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Hans-Jürgen Graf von Blumenthal

Deutscher Jurist, Offizier und Widerstandskämpfer (1907–1944)

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Hans-Jürgen Adam Ludwig Oskar Bernhard Leopold Arthur Graf von Blumenthal (* 23. Februar 1907 in Potsdam; † 13. Oktober 1944 in Berlin) war ein deutscher Offizier und Widerstandskämpfer des Attentats vom 20. Juli 1944.

Hans-Jürgen Graf von Blumenthal war Angehöriger des ursprünglich märkischen Adelsgeschlechts Blumenthal. Er war der Sohn des Kammerherrn und Hofmarschalls Hans Adam Oskar Karl Fritz Graf von Blumenthal (* 17. Juni 1869; † 10. Januar 1944) und dessen Ehefrau Melanie Gräfin von der Schulenburg (* 14. Juli 1875; † 16. November 1953), Tochter der Marie Freiin geb. von Schlichting und des preußischen Oberstleutnant Leopold Graf von der Schulenburg. Der Generalleutnant und Domherr Albert von Blumenthal war sein Uronkel. Hans-Jürgen hatte eine jüngere 1909 in Potsdam geborene Schwester Sigrid.

Am 9. September 1939 heiratete er im mecklenburgischen Klink Cornelia von Schnitzler (* 10. Oktober 1905; † 1977) aus der Kölner Bankiersfamilie Schnitzler, mit der er den Sohn Hubertus (* 14. Mai 1941; † 5. Mai 1991) hatte. Cornelia war die Tochter des Arthur von Schnitzler (* 1857; † 1917) auf Schloss Klink und der Hedwig Borsig, Tochter von Albert Borsig. Cornelia wohnte als Witwe in den 1950er Jahren in Girsberg bei Münstereifel Regierungsbezirk Köln.

Seit seiner Schulzeit in Potsdam war er mit Wilhelm von Preußen, dem ältesten Sohn des Kronprinzen, befreundet. Blumenthal studierte Rechtswissenschaft und engagierte sich während seiner Studienzeit im Stahlhelmbund. Nach der Gleichschaltung des Stahlhelms schloss sich Blumenthal einem Oppositionszirkel um Theodor Duesterberg an.

Nach dem Studium wurde Blumenthal Leutnant in einem Infanterieregiment der Wehrmacht und distanzierte sich nach anfänglicher Begeisterung immer mehr vom Nationalsozialismus. Während der Sudetenkrise beteiligte er sich 1938 an der Septemberverschwörung gegen Hitler für den Fall eines Krieges gegen die Tschechoslowakei. Infolge des Münchner Abkommens kam es nicht zum Krieg, weshalb die Verschwörer von ihren Plänen abließen.

Im Zweiten Weltkrieg diente Graf Blumenthal zunächst als Oberleutnant, wurde aber durch eine schwere Verwundung untauglich für den Frontdienst und verrichtete seinen Dienst im Allgemeinen Heeresamt des Oberkommandos des Heeres und stieg zum Major auf. Dort lernte er Claus Schenk von Stauffenberg kennen und beteiligte sich an der Planung des Attentats vom 20. Juli 1944.

Drei Tage nach dem Scheitern des Attentats nahm die Gestapo Blumenthal fest und der Volksgerichtshof verurteilte ihn zum Tode. Am 13. Oktober 1944 wurde er im Strafgefängnis Plötzensee hingerichtet.

Persönlichkeiten des 20. Juli 1944

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Melville Henry Massue Marquis de Ruvigny et Raineval: The Titled Nobility of Europe. An International Peerage, Or Who`s Who, of the Sovereigns, Princes and Nobles of Europe. Harrison & Sons, London 1914, S. 355.

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1922. Jahrgang 115, Justus Perthes, Gotha 1921, S. 131–132.

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der DAG. Teil A (Uradel). 1942. Jahrgang 115, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 94.

Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard, Hans Jürgen von Witzendorff: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. A (Uradel). 1955. Band II, Band 10 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1955, ISSN 0435-2408, S. 59–60. (Mit Portrait).

Piet H. L. Bovy: Hans-Jürgen Graf von Blumenthal (1907-1944). Ein Offizier im Widerstand. (Vortrag). In: Schriften zur Unkeler Geschichte. Nr. 4, Verlag Rhein-Heimat, Rheinbreitbach 2010. ISBN 978-3-940637-08-6.

Stephan Sehlke: Pädagogen - Pastoren - Patrioten: Biographisches Handbuch zum Druckgut für Kinder und Jugendliche von Autoren und Illustratoren aus Mecklenburg-Vorpommern von den Anfängen bis einschließlich 1945. Auflage-Online-Ressource, BoD, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8370-9497-8, S. 41.

Freya von Moltke: Helmuth James und Frey von Moltke. Abschiedsbriefe Gefängnis Tegel. September 1944-Januar 1945. Hrsg. Ulrike von Moltke, Helmuth Caspar von Moltke, C. H. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-61375-3, S. 586.

Kurzbiografie der Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Gedenkstätte Plötzensee: Hans-Jürgen Graf von Blumenthal (Mit Portrait).

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