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Hans Erlwein

Deutscher Architekt

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Hans Erlwein (* 13. Juni 1872 in Bayerisch Gmain, Bezirksamt Berchtesgaden; † 9. Oktober 1914 in Amagne-Lucquy bei Rethel in den Ardennen; vollständiger Name: Johann Jakob Erlwein) war ein deutscher Architekt und kommunaler Baubeamter. Er war von 1905 bis zu seinem Tod Stadtbaurat von Dresden. In dieser Zeit entwarf und plante er zahlreiche öffentliche Gebäude, teils in historistischen Stilen, teils im Reform- oder Heimatschutzstil. Zu seinen bekanntesten Werken gehören der Städtische Vieh- und Schlachthof, die Gaststätte „Italienisches Dörfchen“ sowie der sogenannte Erlweinspeicher.

Hans Erlwein war der Sohn des Hoteliers Johann Jakob Erlwein und seiner Frau Elise. Der Elektrotechniker und -chemiker Georg Erlwein (1863–1945) war sein Vetter. Hans Erlwein studierte von 1893 bis 1896 Architektur an der Technischen Hochschule in München. Er unternahm einige Studienreisen und war nach dem Studium zuerst bei den Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen, als Bauassessor beim Landbauamt Amberg, als Regierungsbauführer in der bayerischen Militärverwaltung tätig. Trotz seines jungen Alters und seiner damals noch geringen Erfahrung wurde er 1898 zum Stadtbaurat von Bamberg ernannt. Erst im Jahr darauf legte er das praktische Regierungsbaumeisterexamen ab. Im selben Jahr heiratete er Marie Hirsch, mit der er eine Tochter hatte.

Am 17. November 1904 wechselte er als Stadtbaurat nach Dresden und übernahm dort im Februar 1905 zusätzlich die Leitung des Hochbauamtes, womit er auch dem Dresdner Magistrat angehörte. Im gesellschaftlichen Leben der Stadt spielte Erlwein eine einflussreiche Rolle als Vorsitzender des Hochbauausschusses, des städtischen Kunstausschusses, als Mitglied des Dresdner Philistervereins (AHSC) und des Ausschusses zur Förderung des Dresdner Hochschulwesens.

Sein künstlerischer Grundsatz lautete:

Auch aufgrund von Streitigkeiten über die Urheberschaft der Gebäude aus seiner Bamberger Schaffenszeit signierte er in Dresden viele seiner Gebäude mit einer kleinen Reliefplastik in Form eines Wappens mit einem in einer Weinkelter stehenden Knaben mit Erlenzweigen (Namenssymbol). Städtische Gebäude in Dresden enthielten häufig auch in dieser Signatur das Dresdner Wappen und gelegentlich das Jahr der Fertigstellung oder Einweihung. Vermutlich durch Renovierungen ist diese Signatur an einigen Gebäuden, wie der Feuerwache Neustadt oder dem Romain-Rolland-Gymnasium, verloren gegangen.

Erlwein starb wenige Wochen nach Beginn des Ersten Weltkriegs während eines privat organisierten Transports von Kleidung, Lebensmitteln und anderen Geschenken für die deutschen Soldaten an der Westfront bei einem Autounfall. Sein Grab befindet sich auf dem Soldatenfriedhof Noyers-Pont-Maugis.

Erlwein wurde im Herbst 1905 – mit bayerischer Staatsbürgerschaft und seit einigen Monaten in Sachsen tätig – mit dem preußischen Roten Adler-Orden IV. Klasse ausgezeichnet. 1910 berief ihn die Technische Hochschule Dresden zum Honorarprofessor.

In der Dresdner Südvorstadt wurde 1929 eine Straße nach Erlwein benannt, ebenfalls ist das Hans-Erlwein-Gymnasium nach ihm benannt. Im Ostragehege trug das Erlwein-Forum bis zur Umbenennung ebenfalls seinen Namen.

Erlwein war Mitglied des Corps Germania München, der Dresdner Freimaurerloge Zu den drei Schwertern und Asträa zur grünenden Raute sowie der Bamberger Loge Zur Verbrüderung an der Regnitz.

Er war Gründungsmitglied der Dresdner Künstlervereinigung Die Zunft. Weiterhin war er Vorstandsmitglied im Dürerbund und er gehörte dem Deutschen Werkbund sowie dem Gewerbe-Verein zu Dresden an.

In den knapp zehn Jahren seiner Tätigkeit als Stadtbaurat in Dresden entstanden unter seiner Leitung etwa 150 Gebäude, die wesentlich das neuzeitliche Stadtbild prägten. „Zweckmäßigkeit, Klarheit, Schlichtheit, Gliederung des Aufbaus und der Einordnung in die Umgebung“ sowie Anlehnung an die örtliche Bautradition zeichneten seine Entwürfe aus, mit denen er den Historismus der vergangenen Jahre überwand. Dabei gelang es ihm, auch jüngere bildende Künstler (z. B. den Bildhauer Georg Wrba sowie die Maler Otto Gussmann und Paul Rößler) zur Gestaltung der Bauwerke als Gesamtkunstwerke einzubeziehen.

1899–1901: „Prinzregent-Luitpold-Schule“ (heutige Luitpoldgrundschule) in Bamberg, Memmelsdorfer Straße

1899: Forsthaus in Weipelsdorf

1901: Umbau und Erweiterung des Städtischen Krankenhauses (heutiges Stadtarchiv) in Bamberg, Untere Sandstraße

1901–1902: Städtisches Elektrizitätswerk (heutige Volkshochschule) in Bamberg, Tränkgasse

1902: neuer Städtischer Vieh- und Schlachthof in Bamberg, Lichtenhaidestraße

1903–1913: Corpshaus des Corps Baruthia in Erlangen

1904: Bedürfnisanstalt an der Promenade, Bamberg

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