Riesenslalomweltcup den dritten Platz und kam im Gesamtweltcup wieder unter die besten Zehn. Auch bei den Weltmeisterschaften 2003 in St. Moritz war Knauß mit dem Gewinn der Silbermedaille im Riesenslalom erfolgreich. Erneut war es eine knappe Entscheidung: Vom Sieger Bode Miller trennten ihn drei Hundertstelsekunden, vom drittplatzierten Erik Schlopy nur eine Hundertstelsekunde. In der Saison 2003/04 fiel Knauß zwar im Riesenslalom deutlich zurück (nach einem dritten Rang in Park City kam er nur noch einmal unter die schnellsten Zehn, im Riesenslalomweltcup belegte er Rang 15), dafür konnte er sich in den Disziplinen Abfahrt und Super-G gegenüber dem Vorjahr merklich steigern. Er blieb in diesem Winter ohne Sieg, erreichte aber in Abfahrt und Super-G drei Podestplätze sowie weitere fünf Top-5-Platzierungen und belegte in beiden Disziplinenweltcups den sechsten Rang.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Hans Knauß | World in Stories