An diesem Tag

Hans Albers

Deutscher Schauspieler und Sänger (1891–1960)

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Hans Philipp August Albers (* 22. September 1891 in Hamburg; † 24. Juli 1960 in Berg, Bayern) war ein deutscher Schauspieler und Sänger, der als „blonder Hans“ zum Volksidol wurde. Albers zählte von den 1930er- bis in die 1950er-Jahre hinein zu den größten Stars des deutschen Films und prägte in Rollen als selbstbewusster Draufgänger, Abenteurer oder Seemann sein Image.

Albers begann seine Laufbahn am Theater und trat ab den späten 1910er Jahren auch im Film auf. Erst erst mit dem Aufkommen des Tonfilms gelang ihm der große Durchbruch. Zu seinen bekanntesten Filmen gehören u. a. Der blaue Engel (1930), F.P.1 antwortet nicht (1932), Der Mann, der Sherlock Holmes war (1937), Münchhausen (1943), Große Freiheit Nr. 7 (1944) und Nachts auf den Straßen (1952). Daneben wurde er als Sänger populär; insbesondere Lieder wie Auf der Reeperbahn nachts um halb eins oder La Paloma trugen zu seinem nachhaltigen Ruhm bei.

Seine größten Erfolge fielen in die NS-Zeit, wobei der mit einer Jüdin liierte Albers weitgehend Distanz zum Nationalsozialismus zu wahren suchte.

Hans Albers wurde als Sohn des Schlachtermeisters Philipp Albers (genannt „Schöner Wilhelm“) und dessen Frau Johanna Dorothea, geborene Rathjen, in der Langen Reihe 71 in Hamburg-St. Georg als jüngstes von sechs Kindern geboren. Er besuchte die Uhlenhorster Oberrealschule und wurde nach einem tätlichen Konflikt mit einem prügelnden Lehrer als Quartaner der Schule verwiesen. Ähnliches erlebte er in der St.-Georgs-Realschule. Mehr Anerkennung fand Albers als begeisterter Jungsportler im Schwimmklub Alster. Er begann in der Folge eine Kaufmannslehre und war in einer Frankfurter Seidenfirma tätig.

Seine Schauspielkarriere begann er am dortigen Neuen Theater, anfangs mit mäßigem Erfolg. Er hatte ohne Wissen seines Vaters mit heimlicher finanzieller Unterstützung seiner Mutter privaten Unterricht genommen. Am 24. Oktober 1912 debütierte er am Stadttheater Güstrow, wo er einen Vertrag als „Bonvivant und jugendlicher Komiker“ erhalten hatte. Seine Gage betrug zwischen 60 und 120 Mark im Monat; er musste dafür auch bei Bühnenumbauten mithelfen.

Albers wurde im Ersten Weltkrieg 1915 zum Heer eingezogen und an der Westfront als Soldat des Reserveinfanterieregiments 31 schwer verwundet. In einem Wiesbadener Krankenhaus gelang es, sein zerschossenes Bein wiederherzustellen. Gegen eine drohende Amputation hatte er sich – nach eigenen Worten – vehement gewehrt. Nach seiner Entlassung trat er am dortigen Residenztheater in Possen, Lustspielen und Operetten auf.

Ab 1917 lebte Albers in Berlin. Nach dem Ersten Weltkrieg spielte er an verschiedenen Berliner Theatern und an der Komischen Oper vor allem in Operetten und Lustspielen. Ab Mitte der 1920er Jahre etablierte er sich mit Gesang und Akrobatik als Hauptdarsteller in Revuen unter anderem von Rudolf Nelson. Sein erster großer Sprechtheater-Erfolg war 1928 die Rolle des Kellners Gustav Tunichtgut im Stück Die Verbrecher von Ferdinand Bruckner. Der jüdische Schauspieler Eugen Burg war sein Lehrer und Förderer.

Im Jahr 1920 lernte Albers, der damals noch mit Claire Dux verheiratet war, seine zukünftige Lebensgefährtin, die Schauspielerin Hansi Burg (1898–1975), kennen, die Tochter seines Mentors Eugen Burg. Hansi Burg und Albers wohnten um 1925 zunächst unter verschiedenen Adressen im Berliner Bezirk Charlottenburg. Später lebten sie zusammen und mieteten die Villa Oeding am Wannsee als Wochenenddomizil.

Nach über hundert Stummfilmrollen spielte Albers 1929 in einem der ersten deutschen Tonfilme, Die Nacht gehört uns und kurz darauf an der Seite von Marlene Dietrich in Der blaue Engel. Die Rolle des Artisten Mazeppa in diesem Film war seine einzige Nebenrolle nach Einführung des Tonfilms. Hauptdarsteller Emil Jannings, später Aufsichtsratsvorsitzender des Tobis-Tonbild-Syndikats, hatte allerdings dafür gesorgt, dass entscheidende Szenen mit Albers aus der fertigen Fassung herausgeschnitten wurden.

1930 drehte er unter der Regie des späteren Präsidenten der Reichsfilmkammer Carl Froelich die Komödie Hans in allen Gassen. In den letzten Jahren der Weimarer Republik war Hans Albers neben sehr erfolgreichen Filmen wie Bomben auf Monte Carlo (1931) oder F.P.1 antwortet nicht (1932) erneut in großen Theaterrollen zu sehen, wie z. B. zusammen mit Fritz Kortner in Rivalen oder in Ferenc Molnárs Liliom. Letzteres wurde seit seiner ersten Darstellung am 7. Januar 1931 an der Volksbühne Berlin zu seiner Paraderolle, die er bis zur Absetzung des Stücks durch das NS-Regime (weil Molnár Jude war) und dann wieder nach dem Zweiten Weltkrieg spielte; hier sang er das Rummelplatz-Ausruferlied Komm auf die Schaukel, Luise.

Nach der Machtübernahme durch die NSDAP drängte man Albers zur Trennung von seiner Lebensgefährtin Hansi Burg, die aus einer prominenten jüdischen Künstlerfamilie stammte. Nach einiger Zeit gab Albers diesem Drängen nach und in einem Schreiben vom 15. Oktober 1935 an Joseph Goebbels offiziell die Trennung von Hansi Burg bekannt. Burg und Albers lebten jedoch weiterhin zusammen am Starnberger See in Albers’ Villa in Garatshausen, die er 1935 käuflich erwarb.

Albers drehte weiterhin erfolgreich Filme, wenngleich er bis 1945 nicht mehr ans Theater ging, um sich dem Einfluss der Nationalsozialisten zu entziehen. Für Hansi Burg wurde Deutschland indes zu gefährlich. Sie emigrierte 1939 über die Schweiz nach England und kehrte erst 1946 nach Garatshausen zurück.

Aus dem Jahr 1937 stammte die UFA-Kriminalkomödie Der Mann, der Sherlock Holmes war, in der Albers neben Heinz Rühmann eine der Hauptrollen spielte. Das Duett der beiden mit dem Titel Jawoll, meine Herr’n … wurde zum Kassenschlager. Im Jahr des Kriegsbeginns 1939 wurde das Projekt Wasser für Canitoga fertiggestellt: ein immens teurer Abenteuerfilm, dem mit dem Lied Goodbye Johnny wiederum ein echter Gassenhauer entsprang. 1943 hatte der zum 25-jährigen Jubiläum der UFA mit großem Aufwand produzierte Farbfilm Münchhausen einen außergewöhnlichen Publikumserfolg.

Zu den Nationalsozialisten hatte Hans Albers einerseits ein sehr distanziertes Verhältnis: Er spottete gegenüber Kollegen über das Regime, zeigte sich nie an der Seite hochrangiger NSDAP-Funktionäre und verzichtete auf die Entgegennahme eines Schauspielpreises aus der Hand von Joseph Goebbels. Überliefert ist, dass er mit Bezeichnungen spottete wie Doktor Göhbels oder betont der Herr Hitler. Dennoch war er bei Goebbels als Publikumsmagnet sehr geschätzt, konnte daher sehr hohe Gagen fordern und erhalten und wurde auf dessen Gottbegnadeten-Liste geführt.

Propagandafilme unter Mitwirkung von Hans Albers waren Flüchtlinge (1933) und Henker, Frauen und Soldaten (1935) sowie der von ihm mitproduzierte, im März 1941 uraufgeführte Film Carl Peters über den gleichnamigen Afrikakolonialisten. 1943 drehte er gemeinsam mit Ilse Werner unter der Regie Helmut Käutners den Farbfilm Große Freiheit Nr. 7. Die Dreharbeiten mussten wegen der Bombenangriffe auf Potsdam (Babelsberg) und Berlin, wo die Dreharbeiten begonnen hatten, in Prag fortgesetzt werden. Der Film wurde jedoch wegen seiner düsteren Stimmung – abgesehen von seiner Ur- und weiteren Aufführungen in Prag – erst nach Kriegsende öffentlich vorgeführt. Die Uraufführung im September 1945 in Berlin war die erste Filmpremiere nach dem Zweiten Weltkrieg.

Kurz vor Kriegsende begannen die Dreharbeiten zu Shiva und die Galgenblume, einem Kriminalfilm in Farbe, der nicht mehr fertiggestellt werden konnte. Unter der Regie Hans Steinhoffs wurde in Prag gedreht. Aufstände und das Heranrücken der Roten Armee führten zum Abbruch der Dreharbeiten und zur Flucht von Stab und Schauspielern in Richtung Westen.

Im Jahr 1946 kehrte Hansi Burg zu Albers in die Villa in Garatshausen zurück. Albers trennte sich daraufhin von seiner zwischenzeitlichen Freundin und lebte bis zu seinem Tod 1960 noch weitere 15 Jahre mit Hansi Burg in Garatshausen. Die Beziehung zu Hansi Burg wurde 2021 in dem Dokudrama Die Liebe des Hans Albers thematisiert.

Albers’ erste Produktion nach Kriegsende war der 1947 gedrehte und in Berlin spielende Film … und über uns der Himmel, der ihn als Kriegsheimkehrer zeigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte Albers seine Filmkarriere fortsetzen, unter anderem in dem sehr erfolgreichen Streifen Auf der Reeperbahn nachts um halb eins mit Heinz Rühmann. Ein Höhepunkt seines Filmschaffens in den 1950er Jahren war die 1956 gedrehte Literaturverfilmung Vor Sonnenuntergang nach Gerhart Hauptmann mit Annemarie Düringer und Claus Biederstaedt an seiner Seite. Es folgten Filme wie Der tolle Bomberg oder Das Herz von St. Pauli.

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