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Hans-Joachim Fiala

Deutscher Historiker und Hochschullehrer

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Hans-Joachim Fiala (* 30. Juli 1932 in Mittweida; † 2. März 2000 in Graal-Müritz) war ein deutscher Historiker, Pädagoge und Hochschuldozent für Methodik des Geschichtsunterrichts.

Herkunft und familiärer Hintergrund

Hans-Joachim Fiala wurde als Sohn des Schlossers Fritz Fiala (1889–1974) und dessen Ehefrau Ida Fiala (1893–1982), einer Reinigungskraft, in der sächsischen Industriestadt Mittweida geboren, wobei seine proletarische Herkunft ihm im Bildungssystem der späteren DDR Aufstiegschancen eröffnete.

Ausbildung und akademischer Werdegang

Nach dem 1951 in Mittweida abgelegten Abitur absolvierte Fiala bis 1954 an der Humboldt-Universität zu Berlin ein Studium der Pädagogik und Geschichte, das er mit dem Staatsexamen für das Lehramt in der Mittelstufe abschloss.

Von 1955 bis 1966 war Fiala an der Humboldt-Universität zu Berlin als wissenschaftlicher Assistent sowie als Oberassistent bei Walter Strauss tätig und unterrichtete in dieser Zeit parallel als nebenamtlicher Geschichts- und Staatsbürgerkundelehrer an verschiedenen Berliner Schulen.

Promotion und wissenschaftliche Spezialisierung

Im Jahr 1963 promovierte Fiala an der Humboldt-Universität zu Berlin zum Doktor der Pädagogik mit der geschichtsdidaktischen Dissertation Die Arbeit mit der Karte und die Anwendung des Lokalkolorits im Geschichtsunterricht. Untersucht und dargestellt am Beispiel der Klassen 5 und 6.

Das von Fiala behandelte didaktische Prinzip des Lokalkolorits basierte auf der Nutzung konkreter, anschaulicher Alltagsdetails zur Veranschaulichung historischer Epochen und entsprach den zeitgenössischen pädagogischen Vorgaben zur Praxisorientierung des Unterrichts.

Tätigkeit an der Universität Rostock

Nach seinem Wechsel an die Universität Rostock im Jahr 1966 wirkte Fiala dort von 1969 bis zu seiner Pensionierung 1992 als Hochschuldozent für die Methodik des Geschichtsunterrichts; er trat damit die Nachfolge von Friedrich Donath an, der 1967 als Professor für Geschichtsmethodik an die Deutsche Hochschule für Körperkultur nach Leipzig berufen worden war. In dieser Zeit entwickelte er 1972 die Schülerhandkarte für den Geschichtsunterricht.

Mit der 1969 erfolgten Verleihung der facultas docendi für die Methodik des Geschichtsunterrichts übernahm Fiala die Ausbildung angehender Lehrkräfte, in der er seine schulpraktischen Erfahrungen mit geschichtsdidaktischen Theorien verband und die regionale Lehrerbildung über zwei Jahrzehnte mitgestaltete.

Funktionen in der akademischen Selbstverwaltung

In der akademischen Selbstverwaltung der Universität Rostock amtierte Fiala von 1968 bis 1970 als stellvertretender Sektionsdirektor für Erziehung und Ausbildung, bevor er von 1970 bis 1971 die Position des amtierenden Sektionsdirektors übernahm und damit die Gesamtverantwortung für die Organisation der Lehrerausbildung trug.

Bereits vor seinem Wechsel nach Rostock war Fiala von 1965 bis 1966 als stellvertretender Direktor des Instituts für Unterrichtsmethodik an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig gewesen.

Im Jahr 1962 trat Fiala der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) bei, was der gängigen Praxis für den Zugang zu höheren Positionen in den hochschulpolitisch und ideologisch sensiblen Fachbereichen der Pädagogik und Geschichtswissenschaft in der DDR entsprach.

Fialas Publikationen und Lehrtätigkeit waren in das bildungspolitische Gesamtkonzept der DDR-Pädagogik mit dem Ziel der Erziehung zur sozialistischen Persönlichkeit eingebunden, wobei seine fachdidaktischen Arbeiten zugleich eine Ausrichtung auf die methodische Weiterentwicklung des Geschichtsunterrichts aufwiesen.

Für seine Verdienste im Bildungswesen erhielt Fiala 1965 und 1968 die Medaille für ausgezeichnete Leistungen sowie in kontinuierlichen Abständen die Pestalozzi-Medaille für treue Dienste, jeweils in den Stufen Bronze (1966), Silber (1976) und Gold (1986).

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